Steven Gätjen über ‘Eine Weihnachtsgeschichte’ und ‘Gesetz der Rache’
Meine lieben Kinofreunde,
ich muss mich bei Euch entschuldigen, ich habe mich für ein paar Tage leider ausklinken müssen, da so viel zu tun war. Dafür habe ich aber ein paar spannende neue Sachen im Gepäck. Diese Woche war wieder geprägt von zwei aufregenden Kinotagen.
Los ging es mit der Weltpremiere von „A Christmas Carol – Eine Weihnachtsgeschichte“ in London. Wahnsinn, was sich Disney dafür ausgedacht hat. Der komplette
Leicester Square wurde in eine Winterlandschaft umgebaut. Anwesend waren Bob Hoskins, Jim Carrey, Robert Zemeckis, Robin Wright Penn, Colin Firth, Andrea Bocelli und die Produzenten. Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben. Kommen wir jetzt aber erstmal zu dem Film, der diesen ganzen Trubel verursacht hat. Robert Zemeckis gehört zur Creme de la creme Hollywoods, seine Freunde sind keine geringeren als George Lucas, Steven Spielberg und Peter Jackson. Auf sein Konto gehen die „Zurück in die Zukunft“ Filme und „Forrest Gump“. Seit ein paar Jahren nun macht er visuell ganz andere Filme. Robert, oder „Bob“, steht auf Motion Capturing oder auch Motion Captioning. Schauspieler bekommen einen schwarzen Samtanzug an, ein paar Elektroden an den Körper und werden mit jeder ihrer Bewegungen in verschiedene Computer eingescannt. Raus kommen dann Filme wie der „Polar Express“, „Beowulf“ oder jetzt „Eine Weihnachtsgeschichte“. Visuell wirklich beeindruckend und jetzt bei seinem nun mehr dritten Werk dieser Art, der absolute Wahnsinn. Wie detailliert das ganze ist und wie wahnsinnig die Landschaften aussehen, ist wirklich toll. Das einzige was mich ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, dass die Augen, trotz der perfekten Technik, leer wirken. Die Identifikation mit den Figuren wird dadurch geschmälert.
Apropos Charaktere. Jim Carrey leiht 8 Charakteren nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Stimme. Das ist besonders beeindruckend vor dem Hintergrund das seine Figuren mit unterschiedlichsten englischen Akzenten sprechen. Das macht er wirklich super und beeindruckte auch die internationale Journaille. Bei der groß anberaumten Pressekonferenz kam mir der Superstar, aber irgendwie ein bisschen komisch vor. Fast ein bisschen verunsichert. Seine Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel: Warum er bei diesem Film mitgemacht hätte?
Beantwortete er mit den Worten: Ich wollte dem englischen Volk eine der größten Geschichten der Welt zurückgeben! ??????Äh, Hallo, was hast Du gesagt?! Er war unglaublich ernst, aber auch ziemlich anbiedernd. So hätte ich ihn mir gar nicht vorgestellt. Super sympathisch und cool war Colin Firth. Jede Frage war für ihn ein Spaß und eine große Herausforderung. Ich wollte wissen, „Warum er es wichtig findet, dass die Geschichte so düster und gruselig erzählt wurde!“ Colin: „Ich mag Weihnachten nicht, auf einmal drehen alle Leute durch, die vorher zu Dir unfreundlich waren und jetzt wünschen sie Dir fröhliche Weihnachten und nur das Beste. Das ist doch verlogen. Ich mache das so häufig ich kann, aber Weihnachten total doof finden, kann ich ja auf Grund meiner Kinder ja auch nicht.“ Für Ihn ist der Bösewicht Scrooge übrigens der Held, weil jeder sich ein bisschen in diesem Fiesling selbst entdecken kann. Übrigens wer jetzt denkt, „Mensch da gehe ich mit meinen Kindern, Neffen, Patenkindern rein, dem sage ich nur Stopp!! Der Film ist wirklich beeindruckend, aber ganz schön düster und gruselig. Ich habe mir das ein oder andere mal auch fast in die Hosen gemacht, was nicht unbedingt was heißen soll.
Machen wir weiter mit dem nächsten Interview und dem dazugehörigen Film. Es gibt zur Zeit keinen Schauspieler der mehr arbeitet als er, Gerard Butler. Von einer romantischen Komödie zur nächsten und dann wieder ein bisschen Action zwischendrin. Logisch das man bei so viel Arbeit nicht nur als Schauspieler am Gewinn partizipieren will und deshalb hat er gerade auch eine Produktionsfirma gegründet, der Name „Evil Twin“. Das erste Projekt „Gesetz der Rache“.
Der Trailer hat viel Appetit auf diesen Film mit Jamie Foxx und Gerard Butler gemacht und das zu Recht. Ich habe ihn morgens um 9.00 Uhr gesehen, definitiv keine gute Zeit dafür. Der Film steigt knallhart ein und auch viele andere Szenen die darauf folgen sind nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Einige inhaltliche Ungereimtheiten beiseite, ist der Film sehr spannend vor allen Dingen, weil man nicht genau weiß, wer eigentlich der Böse sein soll. Diejenigen die den Film schon gesehen haben, sagen jetzt bestimmt: „Mann, der Gätjen schon wieder, der hat den Film nicht verstanden, natürlich ist Gerard der Bad Guy.“ Ja, er bringt Leute um, ja er dreht durch und ja, es ist nicht richtig was er macht. Die Frage, die der Film, aber aufwirft und die Gerards Figur für sich selbst beantwortet ist: Was macht man, wenn einer oder sogar mehreren Personen die einem sehr nahe stehen, etwas Schreckliches passiert, dass von anderen verursacht wurde? Ich schreibe ein bisschen kryptisch, damit ich nicht zu viel verrate, von dem was Euch im Kino erwartet. Übrigens eine typische frage früher bei der Musterung: Ah Herr Gätjen, sie wollen nicht zum Bund, sie verweigern den Dienst an der Waffe, aber was würden sie machen, wenn jemand vor Ihren Augen Ihre Freundin angreift und neben Ihnen liegt eine Waffe? Würden sie davon gebrauch machen? Zur Antwort komme ich später.
Jetzt sitze ich erstmal dem Mann gegenüber, der in „300“ König von Sparta war, der neben Christian Bale Drachen bekämpfte, im Film Katherine Heigl und Jodie Foster verführte und im echten Leben angeblich die Herzen von Jessica Simpson, Lindsay Lohan und Kate Hudson brach. Er ist ein Tier, Mitte/Ende 1,80m groß, breitschultrig und sehr sympathisch. Breites Grinsen im Gesicht und einer immensen Ausstrahlung. Mit seinem amerikanisch-schottischen Englisch wirkt er cool, aber auch witzig. Seinen Erfolg kann er immer noch nicht fassen, genießt es aber ungemein, tausend verschiedene Rollen zu spielen. Und jetzt kommen wir zur oben angesprochen Frage, was würde er machen, wenn jemand, eine sehr nahe stehende Person aus seinem Umfeld, verletzten, angreifen oder sogar töten würde? Sein ganzer Körper spannt sich an, seine Augen flammen auf und er sagt: Selbstjustiz ist etwas Verabscheuungswürdiges und sollte nicht toleriert werden. Aber ganz im Ernst, ich wüsste nicht, was ich einer solchen Situation machen würde, ob ich noch rational denken würde. Der- oder diejenigen die das machen würde, müssten sich richtig warm anziehen. Bei dieser Antwort lehnt er sich zurück und verschränkt seine Oberschenkel, dass die Muskeln aufblitzen. Äh, Entschuldigung seine Oberarme verschränkt er, aber die sehen aus wie Oberschenkel. Ein super Interview, das einen mehr über den Film nachdenken lässt, als man anfangs vermutet hat.
Nächste Woche erzähl ich Euch mehr über die Premiere von „2012“.
Tags: A christmas Carol, Christian Bale, Colin Firth, der filmblog, Disney, Eine Weihnachtsgeschichte, Gerard Butler, Gesetz der Rache, Jamie Foxx, Jim Carrey, Steven Gätjen
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