Mittwoch, August 12th, 2009
Moinsen meine lieben Filmfreunde,

heute schreibe ich ein bisschen wie ein verliebter Teenager über ein Ereignis dem ich persönlich beiwohnen durfte.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Nena war meine erste große Starliebe, dann kam lange nichts. Bei den ersten Oscars die ich vom roten Teppich aus moderieren durfte, verfiel ich dann einer knackigen Angelina Jolie und jetzt seit ein paar Jahren schlägt mein Herz schneller, wenn ich Penelope Cruz auf der großen Leinwand sehe.
Was für eine Frau, ich glaube das es kaum jemanden gibt, der mir widersprechen wird, wenn ich sage: eine absolute Granate. Das schlimme bei solchen Liebeleien ist, das man ja nicht weiß, wie die Person wirklich ist. Geht Penelope nach den Dreharbeiten oder Interviews nach Hause, nimmt die Perücke ab, schraubt an ihrem Holzbein, nimmt das Glasauge und die Zähne raus und quält Kinder und Tiere.
Keiner weiß es, aber die Möglichkeit ein bisschen mehr über diese Dame herauszufinden bot sich mir vergangene Woche bei der Premiere ihres neuen Films „Zerrissene Umarmungen“.
Natürlich von Pedro Almodovar, der mittlerweile vierte Film, den die beiden zusammen gemacht haben (nach „Volver“, „All about my mother“, „Live Flesh“).
In Berlin stand alles Kopf, Fragen über Fragen: Ist sie schwanger von Javier Bardem? Hat sie einen neuen Lover? Was für Wasser trinkt sie? Ist sie wirklich eine Spanierin oder eine Amazone von einem fremden Planeten?
Einige davon wollte ich auf den Grund gehen (sollte sie wirklich von einem anderen Planeten sein, dann bringt mich schnell dorthin, aber das ist eine andere Geschichte).
Der Moment kam an dem ich sie kurz vor der Pressekonferenz treffen sollte. Im edlen Hotel de Rome warteten ein spanischer Dolmetscher, eine Dame vom Filmverleih und ich auf Peneolpe. Erst schlenderten Pedro und sein Bruder Agustin an uns vorbei, in sportlichen Klamotten und extrem entspannt. Dann ging kurz die Tür von Penelopes Hotelzimmer auf, ein Fön und ein bisschen Gekicher waren zu hören und dann nach 5 weiteren Minuten erschien sie.
Und das ist jetzt kein Witz, auf der Leinwand sieht sie toll aus, aber in echt, noch viel, viel toller. Aber von Feuer keine Spur, sehr zurückhaltend und schüchtern sagte sie „Hallo“ und wir plauderten kurz über den Ablauf der bevorstehenden Frage und Antwort Runde.
Ob sie schwanger war oder nicht, habe ich in diesem ganzen Trubel vergessen, auch wenn viele Zeitungen ein Indiz darin sahen, das der Reißverschluss ihrer Hose nicht ganz zu war.
Vielleicht hat sie auch nur gut gegessen und wenn sie schwanger ist, wunderbar. Das freut doch alle.
In der Pressekonferenz beantwortete sie bereitwillig alle Fragen zum Film und ihrer Zusammenarbeit mit Pedro. Am Abend fand dann die große Premiere in der Kulturbrauerei statt. Unglaublich wie viele Stars und Sternchen sich angekündigt hatten und wie viele Fans am roten Teppich ausharrten. Kurz vor knapp erschienen dann die 3 spanischen Gäste unter dem Jubelgeschrei der Zaungäste.
Hinter der Bühne gab es ein erneutes Zusammentreffen und eine kurze Besprechung über den Bühnenablauf. Pedro war bestens aufgelegt und sagte zu mir: „Sag mal bist Du eigentlich nervös?“ Darüber hatte ich mir vor lauter Aufregung gar keine Gedanken gemacht und dann ging es los. Hundert mal hatte ich den Namen des gesandten der spanischen Botschaft, der unter den Gästen war, und meine Moderation wiederholt. Aber plötzlich war nichts mehr da. Ein kurzer Blick in Penelopes Rehaugen und neben dem Blackout kamen noch Schweißausbrüche dazu. Dann der Schritt ins Kino, kurz zusammenreißen und ab dafür. Hat dann doch alles geklappt, aber für kurze Zeit war ich wirklich ganz weit weg.
Ein toller tag und eine wirklich tolle Begegnung.
Bei all dem Teenie-Gesappel habe ich völlig vergessen etwas zum Film zu sagen. „Zerrissene Umarmungen“ ist nicht der beste Almodovar, streckenweise wirklich großartig, besonders wenn er seine Liebe zum Film zum Ausdruck bringt, aber manchmal auch unglaublich langatmig und langweilig. Penelope wird meiner Ansicht nach immer besser, besonders nach ihrem Oscargewinn für „Vicky Christian Barcelona“.
Bis zum nächsten mal,
Euer Steven Gätjen
Tags: Filmblog, Penélope Cruz, Steven Gätjen, Zerissene Umarmungen
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