Montag, April 26th, 2010
Meine lieben Kinofreunde,
heute möchte ich mich einem Phänomen widmen, dem wir uns alle auf Dauer nicht entziehen können. Miley Cyrus. Ich weiß, viele von Euch werden jetzt erschrocken zurück weichen, aber keiner kann sich diesem unglaublichen Hype entziehen. Schaut man sich die Tenniepresse an, gibt es keine Zeitschrift auf der nicht irgendetwas über die bald 18jährige steht. Begonnen alles wieder in der Tennietalentschmiede Disney. Von Britney Spears, über Justin Timberlake, Zac Efron oder Vanessa Hudgens, des Gespür der Mousketeers für junge Talente ist enorm, auch wenn die natürlich knallhart durch die Maschinerie gequetscht werden, um alle Vorraussetzungen zu einem echten, lupenreinen Image zu erfüllen.
Doch das was man mit Hannah Montana und Miley Cyrus geschafft hat, überstieg selbst die kühnsten Erwartungen eines der größten Unternehmen unseres Planeten. Bei “Google” variiert die Zahl der Einträge über Miley Cyrus zwischen 34 und 35 Millionen. Angeblich hat sie mit Ihren Platten, Videos, Merchandise, Filmen und DVDs mittlerweile ein Privatvermögen von mehr als 1 Milliarde Dollar angehäuft. Mädchen und Jungen in der Pubertät kriegen gleichermaßen leuchtende Augen, wenn sie Ihren Namen hören. Aber auch irgendwann ist für eine aus Nashville stammende Künstlerin diese Zeit vorbei und man sehnt sich nach ernsteren Rollen, insgesamt will man einfach ernster genommen werden. Bei der Oscar Verleihung 2009, sagte sie zu mir am roten Teppich: “Nächstes Jahr bin ich mit einem meiner Filme selbst für einen Academy Award nominiert.” Ich hoffe sie meinte nicht “Hannah Montana“. Ihre Patentante Dolly Parton hat ihr sicherlich zugeflüstert, Musik und Glauben sind alles was Du brauchst mein Schätzchen, aber man muss sagen dafür ist die kleine Milliarderin zu schlau.
Einer der größten Schnulzenromanschreiber der Welt, Nicholas Sparks, dachte anscheinend genauso und schrieb ihr die Rolle der Ronnie, in der Drehbuchfassung seines Romans “The Last Song” auf den Leib. Und sie macht das wirklich gut. Man merkt, das sie wirklich Talent hat und ihr eine große Karriere bevor steht, auch wenn es an einigen Ecken noch ein bisschen unbeholfen wirkt. Aber man muss natürlich auch sagen, das die Verfilmung eines Nicholas Sparks Romans, jedes Klischee bedient, das man sich nur vorstellen kann. Rebellisches Kind entfernt sich von den Eltern, großes Musiktalent ohne Lust es zu nutzen, rebelliert gegen alles und jeden, eigentlich aber ein guter Kern, krebskranker Vater, Tierschützerin, der Sonnyboy mit einem dunklen Geheimnis, seine reichen Eltern die, die arme Miley verschmähen, die Dorfschönheiten die einfach nur zickig und nervig sind, die langsam entstehende Liebe, der Vertrauensbruch…etc.
Nun hat Miley angefangen, ihre Karriere in die eigenen Hände zu nehmen und ihren Fans zu zeigen, hört zu, langsam ist es Zeit erwachsen zu werden, aber natürlich nicht ohne Euch, also macht und kommt mit. Das sie nebenbei auch privat erwachsen wird, hat natürlich, wie es sich in Hollywood gehört mit dem Film zu tun. Sie und Co-Star Liam Hemsworth (angeblich der neue Conan) sind jetzt auch im echten Leben ein Paar, das hat Miley dazu veranlasst, kurz mal aus ihrer Portokasse ein Liebesnets für 3,4 Millionen Dollar für die beiden Kalifornien zu kaufen, natürlich neben dem Haus ihrer Eltern. Also lange Rede kurzer Sinn, Miley Cyrus wird es schaffen, vom Teeniestar zu einem Megastar zu werden und wer es gerne ganz schnulzig mag und vielleicht etwas bei seiner Freundin gut zu machen hat, oder ein Datemovie braucht der sollte sich “The Last Song” oder “Mit Dir an meiner Seite” nicht entgehen lassen.
Viel Spaß im Kino und bis bald
Euer Steven Gätjen
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Montag, März 8th, 2010
Meine lieben Kinofreunde,
es ist vollbracht. Die 82te Oscarverleihung ist zu Ende und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich auch! Es war ein ganz schöner Ritt in diesem Jahr, aber wir haben unser Bestes gegeben, um eine tolle Show hinzulegen.
Am besten ich fange ganz von vorne an. Die Position ist, wie man im englischen so schön sagt “key”. Wenn man auf dem roten Teppich gut steht, kann man auch alle Stars bekommen, die man haben möchte. In diesem Jahr standen wir an einem Platz, der würde ich mal sagen, suboptimal gewesen ist. ABC, der nationale Broadcaster, hat sich natürlich die besten Plätze geschnappt und wie ich schon vor einigen Tagen erzählt habe, waren es insgesamt 6 an der Zahl. Das hat dazu geführt, dass die Stars Stunden bei ihnen verbracht haben und dadurch natürlich nicht zu den restlichen Teams kommen konnten. Dank der Hilfe von Scott Orlin haben wir aber viele vor unsere Linse bekommen. Technische Probleme haben dann noch dafür gesorgt, das bei uns das Adrenalin noch schneller und länger durch die Adern pumpte. Das ist Fernsehen und deshalb liebe ich die “live” Situation so unglaublich, denn man weiß nie, was passiert. Jetzt zu den Stars: Zoe Saldana, Quentin Tarantino, Amanda Seyfried, Zac Efron, Diane Kruger, Jeremy Renner, Sandra Bullock, Hellen Mirren, Christopher Plummer, Christoph Waltz, James Cameron, Mo’Nique, Mariah Carey, Sam Worthington und noch einige mehr, haben bei uns angehalten. Bei Sandra Bullock wusste wir, das sie Gummibärchen mag, also haben wir Gummibärchen besorgt, die sie uns dankend aus den Händen gerissen hat. Eine Sache habe ich aber noch zusätzlich gelernt: nicht die Parties nach den Oscars sind das Highlight, sondern die am Abend davor. Beide, James Cameron und Quentin Tarantino, haben es mit ihrem Cast richtig krachen lassen und die jeweilige Bar bzw. das Restaurant gerockt. Bei Quentin hat man das dann bei der Oscarverleihung mehr gesehen, als beim Überregisseur. Die Krawatte des “Inglourious Basterds“-Machers hing schief, war zu kurz und sein Haar zersaust, aber warum nicht.
Ansonsten kam die Verleihung für mich sehr bieder und langweilig herüber. Nichts wird mehr dem Zufall überlassen, Platz für Emotionen gibt es fast nicht mehr. Die Bühne war zwar superstylish, aber kalt und die Tanznummer zur Kategorie “Bester Song” war extrem altbacken. So etwas gehört nicht mehr zu einer modernen Oscarverleihung. Die Moderatoren waren gut, aber unterfordert, nur ab und zu ist das Improvisationstalent von Steve Martin und Alec Baldwin aufgeblitzt, gerne mehr davon. Spannend war das Rennen zwischen “Avatar” und “Tödliches Kommando“. Wer hätte gedacht, dass es so klar ausfallen würde. Der erfolgreichste Film aller Zeiten, gegen den von der Kritik hoch gelobten, aber an der Boxoffice gefloppten Streifen der Ex-Frau von James Cameron.
Kathryn Bigelow, ist ohne Zweifel eine fantastische Regisseurin, aber dass der Film gleich 6 Statuen mit nach Hause nimmt und das auch noch in den 3 Wichtigsten (Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Film), hätte ich nicht gedacht. Aber so ist es nun mal und spannend war es definitiv. Jetzt rocken die Gewinner und sicher auch Verlierer die fielen Parties hier in Hollywood. Natürlich auch die genau gegenüber von meinem Hotel, die Vanity Fair Party. Morgen wird dann noch ein bisschen darüber geplaudert, wer hätte gewinnen können und müssen und wer das Rennen dann am Ende doch gemacht hat. Was mich auf jeden Fall noch zu Christoph Waltz bringt. Was für ein Schauspieler, aber am Teppich konnte er, egal wie gut er ist, seine Emotionen nicht verbergen. Die Last der große Favorit zu sein, lag schwer auf seinen Schultern. Ein bisschen zittern und Aufregung konnte man sehen. Umso erleichterter war er schließlich, als er den Oscar in den Händen hielt, verdient hat er es. Enttäuschung bei den anderen Nominierten von “Das weiße Band“. Dennoch ein Riesen-Erfolg für den deutschsprachigen Film.
Mein Fazit: Rock N Roll am Teppich und zurückhaltende Stimmung bei der Verleihung, ich hoffe das im nächsten Jahr auch ein bisschen mehr Pfeffer in der Show steckt. Mein Weg führt jetzt noch in ein nettes Diner mit dem Rest der Crew auf dem Sunset und dann geht es ab ins Bettchen.
Bis bald,
Liebe Grüße
Aus Hollywood
Euer Steven Gätjen
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Donnerstag, März 4th, 2010
Meine lieben Filmfreunde,
ein weiterer Tag in Los Angeles neigt sich dem Ende zu und man kann förmlich das Knistern in der Luft spüren und die Aufregung vor dem großen Event am kommenden Sonntag. Es gibt in dieser Stadt, die ansonsten vor Entertainment News nur so brennt, nur noch ein Gesprächsthema und das sind die 82ten Academy Awards.
In den letzten Wochen wurde ja schon viel darüber geredet, das es das Jahr des deutschsprachigen Films ist. “Das weiße Band“, “The Last Station” (fast komplett mit deutschen Geldern finanziert und in Deutschland gedreht), Christoph Waltz (”Inglourious Basterds“), Michael Haneke, Christian Berger (Kameramann “Das weiße Band“), Hans Zimmer (Musik für “Sherlock Holmes“) und natürlich Sandra Bullock. Ja, genau, die Sandra Bullock, aus Filmen wie “Speed”, oder “Crash”, “A Time to kill”. Der Superstar und jetzt als “Beste Hauptdarstellerin” für einen Oscar nominiert. Sie hat eine deutsche Mutter, viele Verwandte in Deutschland und eine ganze Zeit auch bei uns gelebt. Außerdem hat sie auf deutsch bei den diesjährigen Golden Globes ihre Verwandten gegrüßt.
Das muss doch reichen! Ich mache natürlich nur einen Witz, Sandra Bullock ist eine Amerikanerin. Trotzdem finde ich im Vorfeld einer solchen Veranstaltung immer die ganzen Diskussionen, welches Land, sich wie wann zu wem bekennt und wer für wen was gewinnen darf. Darüber redet hier natürlich keiner, sondern eher über die Leute die alles auf dem roten Teppich erscheinen werden und wer definitiv nicht. Zu letzteren gehört auf jeden Fall einer der Produzenten von “The Hurt Locker“. Der im Vorfeld die Oscarstatuten missachtete und an die Mitglieder der Academy eine e-Mail schrieb, in der er dazu aufrief, seinen Film zu unterstützen, anstatt das “Avatar” Monster. Das fand keiner lustig und deshalb darf er jetzt nicht mehr kommen. Das stelle ich mir richtig schlimm vor, da arbeitet man jahrelang an einem Projekt, setzt es in die Tat um und dann darf man den Erfolg nicht mal genießen. Neue Laudatoren werden fast täglich zu der, mittlerweile schon vor Starpower platzenden, Liste hinzugefügt. Mit dabei sind Sascha Baron Cohen, Jason Bateman, Kathy Bates, Miley Cyrus (die Nervensäge; letztes Jahr sagte sie zu mir: 2010 bin ich mit meinem Kinofilm “Hannah Montana – Der Film” nominiert; Puh war das knapp), Robert Downey Jr., Zac Efron, Tina Fey, Samuel L. Jackson, Taylor Lautner, Kristen Stewart, Ben Stiller, Barbara Streisand, John Travolta und wieder Single Charlize Theron. Und morgen geht es bestimmt weiter.
Ganz heiß werden die Partytickets in diesem Jahr gehandelt. Jeden Abend in der Woche gibt es ein Minimum von 6 Veranstaltungen. Das interessante daran ist, das die meisten nicht von Filmstudios ausgerichtet werden, sondern von Sponsoren oder Zeitschriften. Die Filmstudios haben keine Lust mehr gegen die angesagten Parties der “Partykonkurrenz” anzustinken und sparen lieber das Geld für die nächste Zelluloid Party. Nach den Oscars gibt es 3 Veranstaltungen, um die man sich hier reißt. Vanity Fair ist das Fest mit der höchsten Promidichte, hier sind sie alle. Das schöne daran ist, es findet direkt vor meinem Hotel statt, auf der anderen Straßenseite im Sunset Tower Hotel. Elton Johns AIDS Foundation kann ebenfalls mit einer ganzen Reihe an A Promis im Pacific Design Center aufwarten und last but not least, in diesem Jahr zum ersten mal, lassen die Busenfreundinnen Demi Moore, Madonna und ihr Manager Guy Oseary, es in seinem haus in den Hollywood Hills richtig krachen. Diese Tickets kann man nicht kaufen, man wird persönlich eingeladen. Während sich die Entertainment Welt an dem Abend vergnügt werden wir hart arbeiten, damit ihr all das zu sehen bekommt, was diesen Tag ausmacht. Deswegen hier auch 2 Fotos von einem Teil unseres Teams vor Ort in Los Angeles.
Thilo verzweifelt manchmal an all der Recherche die bei einem solchen Event nötig sind und frisst dann seinen Computer, während Burkhard, Matthias, Philipp und Frank, mal bei dem ganzen Stress ein paar Minuten Kalifornische Sonne genießen können. Ein wirklich großartiges Team, Danke an die Jungs.
Ich melde mich morgen wieder mit weiteren Neuigkeiten aus der Traumfabrik.
Bis dahin, alles Gute.
Bleibt sauber.
Euer Steven Gätjen
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Dienstag, September 8th, 2009
Moinsen meine lieben Filmfreunde,
heute möchte ich mich einem Genre zuwenden mit dem ich über die Jahre hinweg immer ein Problem gehabt habe, dem deutschen Film. Ich kann Euch auch ganz genau sagen warum, es gibt natürlich einige Lichtblicke an Filmen, Schauspielern, Regisseuren und Produzenten, aber vieles was ich auf der Leinwand gesehen habe, ist entweder schlecht kopiert oder einfach nur schlecht gemacht. In Deutschland halten sich alle Schauspieler für Künstler, ist ja in einem gewissen Sinn auch richtig, aber warum bedeutet das gleich, jede Rolle hat eine „Message“ und jeder Film eine viel tiefer liegende Wertigkeit. Warum kann ein Film nicht auch einfach nur unterhalten? Spaß machen? Wir beherrschen es immer wieder perfekt unsere Geschichte zu sezieren, analysieren und mit ihr klar zu kommen. Versteht mich nicht falsch, das ist ganz wichtig und wird auch großartig gemacht. Aber wo ist die Leichtigkeit, der Witz, der Spaß. Warum kann eine Schauspielerin oder ein Schauspieler nicht einfach sagen: „Das war total geil und hat riesigen Bock gemacht.“ Jeder versucht einem erstmal zu erklären wie unglaublich er/sie sich mit der Rolle auseinandergesetzt hat, was für emotionale Höhen und Tiefen durchlaufen werden mussten. Und am Ende stellt man fest sie haben eine Leiche gespielt. Ich wollte dieses Thema anschneiden, weil ich mit Euch gerne über zwei Filme sprechen möchte, die aus Deutschland kommen und in die Kategorie Unterhaltung fallen.
Zum einen „Gangs“ mit den Ochsenknecht Jungs. Hier hat sich eine Produktionsfirma aufgemacht „The Outsiders“, „Rumble Fish“, „The Wanderers“ und „Denn sie wissen nicht was sie tun“, einzudeutschen. Warum nicht?! Gute Idee und das funktioniert auch zum größten teil. Das einzige Problem ist der Film kann sich nicht entscheiden, bin ich ein „Coming of Age“ Drama oder eine Liebesgeschichte und so gibt es eine Reihe an Handlungssträngen die nicht nachvollziehbar sind. Trotzdem spannend zu sehen wie sich Wilson und Jimi Ochsenknecht über die Jahre verändert und gemausert haben. Der Film wird genau das für die Zielgruppe sein, was wir früher an „The Outsiders“ gemocht haben, rebellisch und ein bisschen dreckig. Trotzdem hätte ich mir mehr Mut von den Produzenten und von Disney gewünscht. Wenn man so einen Film macht, dann muss man auch volles Risiko gehen und nicht halbherzig, einen mit gebrochenem Herzen saufenden Jimi Blue (passt ja in diesem Fall) halbherzig an einer Rocker Bar platzieren. Dann muss es richtig knallen. Der Weg ist richtig, die Umsetzung aber leider nicht ganz gelungen. Während des Interviews mit den Darstellern ist mir eine der peinlichsten Sachen aller Zeiten passiert: ich habe tierische Schwitzanfälle bekommen! Wahnsinn mir lief die Suppe nur so runter. Wechseljahre, Stoffwechselprobleme, Nervosität. Ich glaube ein bisschen von allem. Die Jungs und Mädels müssen wirklich gedacht haben: „Alter, was ist denn mit dem alten Mann los?!“ Aber nix schlimmes passiert, niemand weggeschwemmt worden und gestunken hat es auch nicht.
Machen wir direkt weiter mit dem neusten Film von Michael „Bully“ Herbig. Bully hat es geschafft sich einen Status zu erarbeiten, mit dem er wirklich alles machen kann. Und das ist gut so! Denn so einer wie Bully funktioniert nur, wenn er sich kreativ komplett entfalten kann, ohne dass ihm Steine in den Weg gelegt werden. Sein Erfolg spricht für seinen Anspruch. Man muss sich mal anschauen, was er unglaubliches geschafft hat. „Der Schuh des Manitu“ eine Persiflage auf die Western Filme mit einem schwulen Indianer. „Traumschiff Surprise“ Persiflage auf das Sci-Fi Genre mit unglaublichen Special Effects. „Lissi und der wilde Kaiser“ ein Animationsfilm. Und jetzt die Verfilmung einer der beliebtesten Kinderserien aller Zeiten „Wickie und die starken Männer“. Da kann man sagen was man will, dieser Mann hat unglaublich Eier in der Hose und den Midas Touch. Was er anfässt wird ein Erfolg. Als Filmemacher ein unglaublich akribischer und wie man vielleicht nicht vermuten würde ernster Produzent und Regisseur, aber als Typ immer noch der gleiche von früher. Sein Ziel mit „Wickie und die starken Männer“ möglichst so nah an der Zeichentrickserie zu bleiben wie möglich, nicht geschichtlich akkurat, sondern unsere Kindheitserinnerungen mit einem Realfilm zu neuem Leben erwecken. Das ist ihm absolut gelungen. Tolle Darsteller von Wickie über Tjurre, Snorre, Urobe bis hin zu faxe. Einige Profis, andere, neue Talente. Die Premiere wurde vom Publikum frenetisch
gefeiert. Auch weil Bully nicht nur Drehbuchautor, Regisseur, Co-Produzent und Schauspieler war, sondern weil er auch das Titellied „Father and Son“ gemeinsam mit Sasha intonierte. Nicht schlecht, bin mal gespannt, was er als nächstes macht. Auf der Premiere ebenfalls mit von der Partie mein absolutes Fernsehidol: Joachim „Blacky“ Fuchsberger. Dieser Mann ist eine Legende und hat eine so unglaubliche Ausstrahlung, mit so viel Wärme: Gigantisch. Solche Leute bräuchte das Fernsehen heute noch. Außerdem natürlich Michael Mittermaier und Rick Kavanian, für mich zwei großartige Comedians und wirklich unglaublich tolle Typen. Und jetzt stellt Euch mal vor ein deutscher Judd Apatow, den es bestimmt gibt, schreibt für die Jungs einen Film. Eine Komödie, keine Persiflage, keine Kopie eines amerikanischen oder englischen Films, sondern ein Originaldrehbuch. In den Hauptrollen Germanys Finest Comedians: Bully, Christian Tramitz, Oliver Kalkofe, Rick Kavanian, Michael Mittermeier…etc. Wäre das nicht geil. Da sind jetzt leider wieder mit mir die Pferde durchgegangen. Ich geh sie mal einfangen und wir sehen, sprechen, lesen, hören nächste Woche wieder voneinander.
Bis dahin, alles Gute
Tags: Bully, Filmblog, Gangs, Ochsenknecht, Steven Gätjen, Wickie
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Donnerstag, August 27th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
worüber spricht man, wenn man auf einem Fest, Essen, Geburtstag oder einer Firmenfeier eingeladen ist. Genau! Ich habe auch keine Ahnung. Meine neue Lieblingssocialfrage lautet deshalb immer, um das Eis zu brechen: „Wenn jetzt eine gute Fee vor Ihnen landen würde und Sie dürften sich aussuchen, ob sie lieber ein berühmter Rockstar, Schauspielstar oder Sportstar sein wollen?! Was würden Sie wählen?“
Ich hätte mich ganz klar für Rockstar entschieden, am besten bei Bon Jovi in der band. Das ist eine andere Geschichte. Was das jetzt alles mit Kino zu tun hat, kann ich Euch ganz genau sagen. Denn das hat heute etwas mit dem Film zu tun. Denn meiner Ansicht nach müsste noch eine vierte Option zur Debatte gestellt werden und zwar: „Mit einem seiner besten Freunde gemeinsam erfolgreich sein“. Wie würdet ihr entscheiden? Warum? Ganz einfach: Judd Apatow und Adam Sandler sind das beste Beispiel. Sie waren zu Gast in Berlin um ihren neuen Film „Funny People“ zu deutsch „Wie das Leben so spielt“ vorzustellen. Sie gaben nur gemeinsam Interviews. Warum? Weil sie während des Studiums zusammen gewohnt haben. Das ist mittlerweile fast 20 Jahre her. Es ist unglaublich schwierig 2 Menschen zu gleich zu interviewen. Man hat nie richtig die Möglichkeit nur einem der beiden eine Frage zu stellen, weil sich dann, der andere übergangen fühlt. Das bedeutet man wird allgemein und das ist auch wieder nicht gut, weil man dann nicht das bekommt, was man eigentlich braucht. Schwierig, schwierig. Bei Adam und Judd ist das ein bisschen anders. Ich habe mir vorgestellt ich sitze mit meinem besten Kumpel da und muss Fragen beantworten. Das wäre ein richtiger Spaß. Da sitzen also nun diese beiden, Anfang Vierzigjährigen, Herren, der eine mit Vollbart, Sneakers und Polohemd, der andere mit einem viel zu großen Hemd und diesem typischen spitzbübischen Lächeln und warten auf meine erste Frage.
Wie steigt man ein? Will man auch witzig sein oder sachlich, charmant oder schüchtern. Egal, einfach Feuer frei. „Wie ist das so mit seinem besten Freund zusammen zu arbeiten?“ Und jetzt geht es los, beide gucken sich an, wie man das nur unter guten Freunden tut, tausende von Gedanken schießen den beiden jetzt durch den Kopf und schon wieder denke ich daran wie Blicke von meinem besten Freund mich gleich in Lachlaune versetzen. Hier ist es nicht anders. Sie gackern, sie pisacken sich, sagen Insider und haben sichtlich Spaß. Warum auch nicht, sind die beiden doch immer jung geblieben und werden es auch immer bleiben. Kurz zum Film. „Wie das Leben so spielt“ ist nicht autobiographisch, aber zum großen Teil angelehnt an das Leben der beiden. Als aufstrebende Stand-Up Comedians, wie das so ist zusammen zu leben. Und weil so viele Geschichten erzählt werden können werden diese in dem Film auf die Köpfe vieler verschiedener großartiger amerikanischer Schauspieler (ich benutze bewusst diesen Ausdruck, weil die Comedians hier auch wirklich spielen können) verteilt. Seth Rogen, Jonah Hill und Jason Schwartzmann sind neben vielen anderen dabei.
Zurück zum Interview. Wir diskutieren darüber, ob es wichtig ist heutzutage Fäkalhumor in Filme einzubauen. Viele Stand-Up-Shows in den USA handeln vom Intimbereich und seinen Geräuschen, Ausdünstungen und allerlei anderen Dingen. Kann man ja machen, aber muss das sein. Judds Antwort: „Ja warum nicht, warum muss man denn andere Leute im Film erschießen, da zeige ich doch lieber einen Pimmel und die Leute fangen an zu lachen“. Daraufhin sage ich: „Der ultimative Film wäre
dann also, wenn jemand von einem Pimmel erschossen werden würde?!“ Stille. Immer noch Stille. Beide gucken mich an. Nichts passiert. Ich warte darauf das gleich zwei riesige Security Guards reinkommen mich am Hemdkragen packen und mich teeren und federn. Und dann auf einmal fangen sie schallend an zu lachen und sagen: „Junge, Du hast es geschnallt. Genauso entsteht Stand-Up Comedy. Man spricht mit Freunden über ein Thema und eine Pointe jagt die andere, bis es einer geschafft hat die anderen zu toppen.“ Wow, heißt das jetzt ich bin deren Freund. Natürlich nicht Gätjen, wach mal auf und dreh nicht durch. Aber das ist schon toll, wenn 2 der lustigsten Leute aus Film & Fernsehen über einen lachen. Nette beste freunde. Ach ja eine schöne Geschichte die im Gespräch mit Leslie Mann, der Ehefrau von Judd ans Tageslicht kam, ist das sie Adam Sandler schon länger als Ihren Mann kennt und das kam so. Vor Jahren stand sie gemeinsam mit ihren Mädels an einer Bar in Hollywood. Nicht unweit von ihr stand Adam mit seinen Kumpels, von denen viele noch mit ihm zusammen arbeiten. Plötzlich kam einer der Herren mit einem Zettel zu Leslie, auf dem in Ketchup geschrieben stand: Nice Back! Der Freund fragte, ob Leslie nicht Lust hätte seinen Kumpel Adam kennen zu lernen und mit rüber zu kommen. Wenn er mich kennen lernen will, soll er rüberkommen. Ein „Wer kommt zu wem“ Stand Off an der Bar, dem sich keiner fügen wollte. Ein paar Wochen später trafen sich Judd und Leslie, mochten sich und gingen gemeinsam zu einer Geburtstagsparty. Wer war noch da? Natürlich Adam. Leslie schrie quer durch den Raum: „Hey Ketchup Man!“ Und damit war das Thema vergessen und das Eis gebrochen. Sie arbeiten immer noch zusammen und schätzen sich sehr. Was lernen wir daraus? Keine Ahnung, vielleicht nicht ein Mädchen mit Ketchup Botschaften anbaggern, oder immer seinem Bauchgefühl folgen?! Nein, Freunde sind super! Und „Funny People“ ebenfalls.
Bis nächste Woche
Euer
Tags: Adam Sandler, Filmblog, Funny People, Judd Apatow, Steven Gätjen
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Mittwoch, August 19th, 2009
Moinsen,
heute geht es um ein Thema das die Kinobetreiber und vor allen Dingen die Filmproduktionsfirmen und Verleiher retten soll und einem dazugehörigen Film der bald über unsere Leinwände flimmert. Aber „first things first“. Ich bin ein
NERD, denn ich gehe auch bei strahlendem Sonnenschein ins Kino. Oder bin ich etwa einfach mittlerweile zu alt für die Hitze da draußen. Ab 25 Grad Celsius aufwärts zieht mein Leben in Zeitlupe an mir vorüber. Früher konnte es gar nicht heiß genug sein, jetzt verschwinde ich lieber in ein klimatisiertes Kino und lasse mich dabei auch noch unterhalten. Alleine bin ich mit dieser Volkskrankheit nicht, denn die Zahl der Kinobesucher ist in den letzten Monaten, trotz des manchmal brüllenden Sommers und auch Dank der Blockbuster „Harry Potter 6“ und „Transformers 2“, gestiegen. Dennoch ist die Suche nach dem heiligen Gral der Kinozukunft heißer denn je. Videopiraterie setzt den Kinos zu, die Tickets werden teurer und die Angst größer, bald niemanden von seinem eigenen Sofa vor dem Plasmabildschirm mit privater Dolby Surround Anlage, in die großen Säle zu locken. Da kommt eine Erfindung die besonders Ende der 80er Anfang der 90er Jahre als Heilsbringer gepriesen wurde gerade recht: 3D Filme. Och Mensch Gätjen, das ist doch ein alter Hut, ja aber nicht wie wir es in Zukunft erleben werden. „Ice Age 3 3D“ war großartig, „Monsters vs. Aliens 3D“ ebenfalls super, „Coraline 3D“ nicht nur wegen der tollen Geschichte von Henry Selick ein fantastischer Film machten den Anfang, aber jetzt geht’s richtig los, 1 Woche vor dem Weihnachtsmann ist er wieder da: James Cameron.
Für Zelluloidfans fast noch wichtiger als der Mann mit dem großen Sack voller Geschenke.
Am 17.12.2009 schauen nicht nur Kinogänger auf die Schlange vor den Kinos, sondern auch deren Betreiber, die Filmverleiher und die Filmproduktionen. Denn sollte das passieren was alle momentan nur hinter vorgehaltener Hand tuscheln, dann ist das Kino gerettet. Denn die 3D Technik von James Camerons „Avatar“ wird neue Maßstäbe setzen, die auf der Heimanlage verpuffen und nur auf der großen Leinwand funktionieren.
Die Website des Verleihers und des Films ist in den letzten Tagen gecrashed, weil, man halte sich fest, einen 20-minütigen Ausschnitt in ausgewählten Lichtspielhäusern zeigen will und jeder ein Ticket haben wollte. Wir reden hier von 20 Minuten eines Minimum 2 Stunden Films. Ist das der Hammer. Der selbst ernannte „King of the world“ hat schon mit „Titanic“ neue Maßstäbe gesetzt. Die letzten zehn Jahre hat er jetzt an der Technik für „Avatar“ gefeilt. Auf dem Set gilt er als Despot und Diktator und seine cholerischen Ausbrüche sind legendär. Niemand der mit ihm je zusammen gearbeitet hat, wird aber behaupten, das er nicht ein unglaubliches Talent und Gespür beim erzählen von Geschichten und der Realisierung hat. In den letzten Monaten konnte ich mit einigen Schauspielerinnen sprechen die in diesem neuen Meisterwerk zu sehen sein werden. Sigourney Weaver, die dem „Bärtigen“ eine ganze Menge zu verdanken hat, sprach von dem Erlebnis, als wenn sie vorher eine Pille eingeschmissen hätte. „Sie sei die ganze Zeit blau angemalt gewesen und hätte auch nur vor einer so genannten Green Screen gestanden.“ Auf die Frage, ob sie glaube das der Film erfolgreich werden könnte, antwortete sie: „Warum nicht!“ Äh ja Danke, Sigourney und nimm nächstes mal lieber die Blaue, als die Rote.
Zoe Saldana, frisch von der Star Trek Brücke, konnte ihr Glück überhaupt nicht fassen. Sie hätte mitgemacht, auch wens sie nur eine Blumenvase gespielt hätte. Äh, auch Dir vielen Dank und Du nimm lieber die Rote anstatt der Blauen. Die einzige Person mit Power und einem vernünftigem Kommentar war, wer hätte das gedacht, Michelle Rodriguez. Während im Nebenraum Paul Walker, im manchmal leider typischen amerikanischen „Ich höre nicht zu, aber antworte einfach“ Stil, auf Fragen zu „Fast and the Furious 4“ antwortete, begann die toughe Michelle erst zaghaft und dann wasserfallartig über „Avatar“ zu sprechen. James Cameron sei hart, aber fair, vor allen Dingen sei er ein unglaublich akribischer Arbeiter, der die Schauspieler, trotz all dem High Tech Kram um sie herum führt und leitet. Aber ein Satz zu seinem neuesten Werk von Michelle, ist mir wie ins Gedächtnis gebrannt. Sie sagte: „Wenn man „Avatar“ sieht, wird das so sein wie für die Menschen Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, als es plötzlich den Farbfilm gab.“ Äh Moment, habe ich das richtig verstanden, sag das noch mal, wie meinst Du das? „So wie ich es sage, das was man sehen wird, hat es in dieser Form noch nicht gegeben, „Avatar“ wird neue Maßstäbe setzen und das Kino nachhaltig verändern.“ Wow, was für eine Aussage. Seid ihr jetzt genauso wuschig auf den Film wie ich, das hoffe ich doch. Sollte einer oder eine von Euch Karten für den 20minütigen Trailer ergattert haben, dann schreibt mir bitte, ob es wirklich so anmutet wie Frau Rodriguez gesagt hat, oder ob man wie Zoe und Sigourney, na ihr wisst schon. Was, damit ich keine Multimillionen Dollar Klage abbekomme, natürlich überhaupt nicht stimmt. Die beiden waren einfach nur verwirrt, glaube ich. Also geht schon mal ins 3D Trainingscamp und schaut alles an was gerade im Kino in 3D läuft, es lohnt sic.
Bis nächste Woche
Euer
Steven Gätjen
Tags: 3D Filme, Avatar, Filmblog, James Cameron, Steven Gätjen
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Mittwoch, August 12th, 2009
Moinsen meine lieben Filmfreunde,

heute schreibe ich ein bisschen wie ein verliebter Teenager über ein Ereignis dem ich persönlich beiwohnen durfte.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Nena war meine erste große Starliebe, dann kam lange nichts. Bei den ersten Oscars die ich vom roten Teppich aus moderieren durfte, verfiel ich dann einer knackigen Angelina Jolie und jetzt seit ein paar Jahren schlägt mein Herz schneller, wenn ich Penelope Cruz auf der großen Leinwand sehe.
Was für eine Frau, ich glaube das es kaum jemanden gibt, der mir widersprechen wird, wenn ich sage: eine absolute Granate. Das schlimme bei solchen Liebeleien ist, das man ja nicht weiß, wie die Person wirklich ist. Geht Penelope nach den Dreharbeiten oder Interviews nach Hause, nimmt die Perücke ab, schraubt an ihrem Holzbein, nimmt das Glasauge und die Zähne raus und quält Kinder und Tiere.
Keiner weiß es, aber die Möglichkeit ein bisschen mehr über diese Dame herauszufinden bot sich mir vergangene Woche bei der Premiere ihres neuen Films „Zerrissene Umarmungen“.
Natürlich von Pedro Almodovar, der mittlerweile vierte Film, den die beiden zusammen gemacht haben (nach „Volver“, „All about my mother“, „Live Flesh“).
In Berlin stand alles Kopf, Fragen über Fragen: Ist sie schwanger von Javier Bardem? Hat sie einen neuen Lover? Was für Wasser trinkt sie? Ist sie wirklich eine Spanierin oder eine Amazone von einem fremden Planeten?
Einige davon wollte ich auf den Grund gehen (sollte sie wirklich von einem anderen Planeten sein, dann bringt mich schnell dorthin, aber das ist eine andere Geschichte).
Der Moment kam an dem ich sie kurz vor der Pressekonferenz treffen sollte. Im edlen Hotel de Rome warteten ein spanischer Dolmetscher, eine Dame vom Filmverleih und ich auf Peneolpe. Erst schlenderten Pedro und sein Bruder Agustin an uns vorbei, in sportlichen Klamotten und extrem entspannt. Dann ging kurz die Tür von Penelopes Hotelzimmer auf, ein Fön und ein bisschen Gekicher waren zu hören und dann nach 5 weiteren Minuten erschien sie.
Und das ist jetzt kein Witz, auf der Leinwand sieht sie toll aus, aber in echt, noch viel, viel toller. Aber von Feuer keine Spur, sehr zurückhaltend und schüchtern sagte sie „Hallo“ und wir plauderten kurz über den Ablauf der bevorstehenden Frage und Antwort Runde.
Ob sie schwanger war oder nicht, habe ich in diesem ganzen Trubel vergessen, auch wenn viele Zeitungen ein Indiz darin sahen, das der Reißverschluss ihrer Hose nicht ganz zu war.
Vielleicht hat sie auch nur gut gegessen und wenn sie schwanger ist, wunderbar. Das freut doch alle.
In der Pressekonferenz beantwortete sie bereitwillig alle Fragen zum Film und ihrer Zusammenarbeit mit Pedro. Am Abend fand dann die große Premiere in der Kulturbrauerei statt. Unglaublich wie viele Stars und Sternchen sich angekündigt hatten und wie viele Fans am roten Teppich ausharrten. Kurz vor knapp erschienen dann die 3 spanischen Gäste unter dem Jubelgeschrei der Zaungäste.
Hinter der Bühne gab es ein erneutes Zusammentreffen und eine kurze Besprechung über den Bühnenablauf. Pedro war bestens aufgelegt und sagte zu mir: „Sag mal bist Du eigentlich nervös?“ Darüber hatte ich mir vor lauter Aufregung gar keine Gedanken gemacht und dann ging es los. Hundert mal hatte ich den Namen des gesandten der spanischen Botschaft, der unter den Gästen war, und meine Moderation wiederholt. Aber plötzlich war nichts mehr da. Ein kurzer Blick in Penelopes Rehaugen und neben dem Blackout kamen noch Schweißausbrüche dazu. Dann der Schritt ins Kino, kurz zusammenreißen und ab dafür. Hat dann doch alles geklappt, aber für kurze Zeit war ich wirklich ganz weit weg.
Ein toller tag und eine wirklich tolle Begegnung.
Bei all dem Teenie-Gesappel habe ich völlig vergessen etwas zum Film zu sagen. „Zerrissene Umarmungen“ ist nicht der beste Almodovar, streckenweise wirklich großartig, besonders wenn er seine Liebe zum Film zum Ausdruck bringt, aber manchmal auch unglaublich langatmig und langweilig. Penelope wird meiner Ansicht nach immer besser, besonders nach ihrem Oscargewinn für „Vicky Christian Barcelona“.
Bis zum nächsten mal,
Euer Steven Gätjen
Tags: Filmblog, Penélope Cruz, Steven Gätjen, Zerissene Umarmungen
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Donnerstag, August 6th, 2009
Moinsen meine liebe Filmfans,
heute möchte ich gerne meine paar Zeilen einem Film widmen, auf den viele Fans schon seit Monaten schmachtend warten: „Inglourious Basterds“.
Mittlerweile schon in fast jedem anderen Land wurde eine Premiere organisiert, aber keine war so groß und so gigantisch wie in Berlin im Berlinale Palast in der vergangenen Woche. Nicht nur, weil die Babelsberg Filmstudios in Berlin Potsdam Dreh und Angelpunkt der Produktion gewesen sind, sondern weil jeder deutsche Schauspieler und sogar Brad Pitt anwesend waren. Kommen wir gleich zum Superstar und Berlinliebhaber, weil er in der deutschen Hauptstadt viele Freunde hat.
Als Leuitenant Aldo Rayne ist es seine Aufgabe mit seinem kleinen Trupp möglichst viele Nazis zu erschlagen. Für den Vater von 6 Kindern stand es völlig außer Frage, ob er jetzt in einem Tarantino Film mitmachen würde oder nicht. Er sagt sofort zu. Zu privaten Themen hielt er sich aber ansonsten in unserem Interview sehr zurück. Und ich muss ganz ehrlich sagen, das stört mich nicht, ich spreche gerne über den Film über die Rolle über das ganze drum herum, aber ob er jetzt noch ein Kind adoptiert oder wie es in der Beziehung zwischen Angelina und ihm aussieht, interessiert mich wirklich nur ganz oberflächlich. Trotzdem mussten solche Fragen gestellt werden, denn Pro7 wollte das Interview nicht nur bei taff, sondern auch bei „red“ einsetzen und da ist so etwas gefragt. Anyway, Brad Pitt ist jemand der sich sehr gut Personen merken kann, ich hatte den Vorteil ihn in diesem Jahr schon zweimal interviewen zu dürfen, einmal zu Benjamin Button und beim zweiten mal auf dem roten Teppich der Oscars. Dennoch ist er jemand der es natürlich immer wieder versucht, wie ein kleines Kind, den Gegenüber zu foppen. Diesmal sprach er von der Tatsache, das er die Rolle nur bekommen hätte, weil er sich vor Quentin vornüberbeugen musste, er sei eine so genannte „Directors whore“. Darüber freut er sich dann wie ein kleines Schnitzel und man selbst weiß nicht wie man darauf jetzt reagieren sollte. Lange Rede kurzer Sinn, er ist ein wirklich „Klasse-Typ“ mit einer ordentlichen Portion Humor und viel Spaß bei der Arbeit.
Übrigens alle weiblichen Anwesenden haben während des 10 Minuten interviews keinen Mucks von sich gegeben, die waren wie hypnotisiert.
Der eigentliche Star bei „Inglourious Basterds“ an dem Tarantino übrigens knapp 10 Jahre geschrieben hat ist Christoph Waltz. Seine Kunst hat nicht nur die Goldene Palme verdient, sondern auch einen Oscar und da bin ich mal gespannt, ob sich die Academy dazu hinreißen lässt. Als Interviewpartner ist er ein hartes Stück Arbeit, aber auch eine tolle Herausforderung. Er seziert jede Frage und stellt anschließend die Frage an sich selbst in Frage. Das führt dazu das man häufig den Faden verliert, aber auch die eigene Fragetechnik hinterfragt. Ich hoffe ich habe Euch jetzt nicht verloren.
Je länger ich über den Film nachdenke, desto begeisterter bin ich. Tarantino hat wirklich wieder all seine Filmleidenschaft und sein Talent in ein Füllhorn gegossen und obwohl er hin und her gerissen war, zwischen einer mehrteiligen Fernsehserie und einer Trilogie, hat er es doch geschafft einen Film auf die Leinwand zu bannen, der den Kinozuschauer mitreißt. Alleine der Anfang, also das erste Kapitel, ist schon unglaublich. Ursprünglich 40 Minuten lang wurde es auf 20 Minuten gekürzt. Christoph Waltz steigert sich immer mehr und mehr, und wird immer perfider, gemeiner und rücksichtloser. Ich kann „Inglourious Basterds“ nur empfehlen. Übrigens sorgte Tarantino auch am Set für allerlei schöne zwischen Anekdoten. Nach jeder 100ten Filmrolle gab es für das ganze Team Tequilla, egal ob morgens, mittags oder abends. Er zeigte einmal wöchentlich, am Donnerstag, aus seiner Privatsammlung einen Film auf einem alten Kinoprojektor und hielt eine 10-minütige Laudatio, warum und wieso er diesen Film ausgewählt hatte. Alle Schauspieler bei diesem Projekt sagten, das sie noch nie jemanden kennen gelernt haben, der über ein solches Filmwissen verfügt. Für Daniel Brühl wurde das fast zum Verhängnis. Er wollte unbedingt bei diesem Filmprojekt mitmachen und am Abend vor dem Casting wollte er Tarantino beeindrucken und mit ihm ein bisschen über das Filmgenre parlieren. Nach spätestens 3 Minuten war Tarantino in seiner eigenen Welt und die Möglichkeit für Daniel ihn zu beeindrucken futsch. Zu Recht hat er aber dennoch in dem Film mitgespielt. Und zu Recht hat Tarantino jetzt auch eine eigene Straße in den Babelsberg Studios, sie ist direkt an der Ecke von der Georg Wilhelm Pabst Strasse, seinem filmerischen Idol.
Bis nächste Woche
Euer Steven Gätjen
Tags: Brad Pitt, Filmblog, Inglourious Basterds, Quentin Tarantino, Steven Gätjen
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Samstag, Juli 25th, 2009
Meine lieben Filmfreunde,
diese Woche war wirklich eine harte Kinowowche, was heißt hier hart, ich liebe es ins Kino zu gehen, aber es kam schon sehr geballt.
Los ging es mit “Die Entführung der U-Bahn Pelham 1,2,3” ein Remake eines alten Walther Matthau Klassikers, von Tony Scott, mit Denzel Washington und John Travolta in den Hauptrollen.
Das vierte mal das der Regisseur und unser zweifacher Oscargewinner zusammen gearbeitet haben und laut Gerüchten werden sie es auch ein 5tes mal machen. Gleich vorweg, der Film ist gut. Solide kann man auch sagen. Gute Action und zwei hervorragende Darsteller. Die Geschichte ist an einigen Ecken ein bisschen wirr. Die Postproduktion dieses Streifens fiel direkt in den Zeitraum, als John Travoltas Sohn Jett ums Leben kam und überschattete damit auch den Start. Denzel Washington sagte, das obwohl die beiden seit mehreren Jahren zu den Top Leuten in Hollywood gehören, sie bisher wenig Berührungspunkte hatten, sich das seit den gemeinsamen Dreharbeiten natürlich geändert hat. Denzel stand und steht seinem Kollegen in diesen immer noch schwierigen Zeiten beiseite. Hoffen wir das John Travolta wieder die Kurve bekommt, wir drücken auf jedem Fall nach so einem schweren Schicksalsschlag die Daumen.
Übrigens Denzel Washington erzählte beim Interviewjunket ein paar sehr skurrile Dinge. Im Gespräch mit Sony Pictures Deutschland Chef Martin Bachmann erzählte er, dass er bei ihrem letzten Treffen mit einem Vorschlaghammer noch Stücke aus der Berliner Mauer herausschlug. Ihm war es etwas peinlich aber, Denzel sagte weiter, während einige Kollegen Autos, Briefmarken, DVD’s, Bilder oder andere Dinge sammeln, hätte er eine ganz bizarre Sammlung zu Hause. Nicht nur ein Stück aus der Berliner Mauer, sondern auch Staub und Teile vom World Trade Center nach dem 11ten September. Er sei nach der Katastrophe in die Nähe des Unglücksortes gegangen und hätte sich ohne nachzudenken einfach etwas eingesteckt. Interessant!
Nächstes Thema, ein Film aus Deutschland: “Maria, ihm schmeckt’s nicht” mit Christian Ulmen und Mina Tander in den Hauptrollen, nach dem Bestseller von Jan Weiler. Das letzte mal als ich Christian Ulmen gesehen habe, ist fast 10 Jahre her, als unsere gemeinsame Zeit bei MTV endete. Ein großartiger Kerl, unglaublich kreativ, ohne Scheu alles was ihn interessiert auszuprobieren und das mit der richtigen Portion Humor. Alles genauso wie damals, nur, dass seine Karriere noch einen unglaublichen Kick bekommen hat.
Bei Ulmen.TV und “Mein neuer bester Freund” konnte er immer schon mal zeigen was schauspielerisch in ihm steckt. Seit “Herr Lehmann” gibt er jetzt richtig Gas auf der großen Leinwand. Als trotteliger und spießiger Verlobter einer Halbitalienerin, der bei den Planungen der gemeinsamen Hochzeit von den italienischen Verwandten in spe in den Wahnsinn getrieben wird, macht er in dem aktuellen Film eine wirklich großartige Figur. An seiner Seite die bezaubernde Mina Tander, witzig, charmant und sehr attraktiv. Wer sich in diesem verregneten Sommer verzaubern lassen möchte und Lust hat richtig loszulachen, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.
Dann habe ich es endlich geschafft mir den 6ten “Harry Potter” reinzupfeifen. Im letzten Jahr durfte ich für Warner Bros. und Pro7 in den Leavesden Studios ein “Harry Potter Spezial” zum “Halbblutprinz” drehen. Sehr beeindruckend was dort vor Ort für ein Aufwand betrieben wurde. Das Ergebnis im Kino ist aber komplett anders, als ich es mir damals vor Ort vorgestellt habe. Dreharbeiten vor Ort und der Film sind großartig geworden. Ein komplett anderer Harry Potter Film, als man es gewohnt ist. Die Jungs und Mädels sind richtig erwachsen geworden. Der Look ist fantastisch und die schauspielerischen Leistungen ebenfalls. Für mich müsste der Film aber “Ron Weasley, ach ja und der Harry Potter” heißen, denn es ist der Film von Rupert Grint. Wie er den liebestrunken Harry und Horace Slughorn zum Wahnsinn bringt und einfach nicht verstehen will, dass Hermione total auf ihn steht, großartig. Ich freue mich auf die beiden letzten Filme.
Nächste Woche dann mehr zu “G.I. Joe” und vor allen Dingen von der Premiere von “Inglourious Basterds“. Bis dahin genießt das Wetter, es ist perfekt für einen Kinobesuch.
Bis dahin, liebe Grüsse
Euer Steven
Tags: Denzel Washington, Filmblog, Harry Potter, John Travolta, Steven Gätjen
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Donnerstag, Juli 16th, 2009
Hallo liebe Filmfreunde,
heute möchte ich gleich über 2 Filme mit Euch sprechen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite „Brüno“ von und mit Sascha Baron Cohen und auf der anderen Seite „State of Play“ mit Russel Crowe, Ben Affleck, Helen Mirren und noch vielen mehr.
Fangen wir mit „Brüno“ an. Ich habe sehr viel erwartet, denn die Trailer haben die Messlatte schon ziemlich hoch gehängt. Ich wurde nicht enttäuscht, ich hatte einen Heidenspaß im Kino und es ist immer wieder bewundernswert wie es Sacha Baron Cohen schafft, auch noch den allerletzten Tropfen Ehrgefühl bei seinen Gästen, Opfern und Kandidaten auszutrocknen.
Jetzt kommt die große Frage, die nach dem Film vor dem Kino ganz heiß diskutiert wurde: War alles, bis auf die paar Dialogszenen zwischendurch mit seinem Assistenten, wirklich improvisiert und dokumentarisch?
Es ist ein Fake, weil…: es Situationen gab die so absurd wirkten, dass man sich als Zuschauer einfach nicht vorstellen konnte, das es Menschen gibt die so naiv und dumm sind. Beispiel, das Fotoshooting bei dem Brüno die Eltern kleiner Kinder fragt, ob sie Probleme damit hätten, wenn ihre 3-5 Jährigen Zöglinge mit schwerem Arbeitsgerät hantieren müssten, oder ob es problematisch sei, sie an ein Kreuz zu nageln. Oder Brünos Gespräch mit einem hohen Mitglied der Al Aksa Brigaden, das damit endete, dass er unter Waffenschutz schnell das Gelände verlassen musste.
Es ist KEIN Fake, weil…: ich Sacha Baron Cohen nicht zutraue, den Erfolg von „Borat“ nur kopieren zu wollen. Der Mann ist ein Workaholic, das bedeutet er arbeitet so lange an einer Figur bis sie bis ins kleinste Detail perfekt ist, damit er nicht erkannt wird. Warum sollte er sich diese Mühe machen, um dann doch im Nachhinein alle für dumm zu verkaufen. Apropos dumm, auch das entspricht der Realität. Es gibt einfach unglaublich naive, schrecklich ignorante Menschen, die wie im Fall des Fotoshootings, alles machen, um berühmt zu werden. Ich kann nach meiner Erfahrung bei „Sommermädchen 2009“ ein Lied davon singen.
Auch wenn einige Szenen mich immer noch skeptisch machen, bin ich der Meinung, dass diese Szenen nicht nachgestellt sind. Schaut es Euch selbst an.
Kommen wir zum zweiten Film „State of Play“. Ein solider Thriller mit wirklich guten Darstellern, allen voran Ben Affleck und Russel Crowe. Jetzt kommt aber mein eigentliches Urteil: Ich habe das Ende nicht verstanden. Keine Ahnung, Zero, Nichts, es ist für mich nicht nachvollziehbar, bzw. verständlich. Vielleicht gehöre ich jetzt in die Kategorie der oben genannten, die sich in Zukunft auf einen Besuch von Brüno freuen können, aber ich kann das Ende nicht erklären.
Bis zu dem Punkt als Ben Affleck, mit Robin Wright Penn im Verlagsgebäude von Helen Mirren auftaucht, um sich von Russel Crowe interviewen zu lassen, war alles klar, aber dann keine Ahnung. Ich bin damit zum Glück nicht alleine auf dieser Welt. Das Original lief in England in der BBC und war eine Serie mit mehreren Teilen. Hier musste Hollywood wieder komprimieren und straffen. Das ist gelungen, bis auf das Ende.
Heute bin ich, wie ihr lesen könnt ein bisschen verwirrt. 2 Filme von denen ich es anfangs nicht erwartet hätte, haben mich nachdenklich zurückgelassen.
Aber das ist Kino, häufig bekommt man noch Dinge zu sehen, die man nicht für möglich gehalten hätte und das bleibt hoffentlich so.
Bis zum nächsten mal.
Und Tschüß.
Lg Euer
Steven Gätjen
Tags: Brüno, Filmblog, State of Play, Steven Gätjen
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