Donnerstag, November 5th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
ich muss mich bei Euch entschuldigen, ich habe mich für ein paar Tage leider ausklinken müssen, da so viel zu tun war. Dafür habe ich aber ein paar spannende neue Sachen im Gepäck. Diese Woche war wieder geprägt von zwei aufregenden Kinotagen.
Los ging es mit der Weltpremiere von „A Christmas Carol – Eine Weihnachtsgeschichte“ in London. Wahnsinn, was sich Disney dafür ausgedacht hat. Der komplette
Leicester Square wurde in eine Winterlandschaft umgebaut. Anwesend waren Bob Hoskins, Jim Carrey, Robert Zemeckis, Robin Wright Penn, Colin Firth, Andrea Bocelli und die Produzenten. Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben. Kommen wir jetzt aber erstmal zu dem Film, der diesen ganzen Trubel verursacht hat. Robert Zemeckis gehört zur Creme de la creme Hollywoods, seine Freunde sind keine geringeren als George Lucas, Steven Spielberg und Peter Jackson. Auf sein Konto gehen die „Zurück in die Zukunft“ Filme und „Forrest Gump“. Seit ein paar Jahren nun macht er visuell ganz andere Filme. Robert, oder „Bob“, steht auf Motion Capturing oder auch Motion Captioning. Schauspieler bekommen einen schwarzen Samtanzug an, ein paar Elektroden an den Körper und werden mit jeder ihrer Bewegungen in verschiedene Computer eingescannt. Raus kommen dann Filme wie der „Polar Express“, „Beowulf“ oder jetzt „Eine Weihnachtsgeschichte“. Visuell wirklich beeindruckend und jetzt bei seinem nun mehr dritten Werk dieser Art, der absolute Wahnsinn. Wie detailliert das ganze ist und wie wahnsinnig die Landschaften aussehen, ist wirklich toll. Das einzige was mich ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, dass die Augen, trotz der perfekten Technik, leer wirken. Die Identifikation mit den Figuren wird dadurch geschmälert.
Apropos Charaktere. Jim Carrey leiht 8 Charakteren nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Stimme. Das ist besonders beeindruckend vor dem Hintergrund das seine Figuren mit unterschiedlichsten englischen Akzenten sprechen. Das macht er wirklich super und beeindruckte auch die internationale Journaille. Bei der groß anberaumten Pressekonferenz kam mir der Superstar, aber irgendwie ein bisschen komisch vor. Fast ein bisschen verunsichert. Seine Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel: Warum er bei diesem Film mitgemacht hätte?
Beantwortete er mit den Worten: Ich wollte dem englischen Volk eine der größten Geschichten der Welt zurückgeben! ??????Äh, Hallo, was hast Du gesagt?! Er war unglaublich ernst, aber auch ziemlich anbiedernd. So hätte ich ihn mir gar nicht vorgestellt. Super sympathisch und cool war Colin Firth. Jede Frage war für ihn ein Spaß und eine große Herausforderung. Ich wollte wissen, „Warum er es wichtig findet, dass die Geschichte so düster und gruselig erzählt wurde!“ Colin: „Ich mag Weihnachten nicht, auf einmal drehen alle Leute durch, die vorher zu Dir unfreundlich waren und jetzt wünschen sie Dir fröhliche Weihnachten und nur das Beste. Das ist doch verlogen. Ich mache das so häufig ich kann, aber Weihnachten total doof finden, kann ich ja auf Grund meiner Kinder ja auch nicht.“ Für Ihn ist der Bösewicht Scrooge übrigens der Held, weil jeder sich ein bisschen in diesem Fiesling selbst entdecken kann. Übrigens wer jetzt denkt, „Mensch da gehe ich mit meinen Kindern, Neffen, Patenkindern rein, dem sage ich nur Stopp!! Der Film ist wirklich beeindruckend, aber ganz schön düster und gruselig. Ich habe mir das ein oder andere mal auch fast in die Hosen gemacht, was nicht unbedingt was heißen soll.
Machen wir weiter mit dem nächsten Interview und dem dazugehörigen Film. Es gibt zur Zeit keinen Schauspieler der mehr arbeitet als er, Gerard Butler. Von einer romantischen Komödie zur nächsten und dann wieder ein bisschen Action zwischendrin. Logisch das man bei so viel Arbeit nicht nur als Schauspieler am Gewinn partizipieren will und deshalb hat er gerade auch eine Produktionsfirma gegründet, der Name „Evil Twin“. Das erste Projekt „Gesetz der Rache“.
Der Trailer hat viel Appetit auf diesen Film mit Jamie Foxx und Gerard Butler gemacht und das zu Recht. Ich habe ihn morgens um 9.00 Uhr gesehen, definitiv keine gute Zeit dafür. Der Film steigt knallhart ein und auch viele andere Szenen die darauf folgen sind nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Einige inhaltliche Ungereimtheiten beiseite, ist der Film sehr spannend vor allen Dingen, weil man nicht genau weiß, wer eigentlich der Böse sein soll. Diejenigen die den Film schon gesehen haben, sagen jetzt bestimmt: „Mann, der Gätjen schon wieder, der hat den Film nicht verstanden, natürlich ist Gerard der Bad Guy.“ Ja, er bringt Leute um, ja er dreht durch und ja, es ist nicht richtig was er macht. Die Frage, die der Film, aber aufwirft und die Gerards Figur für sich selbst beantwortet ist: Was macht man, wenn einer oder sogar mehreren Personen die einem sehr nahe stehen, etwas Schreckliches passiert, dass von anderen verursacht wurde? Ich schreibe ein bisschen kryptisch, damit ich nicht zu viel verrate, von dem was Euch im Kino erwartet. Übrigens eine typische frage früher bei der Musterung: Ah Herr Gätjen, sie wollen nicht zum Bund, sie verweigern den Dienst an der Waffe, aber was würden sie machen, wenn jemand vor Ihren Augen Ihre Freundin angreift und neben Ihnen liegt eine Waffe? Würden sie davon gebrauch machen? Zur Antwort komme ich später.
Jetzt sitze ich erstmal dem Mann gegenüber, der in „300“ König von Sparta war, der neben Christian Bale Drachen bekämpfte, im Film Katherine Heigl und Jodie Foster verführte und im echten Leben angeblich die Herzen von Jessica Simpson, Lindsay Lohan und Kate Hudson brach. Er ist ein Tier, Mitte/Ende 1,80m groß, breitschultrig und sehr sympathisch. Breites Grinsen im Gesicht und einer immensen Ausstrahlung. Mit seinem amerikanisch-schottischen Englisch wirkt er cool, aber auch witzig. Seinen Erfolg kann er immer noch nicht fassen, genießt es aber ungemein, tausend verschiedene Rollen zu spielen. Und jetzt kommen wir zur oben angesprochen Frage, was würde er machen, wenn jemand, eine sehr nahe stehende Person aus seinem Umfeld, verletzten, angreifen oder sogar töten würde? Sein ganzer Körper spannt sich an, seine Augen flammen auf und er sagt: Selbstjustiz ist etwas Verabscheuungswürdiges und sollte nicht toleriert werden. Aber ganz im Ernst, ich wüsste nicht, was ich einer solchen Situation machen würde, ob ich noch rational denken würde. Der- oder diejenigen die das machen würde, müssten sich richtig warm anziehen. Bei dieser Antwort lehnt er sich zurück und verschränkt seine Oberschenkel, dass die Muskeln aufblitzen. Äh, Entschuldigung seine Oberarme verschränkt er, aber die sehen aus wie Oberschenkel. Ein super Interview, das einen mehr über den Film nachdenken lässt, als man anfangs vermutet hat.
Nächste Woche erzähl ich Euch mehr über die Premiere von „2012“.
Tags: A christmas Carol, Christian Bale, Colin Firth, der filmblog, Disney, Eine Weihnachtsgeschichte, Gerard Butler, Gesetz der Rache, Jamie Foxx, Jim Carrey, Steven Gätjen
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Mittwoch, September 16th, 2009
Hallo liebe Kinofans & Freunde,
heute geht es nicht nur mit dem Kinoblog in eine neue Runde, in einem neuen hübschen Gewand, Dank der engagierten und kreativen Arbeit der weLike Mitarbeiter, sondern auch bei Pixar/Disney. Der mittlerweile 10te Kinofilm des Computeranimationsstudios steht ins Haus. Wahnsinn was die bis dato geleistet haben. Erinnert Ihr Euch noch an den ersten Film: Toy Story. Damals von allen belächelt und als behinderter Auswuchs der Filmindustrie abgeschrieben. Der Erfolg gab den so genannten Freaks damals recht und schon folgte ein Kassenschlager nach dem nächsten. Das faszinierende daran war, im Kino zu sitzen, neben einem die Großeltern, hinter einem eine Gruppe an Kindern, vor einem ein knutschendes Paar. Alle waren vertreten und sie alle haben gelacht, nicht immer an den gleichen Stellen, aber sie alle hatten Spaß. Unglaublich, das sc
hafft eigentlich kein Film heutzutage, aber warum? Das kann man mit einem Satz, den Pixars Oberguru John Lasseter (Die Unglaublichen, Wall-E, Ratatouille) von sich gab, beantworten: „Wir bei Pixar halten unser Publikum, ob groß oder klein, für sehr, sehr intelligent.“ Ich komme vom Fernsehen, da wird das Programm mittlerweile nach dem Prinzip, auch der dümmste muss es verstehen, oder zumindest glauben er versteht es. Und genau das ist der Unterschied. An jedem Film den die Pixar Jungs und Mädels machen sitzen sie 5 Jahre. Nicht weil sie darauf warten, dass die Computer besser werden und sie noch unglaublichere Landschaften und Figuren erschaffen können, sondern weil sie so lange an der Geschichte feilen und arbeiten. Jede Figur stimmt bis ins kleinste Detail, jede Geschichte ist wagemutig, kreativ und einfach faszinierend. Ich meine, wer kommt schon auf die Idee, Superhelden verklagen zu lassen, weil sie jemandem helfen wollten und der sich dabei verletzte, so dass sie nicht mehr Superhelden sein dürfen: Die Unglaublichen. Wer erfindet die Geschichte rund um einen kleinen Fisch der seinen Sohn bis nach Sydney verfolgt um ihm zu retten: Findet Nemo. Und wieso sprengt ein Roboter an den Kinokassen das Boxoffice, der noch nicht mal sprechen kann und die Hälfte des Films alleine auf einem Planeten Müll wegräumt. Das sind doch wirklich geile Filmgeschichten.
Der neueste Coup „Oben“ dreht sich um einen grantigen alten Rentner, der seiner Frau gegenüber ein Versprechen einlösen will. Mehr kann und möchte ich Euch zu diesem Film nicht verraten, aber ich kann Euch eins versprechen, mit diesem Film haben sich Pete Doctor & Bob Peterson, die Drehbuchautoren und Regisseure noch einmal selbst übertroffen. Die ersten 20 Minuten sind großartig. Das tolle daran ist, die Lebensgeschichte von Carl Fredericksen, dem alten Mann, wird erzählt, ohne Erklärungen. Jedes Bild spricht Bände, ohne das eine Synchronstimme alles kaputt redet. Man wird von Carls Schicksal sofort mitgerissen und berührt. Etwas das man in dieser Art und Weise bisher noch nie bei Pixar Filmen gesehen hat. Meine absolute Lieblingsfigur bei diesem Film ist aber der Pfadfinderjunge Russell, der seinen Optimismus und seinen Glauben an das Gute in der Welt durch nichts erschüttern lässt. Um den Film zu promoten haben sich Disney/Pixar eine tolle Aktion ausgedacht. Auf dem Leipziger Platz stand ein, von einer englischen Firma entworfener und gebauter, Ballon, der dem fliegenden Haus aus „Oben“ sehr ähnlich sah. Anschließend tauchte Dirk Bach auf, der im Film einem sprechenden Hund seine Stimme leiht, warum er sprechen kann müsst ihr selbst herausfinden (Die frage aller Fragen war: Wie viele Ballons braucht man damit Dirk Bach abhebt? Und die sollte beantwortet werden. Das ist gar nicht so einfach, Dirk ist nämlich nicht nur im Showgeschäft ein Schwergewicht, oder wie ein Kollege sagte, der einzige Mann Deutschlands der genauso breit wie hoch ist. Super sympathisch und für jeden Schabernack zu haben, ließ sich Dirk bereitwillig einen Fallschirmspringgurt anlegen und an jeder Schulter einen haken platzieren, an denen Ballons mit einem Durchmesser von 2,00 Meter platziert wurden. Was für ein geniales Bild. Nach 120 Ballons schwebte er dann knappe 3 Meter über dem Boden. Wie Karlsson vom Dach. Die Fotografen hätten Ihn gerne noch höher geschickt, aber das war bei den Winden und bei der Zugkraft der Ballons definitiv zu gefährlich. Nicht nur eine lustige Aktion, sondern auch ein großartiger Film. Ich bin mir sicher, wenn ihr jetzt nicht eine totale Abneigung gegenüber Pixar Filmen habt, werdet ihr Ihn lieben. Freut Euch auch auf den genialen Vorfilm. Also bis nächste Woche.
Ach ja, das mit den Ballons bitte nicht selbst ausprobieren!
Bis nächste Woche,
Euer Steven Gätjen
Tags: Animationsfilme, Dirk Bach, Disney, Filmblog, Oben!, Steven Gätjen
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