Steven Gätjen trifft Brad Pitt und Quentin Tarantino


Moinsen meine liebe Filmfans,

heute möchte ich gerne meine paar Zeilen einem Film widmen, auf den viele Fans schon seit Monaten schmachtend warten: „Inglourious Basterds“.

Mittlerweile schon in fast jedem anderen Land wurde eine Premiere organisiert, aber keine war so groß und so gigantisch wie in Berlin im Berlinale Palast in der vergangenen Woche. Nicht nur, weil die Babelsberg Filmstudios in Berlin Potsdam Dreh und Angelpunkt der Produktion gewesen sind, sondern weil jeder deutsche Schauspieler und sogar Brad Pitt anwesend waren. Kommen wir gleich zum Superstar und Berlinliebhaber, weil er in der deutschen Hauptstadt viele Freunde hat.

Als Leuitenant Aldo Rayne ist es seine Aufgabe mit seinem kleinen Trupp möglichst viele Nazis zu erschlagen. Für den Vater von 6 Kindern stand es völlig außer Frage, ob er jetzt in einem Tarantino Film mitmachen würde oder nicht. Er sagt sofort zu. Zu privaten Themen hielt er sich aber ansonsten in unserem Interview sehr zurück. Und ich muss ganz ehrlich sagen, das stört mich nicht, ich spreche gerne über den Film über die Rolle über das ganze drum herum, aber ob er jetzt noch ein Kind adoptiert oder wie es in der Beziehung zwischen Angelina und ihm aussieht, interessiert mich wirklich nur ganz oberflächlich. Trotzdem mussten solche Fragen gestellt werden, denn Pro7 wollte das Interview nicht nur bei taff, sondern auch bei „red“ einsetzen und da ist so etwas gefragt. Anyway, Brad Pitt ist jemand der sich sehr gut Personen merken kann, ich hatte den Vorteil ihn in diesem Jahr schon zweimal interviewen zu dürfen, einmal zu Benjamin Button und beim zweiten mal auf dem roten Teppich der Oscars. Dennoch ist er jemand der es natürlich immer wieder versucht, wie ein kleines Kind, den Gegenüber zu foppen. Diesmal sprach er von der Tatsache, das er die Rolle nur bekommen hätte, weil er sich vor Quentin vornüberbeugen musste, er sei eine so genannte „Directors whore“. Darüber freut er sich dann wie ein kleines Schnitzel und man selbst weiß nicht wie man darauf jetzt reagieren sollte. Lange Rede kurzer Sinn, er ist ein wirklich „Klasse-Typ“ mit einer ordentlichen Portion Humor und viel Spaß bei der Arbeit.

Übrigens alle weiblichen Anwesenden haben während des 10 Minuten interviews keinen Mucks von sich gegeben, die waren wie hypnotisiert.

Der eigentliche Star bei „Inglourious Basterds“ an dem Tarantino übrigens knapp 10 Jahre geschrieben hat ist Christoph Waltz. Seine Kunst hat nicht nur die Goldene Palme verdient, sondern auch einen Oscar und da bin ich mal gespannt, ob sich die Academy dazu hinreißen lässt. Als Interviewpartner ist er ein hartes Stück Arbeit, aber auch eine tolle Herausforderung. Er seziert jede Frage und stellt anschließend die Frage an sich selbst in Frage. Das führt dazu das man häufig den Faden verliert, aber auch die eigene Fragetechnik hinterfragt. Ich hoffe ich habe Euch jetzt nicht verloren.

Je länger ich über den Film nachdenke, desto begeisterter bin ich. Tarantino hat wirklich wieder all seine Filmleidenschaft und sein Talent in ein Füllhorn gegossen und obwohl er hin und her gerissen war, zwischen einer mehrteiligen Fernsehserie und einer Trilogie, hat er es doch geschafft einen Film auf die Leinwand zu bannen, der den Kinozuschauer mitreißt. Alleine der Anfang, also das erste Kapitel, ist schon unglaublich. Ursprünglich 40 Minuten lang wurde es auf 20 Minuten gekürzt. Christoph Waltz steigert sich immer mehr und mehr, und wird immer perfider, gemeiner und rücksichtloser. Ich kann „Inglourious Basterds“ nur empfehlen. Übrigens sorgte Tarantino auch am Set für allerlei schöne zwischen Anekdoten. Nach jeder 100ten Filmrolle gab es für das ganze Team Tequilla, egal ob morgens, mittags oder abends. Er zeigte einmal wöchentlich, am Donnerstag, aus seiner Privatsammlung einen Film auf einem alten Kinoprojektor und hielt eine 10-minütige Laudatio, warum und wieso er diesen Film ausgewählt hatte. Alle Schauspieler bei diesem Projekt sagten, das sie noch nie jemanden kennen gelernt haben, der über ein solches Filmwissen verfügt. Für Daniel Brühl wurde das fast zum Verhängnis. Er wollte unbedingt bei diesem Filmprojekt mitmachen und am Abend vor dem Casting wollte er Tarantino beeindrucken und mit ihm ein bisschen über das Filmgenre parlieren. Nach spätestens 3 Minuten war Tarantino in seiner eigenen Welt und die Möglichkeit für Daniel ihn zu beeindrucken futsch. Zu Recht hat er aber dennoch in dem Film mitgespielt. Und zu Recht hat Tarantino jetzt auch eine eigene Straße in den Babelsberg Studios, sie ist direkt an der Ecke von der Georg Wilhelm Pabst Strasse, seinem filmerischen Idol.

Bis nächste Woche

Euer Steven Gätjen

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