Steven Gätjen über die Premiere des Films ‘2012′ von Roland Emmerich


Meine lieben Kinofreunde,

cover_2012heute beschäftigen wir uns mit dem Thema: Wenn unserer Politiker wissen würden, dass unsere Welt, wie wir sie kennen zu Ende geht, würden wir das wissen wollen? Um die Frage zu beantworten muss ich mal wieder ein bisschen ausholen. Roland Emmerich ist ein Visionär und ein Regisseur, den ich für seinen unglaublichen Mut neue Wege zu gehen bewundere. Als er vor langer Zeit einmal an der Münchner Filmhochschule studierte und den teuersten deutschen Abschlussfilm aller Zeiten drehte (Das Arche Noah Prinzip 1984 für sage und schreibe 1 Million Mark), belächelte Ihn die deutsche Filmszene. Ein geiler Film, damals und auch heute noch. Bei dem was ich gleich sagen werde, wird es wieder viele empörte Stimmen geben, nach dem Motto: wie kann er das nur sagen! Das ist mir völlig egal, denn ist eine Tatsache, dass in unserem Land der Dichter und Denker, Menschen mit neuen Visionen und Ideen, immer gedeckelt und ausgebremst werden.

Roland Emmerich war schon damals jemand der nach Vorne geschaut hat, für den Grenzen keine Hindernisse waren, sondern die Motivation, noch höher zu springen. Das hat er nach dem Studium angefangen in den USA zu machen. Dabei ist er immer seiner Linie treu geblieben. „Moon 44“ war gut, „Stargate“ sehr gut und „Independence Day“ der absolute Knaller. Obwohl ich sagen muss, dass ich ihn als erstes alles andere als gut fand. Mittlerweile gehört er zu meinen Lieblingsfilmen. Übrigens drehte sich die öffentliche Meinung nach diesem Megaerfolg auch hierzulande. „Godzilla“ halten viele für einen Ausrutscher, aber auch dieser Film ist super. Die alten japanischen Trashversionen haben ihren ganz eigenen Charme, aber Emmerichs Streifen hat genau diese Elemente noch aufgestockt und Godzilla zu dem Monster gemacht, das wir alle gerne sehen wollten.Roland_Emmerich_foto „The Day after Tomorrow“ war von den Spezialeffekten grandios und von seiner „Message“ her unglaublich aktuell und auf den Punkt. „10.000 B.C.“ war, das muss auch ich zugeben, nicht mein Ding. Und jetzt stelle ich eine gewagte These auf: Dieser Film war so schwach, weil die Charaktere einfach nicht stark genug waren. Hä!!! Wie meint der Gätjen das? Ganz einfach, auch wenn alle immer behaupten Blockbuster bestechen nur durch ihre Special Effects, der hat sich geschnitten. Denn eine Sache versteht Roland Emmerich immer, die Charaktere in seinen Filmen mit super Schauspielern zu besetzen. Matthew Broderick, Dennis Quaid, Will Smith, Randy Quaid, Mel Gibson, Danny Glover, Oliver Platt (aus Stargate) und jetzt in seinem neuen Streifen John Cusack, Woody Harrelson, Amanda Peet, Chiwetel Ejiofor. Oder glaubt ihr im Ernst, das dass nicht zählt. Das man das mit Spezialeffekten wettmachen kann. Logisch waren die beiden Hauptdarsteller bei „10.000 B.C.“ knackig und hübsch, aber ihnen fehlte die Tiefe. Logisch auch, dass seine Filme manchmal ein bisschen zu pathetisch sind, aber wir reden hier über Popcorn Kino. Das macht er super. Er kann ja auch anders, siehe „Trade“ oder jetzt „Anonymous“, den er in Berlin/Babelsberg dreht. Kommen wir also zu „2012“. Nach „The Day after Tomorrow“ wollte er nichts mehr kaputt machen, dass war genug. Aber sein neuer „Partner in Crime“ Harald Kloser, mit dem er bereits „10.000 B.C.“ gemacht hatte, hatte die Idee einer Sintflut und einer Arche in unserer Zeit und so ward die Idee fürjohn_crusack „2012“ geboren. Zurückgezogen in ein schönes Haus in Thailand schrieben die beiden den so genannten ersten Draft. Daraus erwuchs dann die Verquickung mit den Theorien der Mayas, dass mit dem Ende ihres Kalenders am 21.12.2012, die Welt in ein neues Zeitalter aufbricht. Zu Ende geht, anders wird, auseinander fällt, explodiert, was immer man da auch rein interpretieren will. Emmerichs und Klosers Version ist wie gesagt nur ein Film. Ach ja eine Sache habe ich noch vergessen: Roland hat seine eigene Art und Weise Stoffe in die Tat umzusetzen. Er finanziert die komplette Arbeit am Drehbuch vor und lässt dann die Studios antanzen um darum zu bieten. Das garantiert ihm die komplette Unabhängigkeit diesen Stoff zu verfilmen. Smart!!! Übrigens ein fettes Lob an Sony Pictures, die parallel laufende Marketingkampagne zu „2012“ ist wirklich super. Es gibt eine Website zur Figur von John Cusack, der einen Autor spielt, die www.farewellatlantis.com heißt und zusätzlich noch eine die sich www.instituteforhumancontinuity.com, bei der man sich mit der Zukunft der Menschheit beschäftigt. Ganz wichtig: Alles mit einem Augenzwinkern!

Kommen wir zum Film: wenn man mir sagt, er dauert 158 Minuten, denn meldet sch automatisch mein Hinterteil und meine Blase. Keine Chance, dass schaffe ich nicht, dass hat bisher nur die „Herr der Ringe Trilogie“ vollbracht, mich derartig an den Sitz zu fesseln. Und jetzt kommt es, ich habe es nicht gemerkt. Nichts, nadda, nothing. Meine Blase ist anschließend fast explodiert, aber ich konnte nicht aufstehen. Die ersten 45 Minuten werden die Figuren vorgestellt, super. Man taucht komplett in die Geschichte ein und will nicht, das dass passiert was man schon ahnt: Dass die Welt in Schutt und Asche versinkt. Aber das was dann passiert, kann man nicht erwarten und mit irgendetwas vergleichen was es bisher im Kino zu sehen gab. Genau die Hälfte des Films, sind nur Special Effects. Mehr verrate ich nicht, weil ich auch gar nicht weiß, wie ich das Gesehene beschreiben soll. Chapeau Roland Emmerich!!! Ihr werdet es nicht glauben können und das Kino mit gemischten Gefühlen verlassen. Zum einen, weil es einfach super gemacht ist und zum anderen, weil er nachdenklich macht. Nicht in Bezug auf das Datum „2012“, sondern eher nach dem Motto, wir sollten ein bisschen mehr Acht geben auf unsere Planeten.

Woody_HarrelsonDie Schauspieler sind hervorragend, allen voran Woody Harrelson, Oliver Platt und John Cusack. Woody spielt einen verwirrten Piratenradiosender Moderator, der das Ende der Welt nahen sieht, großartig. Oliver Platt den zynischen, eiskalten Berater des amerikanischen Präsidenten, dessen Entscheidungen, dennoch nachvollziehbar sind und John Cusack einen erfolglosen Autor, der es nicht auf die Reihe bekommt seine Ex-Frau und Kinder zuverlässig zu versorgen. Vor dem Interview mit John sagten mir alle, er sei unglaublich mundfaul und nicht so gut drauf, weil er tierische Rückenschmerzen habe. Ein super Start, wenn man weiß man hat nur 5 Minuten, um ihm ein paar interessante Antworten zu entlocken. Auf ging es. Erstmal muss ich sagen, John Cusack ist sehr groß. Hätte ich nicht erwartet. Bestimmt an die 1,90 m. Er ist freundlich und wirkt entspannt und jetzt weiß ich warum alle denken er hat keinen Bock, er hat auch im wirklichen Leben, diesen Hundeblick. Wisst ihr welchen ich meine? Schaut Euch mal seine Filme an. Er guckt so, als wenn er keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Das ist sein Trick, dahinter steckt nämlich ein sehr aufgewecktes und charmantes Kerlchen. Ich fand ihn klasse. Etwas aus dem Tritt, war Amanda Peet. Kein Wunder, wenn man einen Nachtflug aus New York hat und am nächsten morgen direkt Interviews geben muss. Dennoch sehr apart und nett. Lange rede kurzer Sinn, der Film ist der Hammer und es lohnt sich auf jeden Fall dafür ins Kino zu gehen.

Übrigens als kleine Info am Ende: Roland Emmerich sagte im Interview, dass er begeistert ist was man heutzutage alles am Computer machen kann und am allerliebsten würde er viele Dinge bei Independence Day noch mal neu machen. Auf so eine Aussage gab es natürlich nur eine mögliche Frage: Wie sieht es denn mit Independence Day 2 aus? Sehr gut, die Idee gibt es schon, das einzige Problem wäre aber der Hauptdarsteller, der gefragteste Schauspieler unseres Planeten: Will Smith. Er hätte ebenfalls total Bock, aber man müsste noch einen gemeinsamen Zeitraum für die Dreharbeiten finden. Also freut Euch drauf.

Nächste Woche gibt es an dieser Stelle mehr zum Hype um „Twilight – New Moon“.

Bis dahin, liebe Grüße
Euer Steven Gätjen

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One Response to “Steven Gätjen über die Premiere des Films ‘2012′ von Roland Emmerich”

  1. Samir sagt:

    Endlich, hab ich es auch geschafft “2012″ zu sehen. Ich komme gerade aus dem Kino. Stimme dir zu, hat richtig Spaß gemacht. Störend empfand ich nur die Pause mittendrin. Ich war echt gefesselt von der Story und den Bildern. Zum Glück war “10.000 BC” nur ein Ausrutscher. Positiv aufgefallen sind mir Chiwetel Ejiofor und natürlich Woody! Im Vergleich hat meiner Meinung nach “The Day after tomorrow” trotzdem die Nase vorn. Besonders gut hat mir damals der Score gefallen. Ungeschlagen selbstverständlich “ID4″! Ein zweiter Teil wäre der Hammer! Beste Grüße, Samir

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