Steven Gätjen im Gespräch mit den 'Funny People' Adam Sandler und Judd Apatow


Meine lieben Kinofreunde,

worüber spricht man, wenn man auf einem Fest, Essen, Geburtstag oder einer Firmenfeier eingeladen ist. Genau! Ich habe auch keine Ahnung. Meine neue Lieblingssocialfrage lautet deshalb immer, um das Eis zu brechen: „Wenn jetzt eine gute Fee vor Ihnen landen würde und Sie dürften sich aussuchen, ob sie lieber ein berühmter Rockstar, Schauspielstar oder Sportstar sein wollen?! Was würden Sie wählen?“

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Ich hätte mich ganz klar für Rockstar entschieden, am besten bei Bon Jovi in der band. Das ist eine andere Geschichte. Was das jetzt alles mit Kino zu tun hat, kann ich Euch ganz genau sagen. Denn das hat heute etwas mit dem Film zu tun. Denn meiner Ansicht nach müsste noch eine vierte Option zur Debatte gestellt werden und zwar: „Mit einem seiner besten Freunde gemeinsam erfolgreich sein“. Wie würdet ihr entscheiden? Warum? Ganz einfach: Judd Apatow und Adam Sandler sind das beste Beispiel. Sie waren zu Gast in Berlin um ihren neuen Film „Funny People“ zu deutsch „Wie das Leben so spielt“ vorzustellen. Sie gaben nur gemeinsam Interviews. Warum? Weil sie während des Studiums zusammen gewohnt haben. Das ist mittlerweile fast 20 Jahre her. Es ist unglaublich schwierig 2 Menschen zu gleich zu interviewen. Man hat nie richtig die Möglichkeit nur einem der beiden eine Frage zu stellen, weil sich dann, der andere übergangen fühlt. Das bedeutet man wird allgemein und das ist auch wieder nicht gut, weil man dann nicht das bekommt, was man eigentlich braucht. Schwierig, schwierig. Bei Adam und Judd ist das ein bisschen anders. Ich habe mir vorgestellt ich sitze mit meinem besten Kumpel da und muss Fragen beantworten. Das wäre ein richtiger Spaß. Da sitzen also nun diese beiden, Anfang Vierzigjährigen, Herren, der eine mit Vollbart, Sneakers und Polohemd, der andere mit einem viel zu großen Hemd und diesem typischen spitzbübischen Lächeln und warten auf meine erste Frage.

Wie steigt man ein? Will man auch witzig sein oder sachlich, charmant oder schüchtern. Egal, einfach Feuer frei. „Wie ist das so mit seinem besten Freund zusammen zu arbeiten?“ Und jetzt geht es los, beide gucken sich an, wie man das nur unter guten Freunden tut, tausende von Gedanken schießen den beiden jetzt durch den Kopf und schon wieder denke ich daran wie Blicke von meinem besten Freund mich gleich in Lachlaune versetzen. Hier ist es nicht anders. Sie gackern, sie pisacken sich, sagen Insider und haben sichtlich Spaß. Warum auch nicht, sind die beiden doch immer jung geblieben und werden es auch immer bleiben. Kurz zum Film. „Wie das Leben so spielt“ ist nicht autobiographisch, aber zum großen Teil angelehnt an das Leben der beiden. Als aufstrebende Stand-Up Comedians, wie das so ist zusammen zu leben. Und weil so viele Geschichten erzählt werden können werden diese in dem Film auf die Köpfe vieler verschiedener großartiger amerikanischer Schauspieler (ich benutze bewusst diesen Ausdruck, weil die Comedians hier auch wirklich spielen können) verteilt. Seth Rogen, Jonah Hill und Jason Schwartzmann sind neben vielen anderen dabei.

Zurück zum Interview. Wir diskutieren darüber, ob es wichtig ist heutzutage Fäkalhumor in Filme einzubauen. Viele Stand-Up-Shows in den USA handeln vom Intimbereich und seinen Geräuschen, Ausdünstungen und allerlei anderen Dingen. Kann man ja machen, aber muss das sein. Judds Antwort: „Ja warum nicht, warum muss man denn andere Leute im Film erschießen, da zeige ich doch lieber einen Pimmel und die Leute fangen an zu lachen“. Daraufhin sage ich: „Der ultimative Film wäre adam_sandler_picdann also, wenn jemand von einem Pimmel erschossen werden würde?!“ Stille. Immer noch Stille. Beide gucken mich an. Nichts passiert. Ich warte darauf das gleich zwei riesige Security Guards reinkommen mich am Hemdkragen packen und mich teeren und federn. Und dann auf einmal fangen sie schallend an zu lachen und sagen: „Junge, Du hast es geschnallt. Genauso entsteht Stand-Up Comedy. Man spricht mit Freunden über ein Thema und eine Pointe jagt die andere, bis es einer geschafft hat die anderen zu toppen.“ Wow, heißt das jetzt ich bin deren Freund. Natürlich nicht Gätjen, wach mal auf und dreh nicht durch. Aber das ist schon toll, wenn 2 der lustigsten Leute aus Film & Fernsehen über einen lachen. Nette beste freunde. Ach ja eine schöne Geschichte die im Gespräch mit Leslie Mann, der Ehefrau von Judd ans Tageslicht kam, ist das sie Adam Sandler schon länger als Ihren Mann kennt und das kam so. Vor Jahren stand sie gemeinsam mit ihren Mädels an einer Bar in Hollywood. Nicht unweit von ihr stand Adam mit seinen Kumpels, von denen viele noch mit ihm zusammen arbeiten. Plötzlich kam einer der Herren mit einem Zettel zu Leslie, auf dem in Ketchup geschrieben stand: Nice Back! Der Freund fragte, ob Leslie nicht Lust hätte seinen Kumpel Adam kennen zu lernen und mit rüber zu kommen. Wenn er mich kennen lernen will, soll er rüberkommen. Ein „Wer kommt zu wem“ Stand Off an der Bar, dem sich keiner fügen wollte. Ein paar Wochen später trafen sich Judd und Leslie, mochten sich und gingen gemeinsam zu einer Geburtstagsparty. Wer war noch da? Natürlich Adam. Leslie schrie quer durch den Raum: „Hey Ketchup Man!“ Und damit war das Thema vergessen und das Eis gebrochen. Sie arbeiten immer noch zusammen und schätzen sich sehr. Was lernen wir daraus? Keine Ahnung, vielleicht nicht ein Mädchen mit Ketchup Botschaften anbaggern, oder immer seinem Bauchgefühl folgen?!  Nein, Freunde sind super! Und „Funny People“ ebenfalls.

Bis nächste Woche
Euer

Steven Gätjen

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