Donnerstag, November 12th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
heute beschäftigen wir uns mit dem Thema: Wenn unserer Politiker wissen würden, dass unsere Welt, wie wir sie kennen zu Ende geht, würden wir das wissen wollen? Um die Frage zu beantworten muss ich mal wieder ein bisschen ausholen. Roland Emmerich ist ein Visionär und ein Regisseur, den ich für seinen unglaublichen Mut neue Wege zu gehen bewundere. Als er vor langer Zeit einmal an der Münchner Filmhochschule studierte und den teuersten deutschen Abschlussfilm aller Zeiten drehte (Das Arche Noah Prinzip 1984 für sage und schreibe 1 Million Mark), belächelte Ihn die deutsche Filmszene. Ein geiler Film, damals und auch heute noch. Bei dem was ich gleich sagen werde, wird es wieder viele empörte Stimmen geben, nach dem Motto: wie kann er das nur sagen! Das ist mir völlig egal, denn ist eine Tatsache, dass in unserem Land der Dichter und Denker, Menschen mit neuen Visionen und Ideen, immer gedeckelt und ausgebremst werden.
Roland Emmerich war schon damals jemand der nach Vorne geschaut hat, für den Grenzen keine Hindernisse waren, sondern die Motivation, noch höher zu springen. Das hat er nach dem Studium angefangen in den USA zu machen. Dabei ist er immer seiner Linie treu geblieben. „Moon 44“ war gut, „Stargate“ sehr gut und „Independence Day“ der absolute Knaller. Obwohl ich sagen muss, dass ich ihn als erstes alles andere als gut fand. Mittlerweile gehört er zu meinen Lieblingsfilmen. Übrigens drehte sich die öffentliche Meinung nach diesem Megaerfolg auch hierzulande. „Godzilla“ halten viele für einen Ausrutscher, aber auch dieser Film ist super. Die alten japanischen Trashversionen haben ihren ganz eigenen Charme, aber Emmerichs Streifen hat genau diese Elemente noch aufgestockt und Godzilla zu dem Monster gemacht, das wir alle gerne sehen wollten.
„The Day after Tomorrow“ war von den Spezialeffekten grandios und von seiner „Message“ her unglaublich aktuell und auf den Punkt. „10.000 B.C.“ war, das muss auch ich zugeben, nicht mein Ding. Und jetzt stelle ich eine gewagte These auf: Dieser Film war so schwach, weil die Charaktere einfach nicht stark genug waren. Hä!!! Wie meint der Gätjen das? Ganz einfach, auch wenn alle immer behaupten Blockbuster bestechen nur durch ihre Special Effects, der hat sich geschnitten. Denn eine Sache versteht Roland Emmerich immer, die Charaktere in seinen Filmen mit super Schauspielern zu besetzen. Matthew Broderick, Dennis Quaid, Will Smith, Randy Quaid, Mel Gibson, Danny Glover, Oliver Platt (aus Stargate) und jetzt in seinem neuen Streifen John Cusack, Woody Harrelson, Amanda Peet, Chiwetel Ejiofor. Oder glaubt ihr im Ernst, das dass nicht zählt. Das man das mit Spezialeffekten wettmachen kann. Logisch waren die beiden Hauptdarsteller bei „10.000 B.C.“ knackig und hübsch, aber ihnen fehlte die Tiefe. Logisch auch, dass seine Filme manchmal ein bisschen zu pathetisch sind, aber wir reden hier über Popcorn Kino. Das macht er super. Er kann ja auch anders, siehe „Trade“ oder jetzt „Anonymous“, den er in Berlin/Babelsberg dreht. Kommen wir also zu „2012“. Nach „The Day after Tomorrow“ wollte er nichts mehr kaputt machen, dass war genug. Aber sein neuer „Partner in Crime“ Harald Kloser, mit dem er bereits „10.000 B.C.“ gemacht hatte, hatte die Idee einer Sintflut und einer Arche in unserer Zeit und so ward die Idee für
„2012“ geboren. Zurückgezogen in ein schönes Haus in Thailand schrieben die beiden den so genannten ersten Draft. Daraus erwuchs dann die Verquickung mit den Theorien der Mayas, dass mit dem Ende ihres Kalenders am 21.12.2012, die Welt in ein neues Zeitalter aufbricht. Zu Ende geht, anders wird, auseinander fällt, explodiert, was immer man da auch rein interpretieren will. Emmerichs und Klosers Version ist wie gesagt nur ein Film. Ach ja eine Sache habe ich noch vergessen: Roland hat seine eigene Art und Weise Stoffe in die Tat umzusetzen. Er finanziert die komplette Arbeit am Drehbuch vor und lässt dann die Studios antanzen um darum zu bieten. Das garantiert ihm die komplette Unabhängigkeit diesen Stoff zu verfilmen. Smart!!! Übrigens ein fettes Lob an Sony Pictures, die parallel laufende Marketingkampagne zu „2012“ ist wirklich super. Es gibt eine Website zur Figur von John Cusack, der einen Autor spielt, die www.farewellatlantis.com heißt und zusätzlich noch eine die sich www.instituteforhumancontinuity.com, bei der man sich mit der Zukunft der Menschheit beschäftigt. Ganz wichtig: Alles mit einem Augenzwinkern!
Kommen wir zum Film: wenn man mir sagt, er dauert 158 Minuten, denn meldet sch automatisch mein Hinterteil und meine Blase. Keine Chance, dass schaffe ich nicht, dass hat bisher nur die „Herr der Ringe Trilogie“ vollbracht, mich derartig an den Sitz zu fesseln. Und jetzt kommt es, ich habe es nicht gemerkt. Nichts, nadda, nothing. Meine Blase ist anschließend fast explodiert, aber ich konnte nicht aufstehen. Die ersten 45 Minuten werden die Figuren vorgestellt, super. Man taucht komplett in die Geschichte ein und will nicht, das dass passiert was man schon ahnt: Dass die Welt in Schutt und Asche versinkt. Aber das was dann passiert, kann man nicht erwarten und mit irgendetwas vergleichen was es bisher im Kino zu sehen gab. Genau die Hälfte des Films, sind nur Special Effects. Mehr verrate ich nicht, weil ich auch gar nicht weiß, wie ich das Gesehene beschreiben soll. Chapeau Roland Emmerich!!! Ihr werdet es nicht glauben können und das Kino mit gemischten Gefühlen verlassen. Zum einen, weil es einfach super gemacht ist und zum anderen, weil er nachdenklich macht. Nicht in Bezug auf das Datum „2012“, sondern eher nach dem Motto, wir sollten ein bisschen mehr Acht geben auf unsere Planeten.
Die Schauspieler sind hervorragend, allen voran Woody Harrelson, Oliver Platt und John Cusack. Woody spielt einen verwirrten Piratenradiosender Moderator, der das Ende der Welt nahen sieht, großartig. Oliver Platt den zynischen, eiskalten Berater des amerikanischen Präsidenten, dessen Entscheidungen, dennoch nachvollziehbar sind und John Cusack einen erfolglosen Autor, der es nicht auf die Reihe bekommt seine Ex-Frau und Kinder zuverlässig zu versorgen. Vor dem Interview mit John sagten mir alle, er sei unglaublich mundfaul und nicht so gut drauf, weil er tierische Rückenschmerzen habe. Ein super Start, wenn man weiß man hat nur 5 Minuten, um ihm ein paar interessante Antworten zu entlocken. Auf ging es. Erstmal muss ich sagen, John Cusack ist sehr groß. Hätte ich nicht erwartet. Bestimmt an die 1,90 m. Er ist freundlich und wirkt entspannt und jetzt weiß ich warum alle denken er hat keinen Bock, er hat auch im wirklichen Leben, diesen Hundeblick. Wisst ihr welchen ich meine? Schaut Euch mal seine Filme an. Er guckt so, als wenn er keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Das ist sein Trick, dahinter steckt nämlich ein sehr aufgewecktes und charmantes Kerlchen. Ich fand ihn klasse. Etwas aus dem Tritt, war Amanda Peet. Kein Wunder, wenn man einen Nachtflug aus New York hat und am nächsten morgen direkt Interviews geben muss. Dennoch sehr apart und nett. Lange rede kurzer Sinn, der Film ist der Hammer und es lohnt sich auf jeden Fall dafür ins Kino zu gehen.
Übrigens als kleine Info am Ende: Roland Emmerich sagte im Interview, dass er begeistert ist was man heutzutage alles am Computer machen kann und am allerliebsten würde er viele Dinge bei Independence Day noch mal neu machen. Auf so eine Aussage gab es natürlich nur eine mögliche Frage: Wie sieht es denn mit Independence Day 2 aus? Sehr gut, die Idee gibt es schon, das einzige Problem wäre aber der Hauptdarsteller, der gefragteste Schauspieler unseres Planeten: Will Smith. Er hätte ebenfalls total Bock, aber man müsste noch einen gemeinsamen Zeitraum für die Dreharbeiten finden. Also freut Euch drauf.
Nächste Woche gibt es an dieser Stelle mehr zum Hype um „Twilight – New Moon“.
Bis dahin, liebe Grüße
Euer Steven Gätjen
Tags: 2012, der filmblog, John Cusack, Oliver Platt, Roland Emmerich, Steven Gätjen, Woody Harrelson
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Donnerstag, November 5th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
ich muss mich bei Euch entschuldigen, ich habe mich für ein paar Tage leider ausklinken müssen, da so viel zu tun war. Dafür habe ich aber ein paar spannende neue Sachen im Gepäck. Diese Woche war wieder geprägt von zwei aufregenden Kinotagen.
Los ging es mit der Weltpremiere von „A Christmas Carol – Eine Weihnachtsgeschichte“ in London. Wahnsinn, was sich Disney dafür ausgedacht hat. Der komplette
Leicester Square wurde in eine Winterlandschaft umgebaut. Anwesend waren Bob Hoskins, Jim Carrey, Robert Zemeckis, Robin Wright Penn, Colin Firth, Andrea Bocelli und die Produzenten. Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben. Kommen wir jetzt aber erstmal zu dem Film, der diesen ganzen Trubel verursacht hat. Robert Zemeckis gehört zur Creme de la creme Hollywoods, seine Freunde sind keine geringeren als George Lucas, Steven Spielberg und Peter Jackson. Auf sein Konto gehen die „Zurück in die Zukunft“ Filme und „Forrest Gump“. Seit ein paar Jahren nun macht er visuell ganz andere Filme. Robert, oder „Bob“, steht auf Motion Capturing oder auch Motion Captioning. Schauspieler bekommen einen schwarzen Samtanzug an, ein paar Elektroden an den Körper und werden mit jeder ihrer Bewegungen in verschiedene Computer eingescannt. Raus kommen dann Filme wie der „Polar Express“, „Beowulf“ oder jetzt „Eine Weihnachtsgeschichte“. Visuell wirklich beeindruckend und jetzt bei seinem nun mehr dritten Werk dieser Art, der absolute Wahnsinn. Wie detailliert das ganze ist und wie wahnsinnig die Landschaften aussehen, ist wirklich toll. Das einzige was mich ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, dass die Augen, trotz der perfekten Technik, leer wirken. Die Identifikation mit den Figuren wird dadurch geschmälert.
Apropos Charaktere. Jim Carrey leiht 8 Charakteren nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Stimme. Das ist besonders beeindruckend vor dem Hintergrund das seine Figuren mit unterschiedlichsten englischen Akzenten sprechen. Das macht er wirklich super und beeindruckte auch die internationale Journaille. Bei der groß anberaumten Pressekonferenz kam mir der Superstar, aber irgendwie ein bisschen komisch vor. Fast ein bisschen verunsichert. Seine Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel: Warum er bei diesem Film mitgemacht hätte?
Beantwortete er mit den Worten: Ich wollte dem englischen Volk eine der größten Geschichten der Welt zurückgeben! ??????Äh, Hallo, was hast Du gesagt?! Er war unglaublich ernst, aber auch ziemlich anbiedernd. So hätte ich ihn mir gar nicht vorgestellt. Super sympathisch und cool war Colin Firth. Jede Frage war für ihn ein Spaß und eine große Herausforderung. Ich wollte wissen, „Warum er es wichtig findet, dass die Geschichte so düster und gruselig erzählt wurde!“ Colin: „Ich mag Weihnachten nicht, auf einmal drehen alle Leute durch, die vorher zu Dir unfreundlich waren und jetzt wünschen sie Dir fröhliche Weihnachten und nur das Beste. Das ist doch verlogen. Ich mache das so häufig ich kann, aber Weihnachten total doof finden, kann ich ja auf Grund meiner Kinder ja auch nicht.“ Für Ihn ist der Bösewicht Scrooge übrigens der Held, weil jeder sich ein bisschen in diesem Fiesling selbst entdecken kann. Übrigens wer jetzt denkt, „Mensch da gehe ich mit meinen Kindern, Neffen, Patenkindern rein, dem sage ich nur Stopp!! Der Film ist wirklich beeindruckend, aber ganz schön düster und gruselig. Ich habe mir das ein oder andere mal auch fast in die Hosen gemacht, was nicht unbedingt was heißen soll.
Machen wir weiter mit dem nächsten Interview und dem dazugehörigen Film. Es gibt zur Zeit keinen Schauspieler der mehr arbeitet als er, Gerard Butler. Von einer romantischen Komödie zur nächsten und dann wieder ein bisschen Action zwischendrin. Logisch das man bei so viel Arbeit nicht nur als Schauspieler am Gewinn partizipieren will und deshalb hat er gerade auch eine Produktionsfirma gegründet, der Name „Evil Twin“. Das erste Projekt „Gesetz der Rache“.
Der Trailer hat viel Appetit auf diesen Film mit Jamie Foxx und Gerard Butler gemacht und das zu Recht. Ich habe ihn morgens um 9.00 Uhr gesehen, definitiv keine gute Zeit dafür. Der Film steigt knallhart ein und auch viele andere Szenen die darauf folgen sind nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Einige inhaltliche Ungereimtheiten beiseite, ist der Film sehr spannend vor allen Dingen, weil man nicht genau weiß, wer eigentlich der Böse sein soll. Diejenigen die den Film schon gesehen haben, sagen jetzt bestimmt: „Mann, der Gätjen schon wieder, der hat den Film nicht verstanden, natürlich ist Gerard der Bad Guy.“ Ja, er bringt Leute um, ja er dreht durch und ja, es ist nicht richtig was er macht. Die Frage, die der Film, aber aufwirft und die Gerards Figur für sich selbst beantwortet ist: Was macht man, wenn einer oder sogar mehreren Personen die einem sehr nahe stehen, etwas Schreckliches passiert, dass von anderen verursacht wurde? Ich schreibe ein bisschen kryptisch, damit ich nicht zu viel verrate, von dem was Euch im Kino erwartet. Übrigens eine typische frage früher bei der Musterung: Ah Herr Gätjen, sie wollen nicht zum Bund, sie verweigern den Dienst an der Waffe, aber was würden sie machen, wenn jemand vor Ihren Augen Ihre Freundin angreift und neben Ihnen liegt eine Waffe? Würden sie davon gebrauch machen? Zur Antwort komme ich später.
Jetzt sitze ich erstmal dem Mann gegenüber, der in „300“ König von Sparta war, der neben Christian Bale Drachen bekämpfte, im Film Katherine Heigl und Jodie Foster verführte und im echten Leben angeblich die Herzen von Jessica Simpson, Lindsay Lohan und Kate Hudson brach. Er ist ein Tier, Mitte/Ende 1,80m groß, breitschultrig und sehr sympathisch. Breites Grinsen im Gesicht und einer immensen Ausstrahlung. Mit seinem amerikanisch-schottischen Englisch wirkt er cool, aber auch witzig. Seinen Erfolg kann er immer noch nicht fassen, genießt es aber ungemein, tausend verschiedene Rollen zu spielen. Und jetzt kommen wir zur oben angesprochen Frage, was würde er machen, wenn jemand, eine sehr nahe stehende Person aus seinem Umfeld, verletzten, angreifen oder sogar töten würde? Sein ganzer Körper spannt sich an, seine Augen flammen auf und er sagt: Selbstjustiz ist etwas Verabscheuungswürdiges und sollte nicht toleriert werden. Aber ganz im Ernst, ich wüsste nicht, was ich einer solchen Situation machen würde, ob ich noch rational denken würde. Der- oder diejenigen die das machen würde, müssten sich richtig warm anziehen. Bei dieser Antwort lehnt er sich zurück und verschränkt seine Oberschenkel, dass die Muskeln aufblitzen. Äh, Entschuldigung seine Oberarme verschränkt er, aber die sehen aus wie Oberschenkel. Ein super Interview, das einen mehr über den Film nachdenken lässt, als man anfangs vermutet hat.
Nächste Woche erzähl ich Euch mehr über die Premiere von „2012“.
Tags: A christmas Carol, Christian Bale, Colin Firth, der filmblog, Disney, Eine Weihnachtsgeschichte, Gerard Butler, Gesetz der Rache, Jamie Foxx, Jim Carrey, Steven Gätjen
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Donnerstag, Oktober 15th, 2009
Meine lieben Filmfreunde,
es ist mal wieder soweit gewesen, nach langer, langer Zeit fand endlich mal wieder eine Premiere in meiner Heimatstadt Hamburg statt. Das ist insofern außergewöhnlich, da Berlin eigentlich alles abgreift, was international relevant ist. Das ist manchmal sehr schade, denn beim Publikum hat man in der Hauptstadt ab und an das Gefühl der Übersättigung. Es sei denn Brad Pitt zieht sich aus, werden alle Stars, die einen Film vorstellen, mit gelangweilter Miene und einem manchmal eher mäßigen Applaus beglückt. Wie gesagt ab und an. Das Norddeutsche Publikum ist da viel hungriger. Früher war das Streits Kino, das Mekka der Stars von Roger Moore bis hin zu Sophia Loren, Sie gaben sich ein Stelldichein in diesem altehrwürdigen Lichtspielhaus an der Alster. Jetzt nun Vince Vaughn, Jason Bateman, Kristen Bell und Malin Akerman.
Aber jetzt erstmal von vorn. Die 4 Schauspieler samt Produzent und Regisseur im Gepäck flogen aus Moskau ein. Da hatten sie am Abend zu vor es logischerweise richtig krachen lassen und mal die ein, oder andere Sorte alkoholischer Getränke probiert und zu sich genommen. Was normalerweise den absoluten Super GAU für jeden Journalisten bedeutet. Stars mit wenig Schlaf und Hangover sind schwierig und haben meist auch keine Lust Fragen zu beantworten. Ganz anders die Stars von „All Inclusive“ ein Film den Vince Vaughn mit seinem Freund und Kollegen Jon Favreu zusammen schrieb. Vince hatte die Idee und präsentierte sie John bei der Verleihung des „Spy Awards for the best Male Movie of all Time“ für „Swingers“ in Los Angeles. Komisch wie sich da der Kreis schließt. 1996 hatten sich beide, damals glück und arbeitslose Schauspieler in einer Bar in Hollywood kennen gelernt und beschlossen diesen Film gemeinsam zu drehen. Der Rest ist Geschichte, beide sind mittlerweile Riesenstars in den USA und auch eigentlich im Rest der Welt. John dreht Filme wie „Iron Man“ als Regisseur und Vince führt den so genannten „Frat Pack“ an, dem Owen und Luke Wilson, Will Ferrell und Ben Stiller unter anderem angehören und die eine super erfolgreiche Komödie nach der nächsten drehen. Jetzt bin ich mal wieder von meiner eigentlichen Geschichte abgekommen, also was ich sagen wollte ist wie entspannt die alle waren von „All Inclusive“. Vince Vaughn schlendert durch
die Gänge des Park Hyatt Hotels begrüßt jeden Journalisten freundlich und hat einen Riesenspaß. Im Interview sappelt er fröhlich vor sich hin, hört genau zu, ist interessiert was die deutschen Fußballnationalmannschaft gerade so treibt, wo man sich denn was in Hamburg anschauen sollte und freut sich auf den Premierenabend. Kristen Bell und einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler Jason Bateman, sitzen gemeinsam in einem Raum, weil sie im Film ein Ehepaar spielen, mehr wird erstmal nicht verraten. Beide haben sich glaube ich darauf verständigt über alles zu sprechen was nicht mit dem Film zu tun hat und spielen sich die Bälle nur so hin und her. Sehr spaßig, aber manchmal schwierig zu verfolgen. Weil der ein oder andere Insider dabei ist. Übrigens ein sehr beliebtes Spiel bei Schauspielern und Schauspielerinnen. Vor einer Pressekonferenz bekommt jeder eine Liste mit 5 Wörtern die irgendwann in eine Antwort einfließen müssen. Das können Worte wie Zylinderkopfdichtung, Hummer, Eis am Stiel oder andere Sachen. Für die Schauspieler ein Riesenspaß für die Journalisten manchmal sehr befremdlich. Das Beste was man in einer solchen Situation machen kann ist ruhig bleiben oder mitmachen. Ich habe mich für Variante 2 entschieden und immer fröhlich meinen Senf dazugegeben, wenn wieder darüber gesprochen wurde wie wichtig es doch ist sich am Set in seinem Adams Kostüm zu präsentieren.
Das hat sehr viel Spaß gemacht. Aber der Knaller kam erst im Interview mit Malin Akerman. Einer ganz bezaubernden Schwedin, die man mittlerweile in vielen Filmen bewundern konnte („Watchmen“, „Nach 7 Tagen ausgeflittert“). Wir plauderten also ganz entspannt, als plötzlich die Tür zum Interviewraum aufging. Ein absolutes No-Go. Der Ton ist versaut, weil eine ganze Menge auf den Gängen passiert und der Interviewpartner aus dem Konzept gebracht wird. Ich dachte schon, wer kann das nur sein?! Und wer guckt da um die Ecke: Vince Vaughn. „Hey“, sagt er, „Steven da bist Du ja und meine Lieblingspartnerin Malin. Kann ich mich zu Euch setzen.“ Ganz im Ernst so etwas habe ich noc
h nie erlebt. Vince nimmt sich einen Stuhl und setzt sich hinter Malin und mich. Das einzige was ich sagen kann ist: „Und jetzt?“ Daraufhin Vince: „Ich höre mir jetzt mal an was Ihr Euch so zu erzählen habt und kommentiere das pantomimisch. Malin und ich: „OK“. Ab jetzt wird es interessant, bei jedem Satz der länger geht als 3 Wörter tut Vince so als wenn er schlafen würde. Jedes mal wenn Malin, aber das Wort Sex in den Mund nimmt, wacht er wieder auf. Großartig. Ein wirklich sehr witziges und spannendes Interview. Übrigens zu sehen kurz vor dem Kinostart von „All Inclusive“ auf Blockbuster TV auf prosieben.de. Ein wirklich sehr spaßiger Anfang eines tollen Tages. Abends auf der Premiere ist Vince in Topform und die beiden Damen absolut hammermässig angezogen. Vince macht die Geschichte zu einer One-Man-Show singt, erzählt und hat einfach nur eine Menge Spaß. Die Gäste danken es ihm mit einem tosenden Applaus der weit über die Grenzen der Hansestadt zu hören war. Wäre der Film doch nur so toll wie die Gäste. Man kann ihn sich ganz entspannt anschauen, er tut keinem weh, aber an einigen Ecken und Enden haperte es dann doch. Das sei unseren Gästen aber definitiv verziehen. Sie können alle gerne mitsamt ihrer Filme wiederkommen.
Bis nächste Woche
Euer Steven Gätjen
Tags: All inclusive, Couples Retreat, der filmblog, Jason Bateman, Malin Akermann, Steven Gätjen, Vince Vaughn
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Mittwoch, Oktober 7th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
es ist mal wieder an der Zeit ein bisschen in der Vergangenheit zu stöbern. Nach dem ich Euch schon letzte Woche gebeichtet habe, dass mein Vater dafür gesorgt hat das wir Kinder Cineasten werden, möchte ich dieses Bild jetzt gerne noch mal komplettieren. Warum gehen wir eigentlich noch ins Kino? Man kann doch heutzutage fast zu Hause echtes Kinogefühl schaffen, mit der Technik die im Home Entertainmentbereich existiert. Das mag wohl sein, aber ganz im Ernst, wie Geil ist es mit 50 bis 1500 anderen Besuchern im Kino zu sitzen und zu lachen, wenn alle oder keiner lacht. Das Schmatzen und Geraschel der Popcorn und Ein-Liter-Cola Getränkedosen zu hören. Wenn es auf einmal muxmäuschenstill im Kino wird und man sogar eine Stecknadel fallen hören könnte, weil es gerade so spannend ist. Diese Atmosphäre kann man zu Hause nicht schaffen. Deshalb ist Kino großartig. Das 25te mal Dirty Dancing oder Star Wars könnt ich Euch natürlich zu Hause rein pfeifen.Da habe ich ja wieder einen riesigen Bogen gemacht, um zu meinem eigentlichen Thema zu kommen, das Autokino. Genauso wie mittlerweile viele Tierarten, steht diese Spezies des Kinos mittlerweile auf der Liste der bedrohten Lichtspielhäuser. Ich weiß noch nicht einmal, ob es im deutschsprachigen Raum noch ein Autokino gibt?! Weiß das jemand von Euch?
Ich war mit meiner Familie, meinen Freunden und einem meiner ersten Dates in einem Autokino. Das war großartig, zwar hatte es nie das was ich oben gerade als non plus Ultra des Kino beschrieben habe, es sei denn man war mit einem Bus vor Ort und hat Fremde eingeladen, aber es war spitze. In den 80er Jahren waren die Vorschauen noch nicht von der FSK zensiert und daher kamen wir in den Genuss von manchmal unglaublichen Filmtrailern. Japanische Splatterhorrorfilme, in denen Menschen zersägt, Softpornos in den Frauen flach gelegt und Blockbuster in denen Städte platt gemacht wurden. Das kann man sich Heutzutage gar nicht mehr vorstellen, aber für uns pubertierende Jungs war das großartig. Mein Vater hat es geliebt, seine 3 Söhne und alle Freunde die noch reinpassten mit zu nehmen. Das war immer ein riesiges Erlebnis, vor ab haben wir uns eingedeckt mit allem und jedem was die Süssigkeitenabteilung der großen Supermarktketten hergegeben hat. Mittwoch war immer Familientag, da bezahlte man nur pro Auto, an allen anderen Tagen ging es immer pro Person. Wir haben uns dann kurz vor der Einfahrt ins Kino immer in unserem alten Mercedes Kombi im Kofferraum unter einer Decke versteckt, damit wir weniger löhnen mussten. Dann am Plätzchen angekommen, holte man sich von der Servicestation einen alten Heizlüfter, den man auf den Boden im Auto stellte und
hängte sich eine Lautsprecherbox ins Fenster. Mieser Ton, aber es ging ja auch ein bisschen um das Erlebnis. Der erste Film den ich im Autokino gesehen habe war: Excalibur! Gedreht im Jahr 1981 von John Boorman mit Helen Mirren, Nigel Terry, Patrick Stewart und Gabriel Byrne und vielen anderen. Was für ein Spektakel auf der Leinwand! Überall Blut, Ritter in goldenen und silbernen Rüstungen und draußen, hinter, vor und seitwärts neben dem Auto strömender Regen. Besser kann so ein Abend nicht sein. 1982 sogar für einen Oscar nominiert. Ein Muss für jeden Kinofan. Und jetzt kommt es noch besser: Angeblich planen Warner Bros. und Regisseur Bryan Singer ein Remake dieses Knallers. Hoffentlich eröffnen bis dahin wieder ein paar Autokinos. Nächste Woche treffe ich Vince Vaughn und erzähle Euch dann wie er so drauf ist.
Bis dahin alles Gute und Liebe Grüße
Euer Steven Gätjen
Tags: Bryan, Dirty Dancing, Excalibur, Filmblog, Singer, Star Wars, Steven Gätjen
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Mittwoch, September 16th, 2009
Hallo liebe Kinofans & Freunde,
heute geht es nicht nur mit dem Kinoblog in eine neue Runde, in einem neuen hübschen Gewand, Dank der engagierten und kreativen Arbeit der weLike Mitarbeiter, sondern auch bei Pixar/Disney. Der mittlerweile 10te Kinofilm des Computeranimationsstudios steht ins Haus. Wahnsinn was die bis dato geleistet haben. Erinnert Ihr Euch noch an den ersten Film: Toy Story. Damals von allen belächelt und als behinderter Auswuchs der Filmindustrie abgeschrieben. Der Erfolg gab den so genannten Freaks damals recht und schon folgte ein Kassenschlager nach dem nächsten. Das faszinierende daran war, im Kino zu sitzen, neben einem die Großeltern, hinter einem eine Gruppe an Kindern, vor einem ein knutschendes Paar. Alle waren vertreten und sie alle haben gelacht, nicht immer an den gleichen Stellen, aber sie alle hatten Spaß. Unglaublich, das sc
hafft eigentlich kein Film heutzutage, aber warum? Das kann man mit einem Satz, den Pixars Oberguru John Lasseter (Die Unglaublichen, Wall-E, Ratatouille) von sich gab, beantworten: „Wir bei Pixar halten unser Publikum, ob groß oder klein, für sehr, sehr intelligent.“ Ich komme vom Fernsehen, da wird das Programm mittlerweile nach dem Prinzip, auch der dümmste muss es verstehen, oder zumindest glauben er versteht es. Und genau das ist der Unterschied. An jedem Film den die Pixar Jungs und Mädels machen sitzen sie 5 Jahre. Nicht weil sie darauf warten, dass die Computer besser werden und sie noch unglaublichere Landschaften und Figuren erschaffen können, sondern weil sie so lange an der Geschichte feilen und arbeiten. Jede Figur stimmt bis ins kleinste Detail, jede Geschichte ist wagemutig, kreativ und einfach faszinierend. Ich meine, wer kommt schon auf die Idee, Superhelden verklagen zu lassen, weil sie jemandem helfen wollten und der sich dabei verletzte, so dass sie nicht mehr Superhelden sein dürfen: Die Unglaublichen. Wer erfindet die Geschichte rund um einen kleinen Fisch der seinen Sohn bis nach Sydney verfolgt um ihm zu retten: Findet Nemo. Und wieso sprengt ein Roboter an den Kinokassen das Boxoffice, der noch nicht mal sprechen kann und die Hälfte des Films alleine auf einem Planeten Müll wegräumt. Das sind doch wirklich geile Filmgeschichten.
Der neueste Coup „Oben“ dreht sich um einen grantigen alten Rentner, der seiner Frau gegenüber ein Versprechen einlösen will. Mehr kann und möchte ich Euch zu diesem Film nicht verraten, aber ich kann Euch eins versprechen, mit diesem Film haben sich Pete Doctor & Bob Peterson, die Drehbuchautoren und Regisseure noch einmal selbst übertroffen. Die ersten 20 Minuten sind großartig. Das tolle daran ist, die Lebensgeschichte von Carl Fredericksen, dem alten Mann, wird erzählt, ohne Erklärungen. Jedes Bild spricht Bände, ohne das eine Synchronstimme alles kaputt redet. Man wird von Carls Schicksal sofort mitgerissen und berührt. Etwas das man in dieser Art und Weise bisher noch nie bei Pixar Filmen gesehen hat. Meine absolute Lieblingsfigur bei diesem Film ist aber der Pfadfinderjunge Russell, der seinen Optimismus und seinen Glauben an das Gute in der Welt durch nichts erschüttern lässt. Um den Film zu promoten haben sich Disney/Pixar eine tolle Aktion ausgedacht. Auf dem Leipziger Platz stand ein, von einer englischen Firma entworfener und gebauter, Ballon, der dem fliegenden Haus aus „Oben“ sehr ähnlich sah. Anschließend tauchte Dirk Bach auf, der im Film einem sprechenden Hund seine Stimme leiht, warum er sprechen kann müsst ihr selbst herausfinden (Die frage aller Fragen war: Wie viele Ballons braucht man damit Dirk Bach abhebt? Und die sollte beantwortet werden. Das ist gar nicht so einfach, Dirk ist nämlich nicht nur im Showgeschäft ein Schwergewicht, oder wie ein Kollege sagte, der einzige Mann Deutschlands der genauso breit wie hoch ist. Super sympathisch und für jeden Schabernack zu haben, ließ sich Dirk bereitwillig einen Fallschirmspringgurt anlegen und an jeder Schulter einen haken platzieren, an denen Ballons mit einem Durchmesser von 2,00 Meter platziert wurden. Was für ein geniales Bild. Nach 120 Ballons schwebte er dann knappe 3 Meter über dem Boden. Wie Karlsson vom Dach. Die Fotografen hätten Ihn gerne noch höher geschickt, aber das war bei den Winden und bei der Zugkraft der Ballons definitiv zu gefährlich. Nicht nur eine lustige Aktion, sondern auch ein großartiger Film. Ich bin mir sicher, wenn ihr jetzt nicht eine totale Abneigung gegenüber Pixar Filmen habt, werdet ihr Ihn lieben. Freut Euch auch auf den genialen Vorfilm. Also bis nächste Woche.
Ach ja, das mit den Ballons bitte nicht selbst ausprobieren!
Bis nächste Woche,
Euer Steven Gätjen
Tags: Animationsfilme, Dirk Bach, Disney, Filmblog, Oben!, Steven Gätjen
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Dienstag, September 8th, 2009
Moinsen meine lieben Filmfreunde,
heute möchte ich mich einem Genre zuwenden mit dem ich über die Jahre hinweg immer ein Problem gehabt habe, dem deutschen Film. Ich kann Euch auch ganz genau sagen warum, es gibt natürlich einige Lichtblicke an Filmen, Schauspielern, Regisseuren und Produzenten, aber vieles was ich auf der Leinwand gesehen habe, ist entweder schlecht kopiert oder einfach nur schlecht gemacht. In Deutschland halten sich alle Schauspieler für Künstler, ist ja in einem gewissen Sinn auch richtig, aber warum bedeutet das gleich, jede Rolle hat eine „Message“ und jeder Film eine viel tiefer liegende Wertigkeit. Warum kann ein Film nicht auch einfach nur unterhalten? Spaß machen? Wir beherrschen es immer wieder perfekt unsere Geschichte zu sezieren, analysieren und mit ihr klar zu kommen. Versteht mich nicht falsch, das ist ganz wichtig und wird auch großartig gemacht. Aber wo ist die Leichtigkeit, der Witz, der Spaß. Warum kann eine Schauspielerin oder ein Schauspieler nicht einfach sagen: „Das war total geil und hat riesigen Bock gemacht.“ Jeder versucht einem erstmal zu erklären wie unglaublich er/sie sich mit der Rolle auseinandergesetzt hat, was für emotionale Höhen und Tiefen durchlaufen werden mussten. Und am Ende stellt man fest sie haben eine Leiche gespielt. Ich wollte dieses Thema anschneiden, weil ich mit Euch gerne über zwei Filme sprechen möchte, die aus Deutschland kommen und in die Kategorie Unterhaltung fallen.
Zum einen „Gangs“ mit den Ochsenknecht Jungs. Hier hat sich eine Produktionsfirma aufgemacht „The Outsiders“, „Rumble Fish“, „The Wanderers“ und „Denn sie wissen nicht was sie tun“, einzudeutschen. Warum nicht?! Gute Idee und das funktioniert auch zum größten teil. Das einzige Problem ist der Film kann sich nicht entscheiden, bin ich ein „Coming of Age“ Drama oder eine Liebesgeschichte und so gibt es eine Reihe an Handlungssträngen die nicht nachvollziehbar sind. Trotzdem spannend zu sehen wie sich Wilson und Jimi Ochsenknecht über die Jahre verändert und gemausert haben. Der Film wird genau das für die Zielgruppe sein, was wir früher an „The Outsiders“ gemocht haben, rebellisch und ein bisschen dreckig. Trotzdem hätte ich mir mehr Mut von den Produzenten und von Disney gewünscht. Wenn man so einen Film macht, dann muss man auch volles Risiko gehen und nicht halbherzig, einen mit gebrochenem Herzen saufenden Jimi Blue (passt ja in diesem Fall) halbherzig an einer Rocker Bar platzieren. Dann muss es richtig knallen. Der Weg ist richtig, die Umsetzung aber leider nicht ganz gelungen. Während des Interviews mit den Darstellern ist mir eine der peinlichsten Sachen aller Zeiten passiert: ich habe tierische Schwitzanfälle bekommen! Wahnsinn mir lief die Suppe nur so runter. Wechseljahre, Stoffwechselprobleme, Nervosität. Ich glaube ein bisschen von allem. Die Jungs und Mädels müssen wirklich gedacht haben: „Alter, was ist denn mit dem alten Mann los?!“ Aber nix schlimmes passiert, niemand weggeschwemmt worden und gestunken hat es auch nicht.
Machen wir direkt weiter mit dem neusten Film von Michael „Bully“ Herbig. Bully hat es geschafft sich einen Status zu erarbeiten, mit dem er wirklich alles machen kann. Und das ist gut so! Denn so einer wie Bully funktioniert nur, wenn er sich kreativ komplett entfalten kann, ohne dass ihm Steine in den Weg gelegt werden. Sein Erfolg spricht für seinen Anspruch. Man muss sich mal anschauen, was er unglaubliches geschafft hat. „Der Schuh des Manitu“ eine Persiflage auf die Western Filme mit einem schwulen Indianer. „Traumschiff Surprise“ Persiflage auf das Sci-Fi Genre mit unglaublichen Special Effects. „Lissi und der wilde Kaiser“ ein Animationsfilm. Und jetzt die Verfilmung einer der beliebtesten Kinderserien aller Zeiten „Wickie und die starken Männer“. Da kann man sagen was man will, dieser Mann hat unglaublich Eier in der Hose und den Midas Touch. Was er anfässt wird ein Erfolg. Als Filmemacher ein unglaublich akribischer und wie man vielleicht nicht vermuten würde ernster Produzent und Regisseur, aber als Typ immer noch der gleiche von früher. Sein Ziel mit „Wickie und die starken Männer“ möglichst so nah an der Zeichentrickserie zu bleiben wie möglich, nicht geschichtlich akkurat, sondern unsere Kindheitserinnerungen mit einem Realfilm zu neuem Leben erwecken. Das ist ihm absolut gelungen. Tolle Darsteller von Wickie über Tjurre, Snorre, Urobe bis hin zu faxe. Einige Profis, andere, neue Talente. Die Premiere wurde vom Publikum frenetisch
gefeiert. Auch weil Bully nicht nur Drehbuchautor, Regisseur, Co-Produzent und Schauspieler war, sondern weil er auch das Titellied „Father and Son“ gemeinsam mit Sasha intonierte. Nicht schlecht, bin mal gespannt, was er als nächstes macht. Auf der Premiere ebenfalls mit von der Partie mein absolutes Fernsehidol: Joachim „Blacky“ Fuchsberger. Dieser Mann ist eine Legende und hat eine so unglaubliche Ausstrahlung, mit so viel Wärme: Gigantisch. Solche Leute bräuchte das Fernsehen heute noch. Außerdem natürlich Michael Mittermaier und Rick Kavanian, für mich zwei großartige Comedians und wirklich unglaublich tolle Typen. Und jetzt stellt Euch mal vor ein deutscher Judd Apatow, den es bestimmt gibt, schreibt für die Jungs einen Film. Eine Komödie, keine Persiflage, keine Kopie eines amerikanischen oder englischen Films, sondern ein Originaldrehbuch. In den Hauptrollen Germanys Finest Comedians: Bully, Christian Tramitz, Oliver Kalkofe, Rick Kavanian, Michael Mittermeier…etc. Wäre das nicht geil. Da sind jetzt leider wieder mit mir die Pferde durchgegangen. Ich geh sie mal einfangen und wir sehen, sprechen, lesen, hören nächste Woche wieder voneinander.
Bis dahin, alles Gute
Tags: Bully, Filmblog, Gangs, Ochsenknecht, Steven Gätjen, Wickie
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Donnerstag, August 27th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
worüber spricht man, wenn man auf einem Fest, Essen, Geburtstag oder einer Firmenfeier eingeladen ist. Genau! Ich habe auch keine Ahnung. Meine neue Lieblingssocialfrage lautet deshalb immer, um das Eis zu brechen: „Wenn jetzt eine gute Fee vor Ihnen landen würde und Sie dürften sich aussuchen, ob sie lieber ein berühmter Rockstar, Schauspielstar oder Sportstar sein wollen?! Was würden Sie wählen?“
Ich hätte mich ganz klar für Rockstar entschieden, am besten bei Bon Jovi in der band. Das ist eine andere Geschichte. Was das jetzt alles mit Kino zu tun hat, kann ich Euch ganz genau sagen. Denn das hat heute etwas mit dem Film zu tun. Denn meiner Ansicht nach müsste noch eine vierte Option zur Debatte gestellt werden und zwar: „Mit einem seiner besten Freunde gemeinsam erfolgreich sein“. Wie würdet ihr entscheiden? Warum? Ganz einfach: Judd Apatow und Adam Sandler sind das beste Beispiel. Sie waren zu Gast in Berlin um ihren neuen Film „Funny People“ zu deutsch „Wie das Leben so spielt“ vorzustellen. Sie gaben nur gemeinsam Interviews. Warum? Weil sie während des Studiums zusammen gewohnt haben. Das ist mittlerweile fast 20 Jahre her. Es ist unglaublich schwierig 2 Menschen zu gleich zu interviewen. Man hat nie richtig die Möglichkeit nur einem der beiden eine Frage zu stellen, weil sich dann, der andere übergangen fühlt. Das bedeutet man wird allgemein und das ist auch wieder nicht gut, weil man dann nicht das bekommt, was man eigentlich braucht. Schwierig, schwierig. Bei Adam und Judd ist das ein bisschen anders. Ich habe mir vorgestellt ich sitze mit meinem besten Kumpel da und muss Fragen beantworten. Das wäre ein richtiger Spaß. Da sitzen also nun diese beiden, Anfang Vierzigjährigen, Herren, der eine mit Vollbart, Sneakers und Polohemd, der andere mit einem viel zu großen Hemd und diesem typischen spitzbübischen Lächeln und warten auf meine erste Frage.
Wie steigt man ein? Will man auch witzig sein oder sachlich, charmant oder schüchtern. Egal, einfach Feuer frei. „Wie ist das so mit seinem besten Freund zusammen zu arbeiten?“ Und jetzt geht es los, beide gucken sich an, wie man das nur unter guten Freunden tut, tausende von Gedanken schießen den beiden jetzt durch den Kopf und schon wieder denke ich daran wie Blicke von meinem besten Freund mich gleich in Lachlaune versetzen. Hier ist es nicht anders. Sie gackern, sie pisacken sich, sagen Insider und haben sichtlich Spaß. Warum auch nicht, sind die beiden doch immer jung geblieben und werden es auch immer bleiben. Kurz zum Film. „Wie das Leben so spielt“ ist nicht autobiographisch, aber zum großen Teil angelehnt an das Leben der beiden. Als aufstrebende Stand-Up Comedians, wie das so ist zusammen zu leben. Und weil so viele Geschichten erzählt werden können werden diese in dem Film auf die Köpfe vieler verschiedener großartiger amerikanischer Schauspieler (ich benutze bewusst diesen Ausdruck, weil die Comedians hier auch wirklich spielen können) verteilt. Seth Rogen, Jonah Hill und Jason Schwartzmann sind neben vielen anderen dabei.
Zurück zum Interview. Wir diskutieren darüber, ob es wichtig ist heutzutage Fäkalhumor in Filme einzubauen. Viele Stand-Up-Shows in den USA handeln vom Intimbereich und seinen Geräuschen, Ausdünstungen und allerlei anderen Dingen. Kann man ja machen, aber muss das sein. Judds Antwort: „Ja warum nicht, warum muss man denn andere Leute im Film erschießen, da zeige ich doch lieber einen Pimmel und die Leute fangen an zu lachen“. Daraufhin sage ich: „Der ultimative Film wäre
dann also, wenn jemand von einem Pimmel erschossen werden würde?!“ Stille. Immer noch Stille. Beide gucken mich an. Nichts passiert. Ich warte darauf das gleich zwei riesige Security Guards reinkommen mich am Hemdkragen packen und mich teeren und federn. Und dann auf einmal fangen sie schallend an zu lachen und sagen: „Junge, Du hast es geschnallt. Genauso entsteht Stand-Up Comedy. Man spricht mit Freunden über ein Thema und eine Pointe jagt die andere, bis es einer geschafft hat die anderen zu toppen.“ Wow, heißt das jetzt ich bin deren Freund. Natürlich nicht Gätjen, wach mal auf und dreh nicht durch. Aber das ist schon toll, wenn 2 der lustigsten Leute aus Film & Fernsehen über einen lachen. Nette beste freunde. Ach ja eine schöne Geschichte die im Gespräch mit Leslie Mann, der Ehefrau von Judd ans Tageslicht kam, ist das sie Adam Sandler schon länger als Ihren Mann kennt und das kam so. Vor Jahren stand sie gemeinsam mit ihren Mädels an einer Bar in Hollywood. Nicht unweit von ihr stand Adam mit seinen Kumpels, von denen viele noch mit ihm zusammen arbeiten. Plötzlich kam einer der Herren mit einem Zettel zu Leslie, auf dem in Ketchup geschrieben stand: Nice Back! Der Freund fragte, ob Leslie nicht Lust hätte seinen Kumpel Adam kennen zu lernen und mit rüber zu kommen. Wenn er mich kennen lernen will, soll er rüberkommen. Ein „Wer kommt zu wem“ Stand Off an der Bar, dem sich keiner fügen wollte. Ein paar Wochen später trafen sich Judd und Leslie, mochten sich und gingen gemeinsam zu einer Geburtstagsparty. Wer war noch da? Natürlich Adam. Leslie schrie quer durch den Raum: „Hey Ketchup Man!“ Und damit war das Thema vergessen und das Eis gebrochen. Sie arbeiten immer noch zusammen und schätzen sich sehr. Was lernen wir daraus? Keine Ahnung, vielleicht nicht ein Mädchen mit Ketchup Botschaften anbaggern, oder immer seinem Bauchgefühl folgen?! Nein, Freunde sind super! Und „Funny People“ ebenfalls.
Bis nächste Woche
Euer
Tags: Adam Sandler, Filmblog, Funny People, Judd Apatow, Steven Gätjen
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Mittwoch, August 19th, 2009
Moinsen,
heute geht es um ein Thema das die Kinobetreiber und vor allen Dingen die Filmproduktionsfirmen und Verleiher retten soll und einem dazugehörigen Film der bald über unsere Leinwände flimmert. Aber „first things first“. Ich bin ein
NERD, denn ich gehe auch bei strahlendem Sonnenschein ins Kino. Oder bin ich etwa einfach mittlerweile zu alt für die Hitze da draußen. Ab 25 Grad Celsius aufwärts zieht mein Leben in Zeitlupe an mir vorüber. Früher konnte es gar nicht heiß genug sein, jetzt verschwinde ich lieber in ein klimatisiertes Kino und lasse mich dabei auch noch unterhalten. Alleine bin ich mit dieser Volkskrankheit nicht, denn die Zahl der Kinobesucher ist in den letzten Monaten, trotz des manchmal brüllenden Sommers und auch Dank der Blockbuster „Harry Potter 6“ und „Transformers 2“, gestiegen. Dennoch ist die Suche nach dem heiligen Gral der Kinozukunft heißer denn je. Videopiraterie setzt den Kinos zu, die Tickets werden teurer und die Angst größer, bald niemanden von seinem eigenen Sofa vor dem Plasmabildschirm mit privater Dolby Surround Anlage, in die großen Säle zu locken. Da kommt eine Erfindung die besonders Ende der 80er Anfang der 90er Jahre als Heilsbringer gepriesen wurde gerade recht: 3D Filme. Och Mensch Gätjen, das ist doch ein alter Hut, ja aber nicht wie wir es in Zukunft erleben werden. „Ice Age 3 3D“ war großartig, „Monsters vs. Aliens 3D“ ebenfalls super, „Coraline 3D“ nicht nur wegen der tollen Geschichte von Henry Selick ein fantastischer Film machten den Anfang, aber jetzt geht’s richtig los, 1 Woche vor dem Weihnachtsmann ist er wieder da: James Cameron.
Für Zelluloidfans fast noch wichtiger als der Mann mit dem großen Sack voller Geschenke.
Am 17.12.2009 schauen nicht nur Kinogänger auf die Schlange vor den Kinos, sondern auch deren Betreiber, die Filmverleiher und die Filmproduktionen. Denn sollte das passieren was alle momentan nur hinter vorgehaltener Hand tuscheln, dann ist das Kino gerettet. Denn die 3D Technik von James Camerons „Avatar“ wird neue Maßstäbe setzen, die auf der Heimanlage verpuffen und nur auf der großen Leinwand funktionieren.
Die Website des Verleihers und des Films ist in den letzten Tagen gecrashed, weil, man halte sich fest, einen 20-minütigen Ausschnitt in ausgewählten Lichtspielhäusern zeigen will und jeder ein Ticket haben wollte. Wir reden hier von 20 Minuten eines Minimum 2 Stunden Films. Ist das der Hammer. Der selbst ernannte „King of the world“ hat schon mit „Titanic“ neue Maßstäbe gesetzt. Die letzten zehn Jahre hat er jetzt an der Technik für „Avatar“ gefeilt. Auf dem Set gilt er als Despot und Diktator und seine cholerischen Ausbrüche sind legendär. Niemand der mit ihm je zusammen gearbeitet hat, wird aber behaupten, das er nicht ein unglaubliches Talent und Gespür beim erzählen von Geschichten und der Realisierung hat. In den letzten Monaten konnte ich mit einigen Schauspielerinnen sprechen die in diesem neuen Meisterwerk zu sehen sein werden. Sigourney Weaver, die dem „Bärtigen“ eine ganze Menge zu verdanken hat, sprach von dem Erlebnis, als wenn sie vorher eine Pille eingeschmissen hätte. „Sie sei die ganze Zeit blau angemalt gewesen und hätte auch nur vor einer so genannten Green Screen gestanden.“ Auf die Frage, ob sie glaube das der Film erfolgreich werden könnte, antwortete sie: „Warum nicht!“ Äh ja Danke, Sigourney und nimm nächstes mal lieber die Blaue, als die Rote.
Zoe Saldana, frisch von der Star Trek Brücke, konnte ihr Glück überhaupt nicht fassen. Sie hätte mitgemacht, auch wens sie nur eine Blumenvase gespielt hätte. Äh, auch Dir vielen Dank und Du nimm lieber die Rote anstatt der Blauen. Die einzige Person mit Power und einem vernünftigem Kommentar war, wer hätte das gedacht, Michelle Rodriguez. Während im Nebenraum Paul Walker, im manchmal leider typischen amerikanischen „Ich höre nicht zu, aber antworte einfach“ Stil, auf Fragen zu „Fast and the Furious 4“ antwortete, begann die toughe Michelle erst zaghaft und dann wasserfallartig über „Avatar“ zu sprechen. James Cameron sei hart, aber fair, vor allen Dingen sei er ein unglaublich akribischer Arbeiter, der die Schauspieler, trotz all dem High Tech Kram um sie herum führt und leitet. Aber ein Satz zu seinem neuesten Werk von Michelle, ist mir wie ins Gedächtnis gebrannt. Sie sagte: „Wenn man „Avatar“ sieht, wird das so sein wie für die Menschen Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, als es plötzlich den Farbfilm gab.“ Äh Moment, habe ich das richtig verstanden, sag das noch mal, wie meinst Du das? „So wie ich es sage, das was man sehen wird, hat es in dieser Form noch nicht gegeben, „Avatar“ wird neue Maßstäbe setzen und das Kino nachhaltig verändern.“ Wow, was für eine Aussage. Seid ihr jetzt genauso wuschig auf den Film wie ich, das hoffe ich doch. Sollte einer oder eine von Euch Karten für den 20minütigen Trailer ergattert haben, dann schreibt mir bitte, ob es wirklich so anmutet wie Frau Rodriguez gesagt hat, oder ob man wie Zoe und Sigourney, na ihr wisst schon. Was, damit ich keine Multimillionen Dollar Klage abbekomme, natürlich überhaupt nicht stimmt. Die beiden waren einfach nur verwirrt, glaube ich. Also geht schon mal ins 3D Trainingscamp und schaut alles an was gerade im Kino in 3D läuft, es lohnt sic.
Bis nächste Woche
Euer
Steven Gätjen
Tags: 3D Filme, Avatar, Filmblog, James Cameron, Steven Gätjen
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Mittwoch, August 12th, 2009
Moinsen meine lieben Filmfreunde,

heute schreibe ich ein bisschen wie ein verliebter Teenager über ein Ereignis dem ich persönlich beiwohnen durfte.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Nena war meine erste große Starliebe, dann kam lange nichts. Bei den ersten Oscars die ich vom roten Teppich aus moderieren durfte, verfiel ich dann einer knackigen Angelina Jolie und jetzt seit ein paar Jahren schlägt mein Herz schneller, wenn ich Penelope Cruz auf der großen Leinwand sehe.
Was für eine Frau, ich glaube das es kaum jemanden gibt, der mir widersprechen wird, wenn ich sage: eine absolute Granate. Das schlimme bei solchen Liebeleien ist, das man ja nicht weiß, wie die Person wirklich ist. Geht Penelope nach den Dreharbeiten oder Interviews nach Hause, nimmt die Perücke ab, schraubt an ihrem Holzbein, nimmt das Glasauge und die Zähne raus und quält Kinder und Tiere.
Keiner weiß es, aber die Möglichkeit ein bisschen mehr über diese Dame herauszufinden bot sich mir vergangene Woche bei der Premiere ihres neuen Films „Zerrissene Umarmungen“.
Natürlich von Pedro Almodovar, der mittlerweile vierte Film, den die beiden zusammen gemacht haben (nach „Volver“, „All about my mother“, „Live Flesh“).
In Berlin stand alles Kopf, Fragen über Fragen: Ist sie schwanger von Javier Bardem? Hat sie einen neuen Lover? Was für Wasser trinkt sie? Ist sie wirklich eine Spanierin oder eine Amazone von einem fremden Planeten?
Einige davon wollte ich auf den Grund gehen (sollte sie wirklich von einem anderen Planeten sein, dann bringt mich schnell dorthin, aber das ist eine andere Geschichte).
Der Moment kam an dem ich sie kurz vor der Pressekonferenz treffen sollte. Im edlen Hotel de Rome warteten ein spanischer Dolmetscher, eine Dame vom Filmverleih und ich auf Peneolpe. Erst schlenderten Pedro und sein Bruder Agustin an uns vorbei, in sportlichen Klamotten und extrem entspannt. Dann ging kurz die Tür von Penelopes Hotelzimmer auf, ein Fön und ein bisschen Gekicher waren zu hören und dann nach 5 weiteren Minuten erschien sie.
Und das ist jetzt kein Witz, auf der Leinwand sieht sie toll aus, aber in echt, noch viel, viel toller. Aber von Feuer keine Spur, sehr zurückhaltend und schüchtern sagte sie „Hallo“ und wir plauderten kurz über den Ablauf der bevorstehenden Frage und Antwort Runde.
Ob sie schwanger war oder nicht, habe ich in diesem ganzen Trubel vergessen, auch wenn viele Zeitungen ein Indiz darin sahen, das der Reißverschluss ihrer Hose nicht ganz zu war.
Vielleicht hat sie auch nur gut gegessen und wenn sie schwanger ist, wunderbar. Das freut doch alle.
In der Pressekonferenz beantwortete sie bereitwillig alle Fragen zum Film und ihrer Zusammenarbeit mit Pedro. Am Abend fand dann die große Premiere in der Kulturbrauerei statt. Unglaublich wie viele Stars und Sternchen sich angekündigt hatten und wie viele Fans am roten Teppich ausharrten. Kurz vor knapp erschienen dann die 3 spanischen Gäste unter dem Jubelgeschrei der Zaungäste.
Hinter der Bühne gab es ein erneutes Zusammentreffen und eine kurze Besprechung über den Bühnenablauf. Pedro war bestens aufgelegt und sagte zu mir: „Sag mal bist Du eigentlich nervös?“ Darüber hatte ich mir vor lauter Aufregung gar keine Gedanken gemacht und dann ging es los. Hundert mal hatte ich den Namen des gesandten der spanischen Botschaft, der unter den Gästen war, und meine Moderation wiederholt. Aber plötzlich war nichts mehr da. Ein kurzer Blick in Penelopes Rehaugen und neben dem Blackout kamen noch Schweißausbrüche dazu. Dann der Schritt ins Kino, kurz zusammenreißen und ab dafür. Hat dann doch alles geklappt, aber für kurze Zeit war ich wirklich ganz weit weg.
Ein toller tag und eine wirklich tolle Begegnung.
Bei all dem Teenie-Gesappel habe ich völlig vergessen etwas zum Film zu sagen. „Zerrissene Umarmungen“ ist nicht der beste Almodovar, streckenweise wirklich großartig, besonders wenn er seine Liebe zum Film zum Ausdruck bringt, aber manchmal auch unglaublich langatmig und langweilig. Penelope wird meiner Ansicht nach immer besser, besonders nach ihrem Oscargewinn für „Vicky Christian Barcelona“.
Bis zum nächsten mal,
Euer Steven Gätjen
Tags: Filmblog, Penélope Cruz, Steven Gätjen, Zerissene Umarmungen
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