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Steven Gätjen über ‘Twilight – New Moon’ und ‘Zweiohrküken’

Donnerstag, Dezember 3rd, 2009

Meine lieben Kinofreunde,

new_moon_coverschon wieder sind viele Monde ins Land gegangen. Ein gutes Stichwort, führt mich das doch gleich zu meinem ersten Filmthema, einem Phänomen, das viele glaube ich unterschätzt haben, aber das gerade in einer Hysteriewelle um die Welt zieht, das einen manchmal erschaudern lässt. Es geht natürlich um Stephenie Meyers „Twilight Saga“ und die neuen Superstars am Schauspielfirmament: Kristen Stewart, Taylor Lautner und Robert Pattinson. Der erste Film war schon ein Erfolg von dem so manches großes Studio geträumt hat, aber der Hype um den zweiten Teil „Twilight – New Moon – Biss zur Mittagsstunde“ ließ selbst die größten Skeptiker eine positive Boxofficeprognose zum Besten geben. Tut mir bitte mal einen Gefallen, wenn Ihr etwas Zeit habt, dann surft mal durchs Internet und schaut mal wie unglaublich viele Websites es zum Thema „Twilight“ und vor allen Merchandise gibt. Seiten auf den jede Sekunde des Films analysiert wird; Fehler kenntlich gemacht werden; Klubs denen man beitreten kann mit Namen wie „Twilight Moms“, Team Jakob, Team Twilight usw.; Anleitungen wie man ein richtiger Vampir wird (die haben sie doch nicht mehr alle); man kann Regenschirme, T-Shirts, Kuckuksuhren und noch vieles mehr käuflich erwerben. Was für eine Geldruckmaschine und da kommen wir auch schon wieder zu einem Problem, dass viele so genannte Franchise haben! Wie schnell muss man den nächsten Teil eines Films drehen. Schnell: damit der Hype nicht abebbt und die Schauspieler noch glaubhaft Teenager darstellen können, etwas langsamer damit der Film nicht aussieht wie ein Schnellschuß? Bei „Twilight – New Moon – Biss zur Mittagsstunde“, ab jetzt nur noch „TNWBZM“, wurde Chris Weitz ganz schnell in den Regiestuhl geworfen, damit es zackig weitergehen kann. Kein schlechter, wenn man sich seine Filme „Golden Kompass“ und „About a Boy“ anschaut. Trotzdem hat mir beim zweiten Teil etwas gefehlt, dass ich beim ersten gerne mochte. Mehr Leichtigkeit. Das war mir alles viel zu schmalzig. Ich bin ein Fan von Schmalz, aber das war zu viel und ab und an wirklich nervig. Die Special Effects sind gut und Taylor Lautner fit, aber wie gesagt manchmal ist weniger mehr.

Was aber viel spannender ist, ist folgendes. Vor etwa 2 Wochen lud der Verleih Concorde gemeinsam mit der Hypovereinsbank zum großen „Twilight“ Event ein. Karten gab es kostenlos, zu bestellen auf einer Website. Um 6.00 Uhr ein paar Wochen vor der Veranstaltung konnte man Karten reservieren, bestellen, zuschicken lassen, was auch immer. Um 6.01 Uhr war der Server komplett zusammen gebrochen. Um 12 Uhr mittags hatten die Seite mehr als 1,2 Millionen Klicks. Ist das der Hammer?! Das Ganze sollte in der Münchner Olympiahalle stattfinden. Mehr als 15000 Fans passen da rein und man befürchtete das Schlimmste. Einige Twilight-Fans sind nicht irgendwelche Fans, sie sind fanatisch. Sie machen vor Nichts und Niemandem halt. Aus diesem new_moon_kirstenGrund wurden höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen um die Gäste: Kristen Stewart, Taylor Lautner, Robert Pattinson und Chris Weitz, zu schützen. Schon morgens stürmten die Twilightdisten (Achtung! Neues Wort) den Platz rund um die Olympiahalle. Um sie bei Laune zu halten, gab es aller Hand Dinge zum bestaunen: ein 6-Tage Radrennen, das parallel noch lief, ein paar Bands und Säger die auftraten, bis die Stars dann am späten Nachmittag auf die Bühne kommen sollten, um sich der aufgebrachten Menge zu stellen. Ich hatte das Vergnügen, das ganze zu moderieren. Das war echt der Hammer. Die Halle war stickig und heiß, bei jeder kleinen Bewegung neben der Bühne, schrieen sich tausende von kleinen und großen Mädchen (sicherlich auch ein paar Jungs, aber die hatten keine Chance erhört zu werden) die Seele aus dem Leib. Ich kann jeden Rock- oder Popstar verstehen, der bei einem solchen Spektakel den Verstand verliert. Ich komme auf die Bühne und auf einmal reißt mich diese Welle der Begeisterung mit, das ganze pushed total, ich hätte auch einfach nur „Erbsensuppe“ sagen können, die waren alle so weit drüber, auch dann hätten sie geschrieen. Nach einem Trailer und einem knapp 10-minütigen Making-Of war es dann soweit, einzeln sollte ich sie auf die Bühne holen. Wenn man überhaupt bei einem solchen Lärm, Lautstärkeunterschiede beschreiben könnte, dann war das Gekreische und der Applaus bei Taylor Lautner am lautesten. Damit ihr ein Verständnis dafür habt, wie das war, haltet bitte mal beim voll aufgedrehten I-Pod, einen Fön, einen Mixer und eine Bohrmaschine an Eure Ohren und steckt den kompletten Kopf in eine Waschmaschine. Erst dann wisst ihr was da los war. Alle 4 Gäste waren total aus dem Häuschen und sprachen anschließend davon, das sie so etwas in ihrem Leben noch nicht gesehen hätten. Es war aber auch beeindruckend und ein großartiger Coup für Concorde und Hypovereinsbank. Ich versuchte ein kurzes Interview mit Ihnen zu führen und anschließend bekamen die 4 noch einen Bravo-Otto von Europas größtem Jugendmagazin. Wahnsinn, früher habe ich die immer im Urlaub mit meinen Brüdern gelesen und jetzt war ich dabei.

Alle 4 Gäste waren wirklich entgegen ihrem Ruf, sehr entspannt und locker drauf. Robert Pattinson new_moon_robertwar glaube ich, ziemlich groggy, er hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve, gab zwar wirklich gute Antworten, aber man merkte das er kaputt war. So wie er bei der PK am Tisch saß, dachte ich gehörte er zum Zirkus Roncalli, so verbog er seinen doch schmächtigen Oberkörper. Bei Taylor Lautner hat man das Gefühl, dass er noch nicht ganz genau weiß, was er mit seinen ganzen antrainierten Muskeln anfangen soll. Er wirkte ein bisschen schüchtern, aber wer wäre das nicht mit 17 Jahren und einem solchen Rock N’ Roll Leben. Aus Kristen werde ich nicht so ganz schlau, ich halte sie für smart, aber sie driftet bei Ihren Antworten manchmal so unglaublich ab, das man Angst hat sie kommt nicht wieder. Alles in allem ein tolles Erlebnis.

keinohrküken_coverDas war auch das zweite Ereignis von dem ich heute berichten will. Die Weltpremiere von „Zweiohrküken“. Diesmal war ich nur aus Lust und Laune vor Ort, musste nicht arbeiten und konnte so die ganze Atmosphäre als Zuschauer aufsaugen. Ich will gleich vorne weg eine Lanze für Til Schweiger brechen. Ich finde es herausragend was er visuell in seinen Filmen umsetzt, der Look, die Kamerafahrten, der Schnitt und die Musik, wirklich der absolute Hammer, das macht ihm keiner nach. Man muss bedenken, das er, während er noch dreht, schon den Rohschnitt macht, das heißt, man sieht das fertige Produkt nur kurze Zeit nach Drehschluß. Das gibt es in dieser Branche fast gar nicht. Kommen wir zum Inhalt, das schöne am Film ist, genauso wie mit der Kunst an sich, die Bewertung ist subjektiv. Ich fand ihn sehr gut, einige Gags waren mir zu viel und zu platt, in anderen habe ich mich wieder gefunden, aber vor allen Dingen die Problematik an sich zwischen Mann und Frau, die der Film behandelt, ist für mich komplett nachvollziehbar. Es kann mir keiner erzählen, der sich den Film anschaut, das er oder sie sich nicht Minimum 3 mal wieder findet. Gleiches Szenario, gleiche Situation, gleicher Dialog. Das macht den Film so gut, man erkennt sich wieder. Bei der Premiere sagte Til auch, das ein dritter Teil angedacht ist und sicherlich auch gedreht werden wird. Man sieht auf jeden fall, dass alle Beteiligten unglaublich viel Spaß beim drehen hatten, dass sieht man im Film und sah man auf der Bühne. Zur Zeit brandet wieder die Diskussion auf, warum zeigt Til Schweiger seinen Film nicht vorab der Presse? Warum muss er? Natürlich ist es gut, wenn man schon vorab etwas schreiben kann, um den Film zu promoten, auf der anderen Seite ist es doch seine Entscheidung. Klar, ich interpretiere da auch rein, wenn ich den Film nicht vorab sehen darf ist er schlecht. Aber, wenn man ständig auf die Fresse bekommt, wie bei Til, ist das Interesse daran, es wieder zu bekommen, relativ gering. Das kann jeder nachvollziehen. Also, wenn man es selbst steuern kann, will man das natürlich verhindern, oder? Ich bin mir ganz sicher, das Til bald wieder anfangen wird, seine Filme uns vorab zu zeigen, damit wir unseren Job machen können. Wenn ich was über den Film schreiben oder sagen will, kaufe ich mir eine Karte oder nehme eine Einladung, wie die von letzter Woche an und dann kann ich meinen Senf abgeben.

Das mache ich auch nächste Woche zu „Avatar“ und Disneys „Küss den Frosch“, also bleibt mir bis dahin gewogen.

Liebe Grüße
Euer Steven Gätjen

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Steven Gätjen über die Premiere des Films ‘2012′ von Roland Emmerich

Donnerstag, November 12th, 2009

Meine lieben Kinofreunde,

cover_2012heute beschäftigen wir uns mit dem Thema: Wenn unserer Politiker wissen würden, dass unsere Welt, wie wir sie kennen zu Ende geht, würden wir das wissen wollen? Um die Frage zu beantworten muss ich mal wieder ein bisschen ausholen. Roland Emmerich ist ein Visionär und ein Regisseur, den ich für seinen unglaublichen Mut neue Wege zu gehen bewundere. Als er vor langer Zeit einmal an der Münchner Filmhochschule studierte und den teuersten deutschen Abschlussfilm aller Zeiten drehte (Das Arche Noah Prinzip 1984 für sage und schreibe 1 Million Mark), belächelte Ihn die deutsche Filmszene. Ein geiler Film, damals und auch heute noch. Bei dem was ich gleich sagen werde, wird es wieder viele empörte Stimmen geben, nach dem Motto: wie kann er das nur sagen! Das ist mir völlig egal, denn ist eine Tatsache, dass in unserem Land der Dichter und Denker, Menschen mit neuen Visionen und Ideen, immer gedeckelt und ausgebremst werden.

Roland Emmerich war schon damals jemand der nach Vorne geschaut hat, für den Grenzen keine Hindernisse waren, sondern die Motivation, noch höher zu springen. Das hat er nach dem Studium angefangen in den USA zu machen. Dabei ist er immer seiner Linie treu geblieben. „Moon 44“ war gut, „Stargate“ sehr gut und „Independence Day“ der absolute Knaller. Obwohl ich sagen muss, dass ich ihn als erstes alles andere als gut fand. Mittlerweile gehört er zu meinen Lieblingsfilmen. Übrigens drehte sich die öffentliche Meinung nach diesem Megaerfolg auch hierzulande. „Godzilla“ halten viele für einen Ausrutscher, aber auch dieser Film ist super. Die alten japanischen Trashversionen haben ihren ganz eigenen Charme, aber Emmerichs Streifen hat genau diese Elemente noch aufgestockt und Godzilla zu dem Monster gemacht, das wir alle gerne sehen wollten.Roland_Emmerich_foto „The Day after Tomorrow“ war von den Spezialeffekten grandios und von seiner „Message“ her unglaublich aktuell und auf den Punkt. „10.000 B.C.“ war, das muss auch ich zugeben, nicht mein Ding. Und jetzt stelle ich eine gewagte These auf: Dieser Film war so schwach, weil die Charaktere einfach nicht stark genug waren. Hä!!! Wie meint der Gätjen das? Ganz einfach, auch wenn alle immer behaupten Blockbuster bestechen nur durch ihre Special Effects, der hat sich geschnitten. Denn eine Sache versteht Roland Emmerich immer, die Charaktere in seinen Filmen mit super Schauspielern zu besetzen. Matthew Broderick, Dennis Quaid, Will Smith, Randy Quaid, Mel Gibson, Danny Glover, Oliver Platt (aus Stargate) und jetzt in seinem neuen Streifen John Cusack, Woody Harrelson, Amanda Peet, Chiwetel Ejiofor. Oder glaubt ihr im Ernst, das dass nicht zählt. Das man das mit Spezialeffekten wettmachen kann. Logisch waren die beiden Hauptdarsteller bei „10.000 B.C.“ knackig und hübsch, aber ihnen fehlte die Tiefe. Logisch auch, dass seine Filme manchmal ein bisschen zu pathetisch sind, aber wir reden hier über Popcorn Kino. Das macht er super. Er kann ja auch anders, siehe „Trade“ oder jetzt „Anonymous“, den er in Berlin/Babelsberg dreht. Kommen wir also zu „2012“. Nach „The Day after Tomorrow“ wollte er nichts mehr kaputt machen, dass war genug. Aber sein neuer „Partner in Crime“ Harald Kloser, mit dem er bereits „10.000 B.C.“ gemacht hatte, hatte die Idee einer Sintflut und einer Arche in unserer Zeit und so ward die Idee fürjohn_crusack „2012“ geboren. Zurückgezogen in ein schönes Haus in Thailand schrieben die beiden den so genannten ersten Draft. Daraus erwuchs dann die Verquickung mit den Theorien der Mayas, dass mit dem Ende ihres Kalenders am 21.12.2012, die Welt in ein neues Zeitalter aufbricht. Zu Ende geht, anders wird, auseinander fällt, explodiert, was immer man da auch rein interpretieren will. Emmerichs und Klosers Version ist wie gesagt nur ein Film. Ach ja eine Sache habe ich noch vergessen: Roland hat seine eigene Art und Weise Stoffe in die Tat umzusetzen. Er finanziert die komplette Arbeit am Drehbuch vor und lässt dann die Studios antanzen um darum zu bieten. Das garantiert ihm die komplette Unabhängigkeit diesen Stoff zu verfilmen. Smart!!! Übrigens ein fettes Lob an Sony Pictures, die parallel laufende Marketingkampagne zu „2012“ ist wirklich super. Es gibt eine Website zur Figur von John Cusack, der einen Autor spielt, die www.farewellatlantis.com heißt und zusätzlich noch eine die sich www.instituteforhumancontinuity.com, bei der man sich mit der Zukunft der Menschheit beschäftigt. Ganz wichtig: Alles mit einem Augenzwinkern!

Kommen wir zum Film: wenn man mir sagt, er dauert 158 Minuten, denn meldet sch automatisch mein Hinterteil und meine Blase. Keine Chance, dass schaffe ich nicht, dass hat bisher nur die „Herr der Ringe Trilogie“ vollbracht, mich derartig an den Sitz zu fesseln. Und jetzt kommt es, ich habe es nicht gemerkt. Nichts, nadda, nothing. Meine Blase ist anschließend fast explodiert, aber ich konnte nicht aufstehen. Die ersten 45 Minuten werden die Figuren vorgestellt, super. Man taucht komplett in die Geschichte ein und will nicht, das dass passiert was man schon ahnt: Dass die Welt in Schutt und Asche versinkt. Aber das was dann passiert, kann man nicht erwarten und mit irgendetwas vergleichen was es bisher im Kino zu sehen gab. Genau die Hälfte des Films, sind nur Special Effects. Mehr verrate ich nicht, weil ich auch gar nicht weiß, wie ich das Gesehene beschreiben soll. Chapeau Roland Emmerich!!! Ihr werdet es nicht glauben können und das Kino mit gemischten Gefühlen verlassen. Zum einen, weil es einfach super gemacht ist und zum anderen, weil er nachdenklich macht. Nicht in Bezug auf das Datum „2012“, sondern eher nach dem Motto, wir sollten ein bisschen mehr Acht geben auf unsere Planeten.

Woody_HarrelsonDie Schauspieler sind hervorragend, allen voran Woody Harrelson, Oliver Platt und John Cusack. Woody spielt einen verwirrten Piratenradiosender Moderator, der das Ende der Welt nahen sieht, großartig. Oliver Platt den zynischen, eiskalten Berater des amerikanischen Präsidenten, dessen Entscheidungen, dennoch nachvollziehbar sind und John Cusack einen erfolglosen Autor, der es nicht auf die Reihe bekommt seine Ex-Frau und Kinder zuverlässig zu versorgen. Vor dem Interview mit John sagten mir alle, er sei unglaublich mundfaul und nicht so gut drauf, weil er tierische Rückenschmerzen habe. Ein super Start, wenn man weiß man hat nur 5 Minuten, um ihm ein paar interessante Antworten zu entlocken. Auf ging es. Erstmal muss ich sagen, John Cusack ist sehr groß. Hätte ich nicht erwartet. Bestimmt an die 1,90 m. Er ist freundlich und wirkt entspannt und jetzt weiß ich warum alle denken er hat keinen Bock, er hat auch im wirklichen Leben, diesen Hundeblick. Wisst ihr welchen ich meine? Schaut Euch mal seine Filme an. Er guckt so, als wenn er keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Das ist sein Trick, dahinter steckt nämlich ein sehr aufgewecktes und charmantes Kerlchen. Ich fand ihn klasse. Etwas aus dem Tritt, war Amanda Peet. Kein Wunder, wenn man einen Nachtflug aus New York hat und am nächsten morgen direkt Interviews geben muss. Dennoch sehr apart und nett. Lange rede kurzer Sinn, der Film ist der Hammer und es lohnt sich auf jeden Fall dafür ins Kino zu gehen.

Übrigens als kleine Info am Ende: Roland Emmerich sagte im Interview, dass er begeistert ist was man heutzutage alles am Computer machen kann und am allerliebsten würde er viele Dinge bei Independence Day noch mal neu machen. Auf so eine Aussage gab es natürlich nur eine mögliche Frage: Wie sieht es denn mit Independence Day 2 aus? Sehr gut, die Idee gibt es schon, das einzige Problem wäre aber der Hauptdarsteller, der gefragteste Schauspieler unseres Planeten: Will Smith. Er hätte ebenfalls total Bock, aber man müsste noch einen gemeinsamen Zeitraum für die Dreharbeiten finden. Also freut Euch drauf.

Nächste Woche gibt es an dieser Stelle mehr zum Hype um „Twilight – New Moon“.

Bis dahin, liebe Grüße
Euer Steven Gätjen

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Steven Gätjen über ‘Eine Weihnachtsgeschichte’ und ‘Gesetz der Rache’

Donnerstag, November 5th, 2009

Meine lieben Kinofreunde,

ich muss mich bei Euch entschuldigen, ich habe mich für ein paar Tage leider ausklinken müssen, da so viel zu tun war. Dafür habe ich aber ein paar spannende neue Sachen im Gepäck. Diese Woche war wieder geprägt von zwei aufregenden Kinotagen.

Los ging es mit der Weltpremiere von „A Christmas Carol – Eine Weihnachtsgeschichte“ in London. Wahnsinn, was sich Disney dafür ausgedacht hat. Der komplette cover_eine_weihnachtsgeschichteLeicester Square wurde in eine Winterlandschaft umgebaut. Anwesend waren Bob Hoskins, Jim Carrey, Robert Zemeckis, Robin Wright Penn, Colin Firth, Andrea Bocelli und die Produzenten. Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben. Kommen wir jetzt aber erstmal zu dem Film, der diesen ganzen Trubel verursacht hat. Robert Zemeckis gehört zur Creme de la creme Hollywoods, seine Freunde sind keine geringeren als George Lucas, Steven Spielberg und Peter Jackson. Auf sein Konto gehen die „Zurück in die Zukunft“ Filme und „Forrest Gump“. Seit ein paar Jahren nun macht er visuell ganz andere Filme. Robert, oder „Bob“, steht auf Motion Capturing oder auch Motion Captioning. Schauspieler bekommen einen schwarzen Samtanzug an, ein paar Elektroden an den Körper und werden mit jeder ihrer Bewegungen in verschiedene Computer eingescannt. Raus kommen dann Filme wie der „Polar Express“, „Beowulf“ oder jetzt „Eine Weihnachtsgeschichte“. Visuell wirklich beeindruckend und jetzt bei seinem nun mehr dritten Werk dieser Art, der absolute Wahnsinn. Wie detailliert das ganze ist und wie wahnsinnig die Landschaften aussehen, ist wirklich toll. Das einzige was mich ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, dass die Augen, trotz der perfekten Technik, leer wirken. Die Identifikation mit den Figuren wird dadurch geschmälert.

Jim_Carrey_blogbildApropos Charaktere. Jim Carrey leiht 8 Charakteren nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Stimme. Das ist besonders beeindruckend vor dem Hintergrund das seine Figuren mit unterschiedlichsten englischen Akzenten sprechen. Das macht er wirklich super und beeindruckte auch die internationale Journaille. Bei der groß anberaumten Pressekonferenz kam mir der Superstar, aber irgendwie ein bisschen komisch vor. Fast ein bisschen verunsichert. Seine Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel: Warum er bei diesem Film mitgemacht hätte? Beantwortete er mit den Worten: Ich wollte dem englischen Volk eine der größten Geschichten der Welt zurückgeben! ??????Äh, Hallo, was hast Du gesagt?! Er war unglaublich ernst, aber auch ziemlich anbiedernd. So hätte ich ihn mir gar nicht vorgestellt. Super sympathisch und cool war Colin Firth. Jede Frage war für ihn ein Spaß und eine große Herausforderung. Ich wollte wissen, „Warum er es wichtig findet, dass die Geschichte so düster und gruselig erzählt wurde!“ Colin: „Ich mag Weihnachten nicht, auf einmal drehen alle Leute durch, die vorher zu Dir unfreundlich waren und jetzt wünschen sie Dir fröhliche Weihnachten und nur das Beste. Das ist doch verlogen. Ich mache das so häufig ich kann, aber Weihnachten total doof finden, kann ich ja auf Grund meiner Kinder ja auch nicht.“ Für Ihn ist der Bösewicht Scrooge übrigens der Held, weil jeder sich ein bisschen in diesem Fiesling selbst entdecken kann. Übrigens wer jetzt denkt, „Mensch da gehe ich mit meinen Kindern, Neffen, Patenkindern rein, dem sage ich nur Stopp!! Der Film ist wirklich beeindruckend, aber ganz schön düster und gruselig. Ich habe mir das ein oder andere mal auch fast in die Hosen gemacht, was nicht unbedingt was heißen soll.

Machen wir weiter mit dem nächsten Interview und dem dazugehörigen Film. Es gibt zur Zeit keinen Schauspieler der mehr arbeitet als er, Gerard Butler. Von einer romantischen Komödie zur nächsten und dann wieder ein bisschen Action zwischendrin. Logisch das man bei so viel Arbeit nicht nur als Schauspieler am Gewinn partizipieren will und deshalb hat er gerade auch eine Produktionsfirma gegründet, der Name „Evil Twin“. Das erste Projekt „Gesetz der Rache“. Der Trailer hat viel Appetit auf diesen Film mit Jamie Foxx und Gerard Butler gemacht und das zu Recht. Ich habe ihn morgens um 9.00 Uhr gesehen, definitiv keine gute Zeit dafür. Der Film steigt knallhart ein und auch viele andere Szenen die darauf folgen sind nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Einige inhaltliche Ungereimtheiten beiseite, ist der Film sehr spannend vor allen Dingen, weil man nicht genau weiß, wer eigentlich der Böse sein soll. Diejenigen die den Film schon gesehen haben, sagen jetzt bestimmt: „Mann, der Gätjen schon wieder, der hat den Film nicht verstanden, natürlich ist Gerard der Bad Guy.“ Ja, er bringt Leute um, ja er dreht durch und ja, es ist nicht richtig was er macht. Die Frage, die der Film, aber aufwirft und die Gerards Figur für sich selbst beantwortet ist: Was macht man, wenn einer oder sogar mehreren Personen die einem sehr nahe stehen, etwas Schreckliches passiert, dass von anderen verursacht wurde? Ich schreibe ein bisschen kryptisch, damit ich nicht zu viel verrate, von dem was Euch im Kino erwartet. Übrigens eine typische frage früher bei der Musterung: Ah Herr Gätjen, sie wollen nicht zum Bund, sie verweigern den Dienst an der Waffe, aber was würden sie machen, wenn jemand vor Ihren Augen Ihre Freundin angreift und neben Ihnen liegt eine Waffe? Würden sie davon gebrauch machen? Zur Antwort komme ich später.

Jetzt sitze ich erstmal dem Mann gegenüber, der in „300“ König von Sparta war, der neben Christian Bale Drachen bekämpfte, im Film Katherine Heigl und Jodie Foster verführte und im echten Leben angeblich die Herzen von Jessica Simpson, Lindsay Lohan und Kate Hudson brach. Er ist ein Tier, Mitte/Ende 1,80m groß, breitschultrig und sehr sympathisch. Breites Grinsen im Gesicht und einer immensen Ausstrahlung. Mit seinem amerikanisch-schottischen Englisch wirkt er cool, aber auch witzig. Seinen Erfolg kann er immer noch nicht fassen, genießt es aber ungemein, tausend verschiedene Rollen zu spielen. Und jetzt kommen wir zur oben angesprochen Frage, was würde er machen, wenn jemand, eine sehr nahe stehende Person aus seinem Umfeld, verletzten, angreifen oder sogar töten würde? Sein ganzer Körper spannt sich an, seine Augen flammen auf und er sagt: Selbstjustiz ist etwas Verabscheuungswürdiges und sollte nicht toleriert werden. Aber ganz im Ernst, ich wüsste nicht, was ich einer solchen Situation machen würde, ob ich noch rational denken würde. Der- oder diejenigen die das machen würde, müssten sich richtig warm anziehen. Bei dieser Antwort lehnt er sich zurück und verschränkt seine Oberschenkel, dass die Muskeln aufblitzen. Äh, Entschuldigung seine Oberarme verschränkt er, aber die sehen aus wie Oberschenkel. Ein super Interview, das einen mehr über den Film nachdenken lässt, als man anfangs vermutet hat.

Nächste Woche erzähl ich Euch mehr über die Premiere von „2012“.

Bis dahin, bleibt sauber.

Euer Steven Gätjen


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Steven Gätjen über die Stars des Films ‘All Inclusive’

Donnerstag, Oktober 15th, 2009

Meine lieben Filmfreunde,

es ist mal wieder soweit gewesen, nach langer, langer Zeit fand endlich mal wieder eine Premiere in meiner Heimatstadt Hamburg statt. Das ist insofern außergewöhnlich, da Berlin eigentlich alles abgreift, was international relevant ist. Das ist manchmal sehr schade, denn beim Publikum hat man in der Hauptstadt ab und an das Gefühl der Übersättigung. Es sei denn Brad Pitt zieht sich aus, werden alle Stars, die einen Film vorstellen, mit gelangweilter Miene und einem manchmal eher mäßigen Applaus beglückt. Wie gesagt ab und an. Das Norddeutsche Publikum ist da viel hungriger. Früher war das Streits Kino, das Mekka der Stars von Roger Moore bis hin zu Sophia Loren, Sie gaben sich ein Stelldichein in diesem altehrwürdigen Lichtspielhaus an der Alster. Jetzt nun Vince Vaughn, Jason Bateman, Kristen Bell und Malin Akerman.

cover_all_inclusiveAber jetzt erstmal von vorn. Die 4 Schauspieler samt Produzent und Regisseur im Gepäck flogen aus Moskau ein. Da hatten sie am Abend zu vor es logischerweise richtig krachen lassen und mal die ein, oder andere Sorte alkoholischer Getränke probiert und zu sich genommen. Was normalerweise den absoluten Super GAU für jeden Journalisten bedeutet. Stars mit wenig Schlaf und Hangover sind schwierig und haben meist auch keine Lust Fragen zu beantworten. Ganz anders die Stars von „All Inclusive“ ein Film den Vince Vaughn mit seinem Freund und Kollegen Jon Favreu zusammen schrieb. Vince hatte die Idee und präsentierte sie John bei der Verleihung des „Spy Awards for the best Male Movie of all Time“ für „Swingers“ in Los Angeles. Komisch wie sich da der Kreis schließt. 1996 hatten sich beide, damals glück und arbeitslose Schauspieler in einer Bar in Hollywood kennen gelernt und beschlossen diesen Film gemeinsam zu drehen. Der Rest ist Geschichte, beide sind mittlerweile Riesenstars in den USA und auch eigentlich im Rest der Welt. John dreht Filme wie „Iron Man“ als Regisseur und Vince führt den so genannten „Frat Pack“ an, dem Owen und Luke Wilson, Will Ferrell und Ben Stiller unter anderem angehören und die eine super erfolgreiche Komödie nach der nächsten drehen. Jetzt bin ich mal wieder von meiner eigentlichen Geschichte abgekommen, also was ich sagen wollte ist wie entspannt die alle waren von „All Inclusive“. Vince Vaughn schlendert durchVince_Vaughn_bild die Gänge des Park Hyatt Hotels begrüßt jeden Journalisten freundlich und hat einen Riesenspaß. Im Interview sappelt er fröhlich vor sich hin, hört genau zu, ist interessiert was die deutschen Fußballnationalmannschaft gerade so treibt, wo man sich denn was in Hamburg anschauen sollte und freut sich auf den Premierenabend. Kristen Bell und einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler Jason Bateman, sitzen gemeinsam in einem Raum, weil sie im Film ein Ehepaar spielen, mehr wird erstmal nicht verraten. Beide haben sich glaube ich darauf verständigt über alles zu sprechen was nicht mit dem Film zu tun hat und spielen sich die Bälle nur so hin und her. Sehr spaßig, aber manchmal schwierig zu verfolgen. Weil der ein oder andere Insider dabei ist. Übrigens ein sehr beliebtes Spiel bei Schauspielern und Schauspielerinnen. Vor einer Pressekonferenz bekommt jeder eine Liste mit 5 Wörtern die irgendwann in eine Antwort einfließen müssen. Das können Worte wie Zylinderkopfdichtung, Hummer, Eis am Stiel oder andere Sachen. Für die Schauspieler ein Riesenspaß für die Journalisten manchmal sehr befremdlich. Das Beste was man in einer solchen Situation machen kann ist ruhig bleiben oder mitmachen. Ich habe mich für Variante 2 entschieden und immer fröhlich meinen Senf dazugegeben, wenn wieder darüber gesprochen wurde wie wichtig es doch ist sich am Set in seinem Adams Kostüm zu präsentieren.

Das hat sehr viel Spaß gemacht. Aber der Knaller kam erst im Interview mit Malin Akerman. Einer ganz bezaubernden Schwedin, die man mittlerweile in vielen Filmen bewundern konnte („Watchmen“, „Nach 7 Tagen ausgeflittert“). Wir plauderten also ganz entspannt, als plötzlich die Tür zum Interviewraum aufging. Ein absolutes No-Go. Der Ton ist versaut, weil eine ganze Menge auf den Gängen passiert und der Interviewpartner aus dem Konzept gebracht wird. Ich dachte schon, wer kann das nur sein?! Und wer guckt da um die Ecke: Vince Vaughn. „Hey“, sagt er, „Steven da bist Du ja und meine Lieblingspartnerin Malin. Kann ich mich zu Euch setzen.“ Ganz im Ernst so etwas habe ich nocmalin_akerman_bildh nie erlebt. Vince nimmt sich einen Stuhl und setzt sich hinter Malin und mich. Das einzige was ich sagen kann ist: „Und jetzt?“ Daraufhin Vince: „Ich höre mir jetzt mal an was Ihr Euch so zu erzählen habt und kommentiere das pantomimisch. Malin und ich: „OK“. Ab jetzt wird es interessant, bei jedem Satz der länger geht als 3 Wörter tut Vince so als wenn er schlafen würde. Jedes mal wenn Malin, aber das Wort Sex in den Mund nimmt, wacht er wieder auf. Großartig. Ein wirklich sehr witziges und spannendes Interview. Übrigens zu sehen kurz vor dem Kinostart von „All Inclusive“ auf Blockbuster TV auf prosieben.de. Ein wirklich sehr spaßiger Anfang eines tollen Tages. Abends auf der Premiere ist Vince in Topform und die beiden Damen absolut hammermässig angezogen. Vince macht die Geschichte zu einer One-Man-Show singt, erzählt und hat einfach nur eine Menge Spaß. Die Gäste danken es ihm mit einem tosenden Applaus der weit über die Grenzen der Hansestadt zu hören war. Wäre der Film doch nur so toll wie die Gäste. Man kann ihn sich ganz entspannt anschauen, er tut keinem weh, aber an einigen Ecken und Enden haperte es dann doch.  Das sei unseren Gästen aber definitiv verziehen. Sie können alle gerne mitsamt ihrer Filme wiederkommen.

Bis nächste Woche
Euer Steven Gätjen


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