Donnerstag, November 5th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
ich muss mich bei Euch entschuldigen, ich habe mich für ein paar Tage leider ausklinken müssen, da so viel zu tun war. Dafür habe ich aber ein paar spannende neue Sachen im Gepäck. Diese Woche war wieder geprägt von zwei aufregenden Kinotagen.
Los ging es mit der Weltpremiere von „A Christmas Carol – Eine Weihnachtsgeschichte“ in London. Wahnsinn, was sich Disney dafür ausgedacht hat. Der komplette
Leicester Square wurde in eine Winterlandschaft umgebaut. Anwesend waren Bob Hoskins, Jim Carrey, Robert Zemeckis, Robin Wright Penn, Colin Firth, Andrea Bocelli und die Produzenten. Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben. Kommen wir jetzt aber erstmal zu dem Film, der diesen ganzen Trubel verursacht hat. Robert Zemeckis gehört zur Creme de la creme Hollywoods, seine Freunde sind keine geringeren als George Lucas, Steven Spielberg und Peter Jackson. Auf sein Konto gehen die „Zurück in die Zukunft“ Filme und „Forrest Gump“. Seit ein paar Jahren nun macht er visuell ganz andere Filme. Robert, oder „Bob“, steht auf Motion Capturing oder auch Motion Captioning. Schauspieler bekommen einen schwarzen Samtanzug an, ein paar Elektroden an den Körper und werden mit jeder ihrer Bewegungen in verschiedene Computer eingescannt. Raus kommen dann Filme wie der „Polar Express“, „Beowulf“ oder jetzt „Eine Weihnachtsgeschichte“. Visuell wirklich beeindruckend und jetzt bei seinem nun mehr dritten Werk dieser Art, der absolute Wahnsinn. Wie detailliert das ganze ist und wie wahnsinnig die Landschaften aussehen, ist wirklich toll. Das einzige was mich ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, dass die Augen, trotz der perfekten Technik, leer wirken. Die Identifikation mit den Figuren wird dadurch geschmälert.
Apropos Charaktere. Jim Carrey leiht 8 Charakteren nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Stimme. Das ist besonders beeindruckend vor dem Hintergrund das seine Figuren mit unterschiedlichsten englischen Akzenten sprechen. Das macht er wirklich super und beeindruckte auch die internationale Journaille. Bei der groß anberaumten Pressekonferenz kam mir der Superstar, aber irgendwie ein bisschen komisch vor. Fast ein bisschen verunsichert. Seine Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel: Warum er bei diesem Film mitgemacht hätte?
Beantwortete er mit den Worten: Ich wollte dem englischen Volk eine der größten Geschichten der Welt zurückgeben! ??????Äh, Hallo, was hast Du gesagt?! Er war unglaublich ernst, aber auch ziemlich anbiedernd. So hätte ich ihn mir gar nicht vorgestellt. Super sympathisch und cool war Colin Firth. Jede Frage war für ihn ein Spaß und eine große Herausforderung. Ich wollte wissen, „Warum er es wichtig findet, dass die Geschichte so düster und gruselig erzählt wurde!“ Colin: „Ich mag Weihnachten nicht, auf einmal drehen alle Leute durch, die vorher zu Dir unfreundlich waren und jetzt wünschen sie Dir fröhliche Weihnachten und nur das Beste. Das ist doch verlogen. Ich mache das so häufig ich kann, aber Weihnachten total doof finden, kann ich ja auf Grund meiner Kinder ja auch nicht.“ Für Ihn ist der Bösewicht Scrooge übrigens der Held, weil jeder sich ein bisschen in diesem Fiesling selbst entdecken kann. Übrigens wer jetzt denkt, „Mensch da gehe ich mit meinen Kindern, Neffen, Patenkindern rein, dem sage ich nur Stopp!! Der Film ist wirklich beeindruckend, aber ganz schön düster und gruselig. Ich habe mir das ein oder andere mal auch fast in die Hosen gemacht, was nicht unbedingt was heißen soll.
Machen wir weiter mit dem nächsten Interview und dem dazugehörigen Film. Es gibt zur Zeit keinen Schauspieler der mehr arbeitet als er, Gerard Butler. Von einer romantischen Komödie zur nächsten und dann wieder ein bisschen Action zwischendrin. Logisch das man bei so viel Arbeit nicht nur als Schauspieler am Gewinn partizipieren will und deshalb hat er gerade auch eine Produktionsfirma gegründet, der Name „Evil Twin“. Das erste Projekt „Gesetz der Rache“.
Der Trailer hat viel Appetit auf diesen Film mit Jamie Foxx und Gerard Butler gemacht und das zu Recht. Ich habe ihn morgens um 9.00 Uhr gesehen, definitiv keine gute Zeit dafür. Der Film steigt knallhart ein und auch viele andere Szenen die darauf folgen sind nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Einige inhaltliche Ungereimtheiten beiseite, ist der Film sehr spannend vor allen Dingen, weil man nicht genau weiß, wer eigentlich der Böse sein soll. Diejenigen die den Film schon gesehen haben, sagen jetzt bestimmt: „Mann, der Gätjen schon wieder, der hat den Film nicht verstanden, natürlich ist Gerard der Bad Guy.“ Ja, er bringt Leute um, ja er dreht durch und ja, es ist nicht richtig was er macht. Die Frage, die der Film, aber aufwirft und die Gerards Figur für sich selbst beantwortet ist: Was macht man, wenn einer oder sogar mehreren Personen die einem sehr nahe stehen, etwas Schreckliches passiert, dass von anderen verursacht wurde? Ich schreibe ein bisschen kryptisch, damit ich nicht zu viel verrate, von dem was Euch im Kino erwartet. Übrigens eine typische frage früher bei der Musterung: Ah Herr Gätjen, sie wollen nicht zum Bund, sie verweigern den Dienst an der Waffe, aber was würden sie machen, wenn jemand vor Ihren Augen Ihre Freundin angreift und neben Ihnen liegt eine Waffe? Würden sie davon gebrauch machen? Zur Antwort komme ich später.
Jetzt sitze ich erstmal dem Mann gegenüber, der in „300“ König von Sparta war, der neben Christian Bale Drachen bekämpfte, im Film Katherine Heigl und Jodie Foster verführte und im echten Leben angeblich die Herzen von Jessica Simpson, Lindsay Lohan und Kate Hudson brach. Er ist ein Tier, Mitte/Ende 1,80m groß, breitschultrig und sehr sympathisch. Breites Grinsen im Gesicht und einer immensen Ausstrahlung. Mit seinem amerikanisch-schottischen Englisch wirkt er cool, aber auch witzig. Seinen Erfolg kann er immer noch nicht fassen, genießt es aber ungemein, tausend verschiedene Rollen zu spielen. Und jetzt kommen wir zur oben angesprochen Frage, was würde er machen, wenn jemand, eine sehr nahe stehende Person aus seinem Umfeld, verletzten, angreifen oder sogar töten würde? Sein ganzer Körper spannt sich an, seine Augen flammen auf und er sagt: Selbstjustiz ist etwas Verabscheuungswürdiges und sollte nicht toleriert werden. Aber ganz im Ernst, ich wüsste nicht, was ich einer solchen Situation machen würde, ob ich noch rational denken würde. Der- oder diejenigen die das machen würde, müssten sich richtig warm anziehen. Bei dieser Antwort lehnt er sich zurück und verschränkt seine Oberschenkel, dass die Muskeln aufblitzen. Äh, Entschuldigung seine Oberarme verschränkt er, aber die sehen aus wie Oberschenkel. Ein super Interview, das einen mehr über den Film nachdenken lässt, als man anfangs vermutet hat.
Nächste Woche erzähl ich Euch mehr über die Premiere von „2012“.
Tags: A christmas Carol, Christian Bale, Colin Firth, der filmblog, Disney, Eine Weihnachtsgeschichte, Gerard Butler, Gesetz der Rache, Jamie Foxx, Jim Carrey, Steven Gätjen
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Donnerstag, Oktober 15th, 2009
Meine lieben Filmfreunde,
es ist mal wieder soweit gewesen, nach langer, langer Zeit fand endlich mal wieder eine Premiere in meiner Heimatstadt Hamburg statt. Das ist insofern außergewöhnlich, da Berlin eigentlich alles abgreift, was international relevant ist. Das ist manchmal sehr schade, denn beim Publikum hat man in der Hauptstadt ab und an das Gefühl der Übersättigung. Es sei denn Brad Pitt zieht sich aus, werden alle Stars, die einen Film vorstellen, mit gelangweilter Miene und einem manchmal eher mäßigen Applaus beglückt. Wie gesagt ab und an. Das Norddeutsche Publikum ist da viel hungriger. Früher war das Streits Kino, das Mekka der Stars von Roger Moore bis hin zu Sophia Loren, Sie gaben sich ein Stelldichein in diesem altehrwürdigen Lichtspielhaus an der Alster. Jetzt nun Vince Vaughn, Jason Bateman, Kristen Bell und Malin Akerman.
Aber jetzt erstmal von vorn. Die 4 Schauspieler samt Produzent und Regisseur im Gepäck flogen aus Moskau ein. Da hatten sie am Abend zu vor es logischerweise richtig krachen lassen und mal die ein, oder andere Sorte alkoholischer Getränke probiert und zu sich genommen. Was normalerweise den absoluten Super GAU für jeden Journalisten bedeutet. Stars mit wenig Schlaf und Hangover sind schwierig und haben meist auch keine Lust Fragen zu beantworten. Ganz anders die Stars von „All Inclusive“ ein Film den Vince Vaughn mit seinem Freund und Kollegen Jon Favreu zusammen schrieb. Vince hatte die Idee und präsentierte sie John bei der Verleihung des „Spy Awards for the best Male Movie of all Time“ für „Swingers“ in Los Angeles. Komisch wie sich da der Kreis schließt. 1996 hatten sich beide, damals glück und arbeitslose Schauspieler in einer Bar in Hollywood kennen gelernt und beschlossen diesen Film gemeinsam zu drehen. Der Rest ist Geschichte, beide sind mittlerweile Riesenstars in den USA und auch eigentlich im Rest der Welt. John dreht Filme wie „Iron Man“ als Regisseur und Vince führt den so genannten „Frat Pack“ an, dem Owen und Luke Wilson, Will Ferrell und Ben Stiller unter anderem angehören und die eine super erfolgreiche Komödie nach der nächsten drehen. Jetzt bin ich mal wieder von meiner eigentlichen Geschichte abgekommen, also was ich sagen wollte ist wie entspannt die alle waren von „All Inclusive“. Vince Vaughn schlendert durch
die Gänge des Park Hyatt Hotels begrüßt jeden Journalisten freundlich und hat einen Riesenspaß. Im Interview sappelt er fröhlich vor sich hin, hört genau zu, ist interessiert was die deutschen Fußballnationalmannschaft gerade so treibt, wo man sich denn was in Hamburg anschauen sollte und freut sich auf den Premierenabend. Kristen Bell und einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler Jason Bateman, sitzen gemeinsam in einem Raum, weil sie im Film ein Ehepaar spielen, mehr wird erstmal nicht verraten. Beide haben sich glaube ich darauf verständigt über alles zu sprechen was nicht mit dem Film zu tun hat und spielen sich die Bälle nur so hin und her. Sehr spaßig, aber manchmal schwierig zu verfolgen. Weil der ein oder andere Insider dabei ist. Übrigens ein sehr beliebtes Spiel bei Schauspielern und Schauspielerinnen. Vor einer Pressekonferenz bekommt jeder eine Liste mit 5 Wörtern die irgendwann in eine Antwort einfließen müssen. Das können Worte wie Zylinderkopfdichtung, Hummer, Eis am Stiel oder andere Sachen. Für die Schauspieler ein Riesenspaß für die Journalisten manchmal sehr befremdlich. Das Beste was man in einer solchen Situation machen kann ist ruhig bleiben oder mitmachen. Ich habe mich für Variante 2 entschieden und immer fröhlich meinen Senf dazugegeben, wenn wieder darüber gesprochen wurde wie wichtig es doch ist sich am Set in seinem Adams Kostüm zu präsentieren.
Das hat sehr viel Spaß gemacht. Aber der Knaller kam erst im Interview mit Malin Akerman. Einer ganz bezaubernden Schwedin, die man mittlerweile in vielen Filmen bewundern konnte („Watchmen“, „Nach 7 Tagen ausgeflittert“). Wir plauderten also ganz entspannt, als plötzlich die Tür zum Interviewraum aufging. Ein absolutes No-Go. Der Ton ist versaut, weil eine ganze Menge auf den Gängen passiert und der Interviewpartner aus dem Konzept gebracht wird. Ich dachte schon, wer kann das nur sein?! Und wer guckt da um die Ecke: Vince Vaughn. „Hey“, sagt er, „Steven da bist Du ja und meine Lieblingspartnerin Malin. Kann ich mich zu Euch setzen.“ Ganz im Ernst so etwas habe ich noc
h nie erlebt. Vince nimmt sich einen Stuhl und setzt sich hinter Malin und mich. Das einzige was ich sagen kann ist: „Und jetzt?“ Daraufhin Vince: „Ich höre mir jetzt mal an was Ihr Euch so zu erzählen habt und kommentiere das pantomimisch. Malin und ich: „OK“. Ab jetzt wird es interessant, bei jedem Satz der länger geht als 3 Wörter tut Vince so als wenn er schlafen würde. Jedes mal wenn Malin, aber das Wort Sex in den Mund nimmt, wacht er wieder auf. Großartig. Ein wirklich sehr witziges und spannendes Interview. Übrigens zu sehen kurz vor dem Kinostart von „All Inclusive“ auf Blockbuster TV auf prosieben.de. Ein wirklich sehr spaßiger Anfang eines tollen Tages. Abends auf der Premiere ist Vince in Topform und die beiden Damen absolut hammermässig angezogen. Vince macht die Geschichte zu einer One-Man-Show singt, erzählt und hat einfach nur eine Menge Spaß. Die Gäste danken es ihm mit einem tosenden Applaus der weit über die Grenzen der Hansestadt zu hören war. Wäre der Film doch nur so toll wie die Gäste. Man kann ihn sich ganz entspannt anschauen, er tut keinem weh, aber an einigen Ecken und Enden haperte es dann doch. Das sei unseren Gästen aber definitiv verziehen. Sie können alle gerne mitsamt ihrer Filme wiederkommen.
Bis nächste Woche
Euer Steven Gätjen
Tags: All inclusive, Couples Retreat, der filmblog, Jason Bateman, Malin Akermann, Steven Gätjen, Vince Vaughn
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Mittwoch, Oktober 7th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
es ist mal wieder an der Zeit ein bisschen in der Vergangenheit zu stöbern. Nach dem ich Euch schon letzte Woche gebeichtet habe, dass mein Vater dafür gesorgt hat das wir Kinder Cineasten werden, möchte ich dieses Bild jetzt gerne noch mal komplettieren. Warum gehen wir eigentlich noch ins Kino? Man kann doch heutzutage fast zu Hause echtes Kinogefühl schaffen, mit der Technik die im Home Entertainmentbereich existiert. Das mag wohl sein, aber ganz im Ernst, wie Geil ist es mit 50 bis 1500 anderen Besuchern im Kino zu sitzen und zu lachen, wenn alle oder keiner lacht. Das Schmatzen und Geraschel der Popcorn und Ein-Liter-Cola Getränkedosen zu hören. Wenn es auf einmal muxmäuschenstill im Kino wird und man sogar eine Stecknadel fallen hören könnte, weil es gerade so spannend ist. Diese Atmosphäre kann man zu Hause nicht schaffen. Deshalb ist Kino großartig. Das 25te mal Dirty Dancing oder Star Wars könnt ich Euch natürlich zu Hause rein pfeifen.Da habe ich ja wieder einen riesigen Bogen gemacht, um zu meinem eigentlichen Thema zu kommen, das Autokino. Genauso wie mittlerweile viele Tierarten, steht diese Spezies des Kinos mittlerweile auf der Liste der bedrohten Lichtspielhäuser. Ich weiß noch nicht einmal, ob es im deutschsprachigen Raum noch ein Autokino gibt?! Weiß das jemand von Euch?
Ich war mit meiner Familie, meinen Freunden und einem meiner ersten Dates in einem Autokino. Das war großartig, zwar hatte es nie das was ich oben gerade als non plus Ultra des Kino beschrieben habe, es sei denn man war mit einem Bus vor Ort und hat Fremde eingeladen, aber es war spitze. In den 80er Jahren waren die Vorschauen noch nicht von der FSK zensiert und daher kamen wir in den Genuss von manchmal unglaublichen Filmtrailern. Japanische Splatterhorrorfilme, in denen Menschen zersägt, Softpornos in den Frauen flach gelegt und Blockbuster in denen Städte platt gemacht wurden. Das kann man sich Heutzutage gar nicht mehr vorstellen, aber für uns pubertierende Jungs war das großartig. Mein Vater hat es geliebt, seine 3 Söhne und alle Freunde die noch reinpassten mit zu nehmen. Das war immer ein riesiges Erlebnis, vor ab haben wir uns eingedeckt mit allem und jedem was die Süssigkeitenabteilung der großen Supermarktketten hergegeben hat. Mittwoch war immer Familientag, da bezahlte man nur pro Auto, an allen anderen Tagen ging es immer pro Person. Wir haben uns dann kurz vor der Einfahrt ins Kino immer in unserem alten Mercedes Kombi im Kofferraum unter einer Decke versteckt, damit wir weniger löhnen mussten. Dann am Plätzchen angekommen, holte man sich von der Servicestation einen alten Heizlüfter, den man auf den Boden im Auto stellte und
hängte sich eine Lautsprecherbox ins Fenster. Mieser Ton, aber es ging ja auch ein bisschen um das Erlebnis. Der erste Film den ich im Autokino gesehen habe war: Excalibur! Gedreht im Jahr 1981 von John Boorman mit Helen Mirren, Nigel Terry, Patrick Stewart und Gabriel Byrne und vielen anderen. Was für ein Spektakel auf der Leinwand! Überall Blut, Ritter in goldenen und silbernen Rüstungen und draußen, hinter, vor und seitwärts neben dem Auto strömender Regen. Besser kann so ein Abend nicht sein. 1982 sogar für einen Oscar nominiert. Ein Muss für jeden Kinofan. Und jetzt kommt es noch besser: Angeblich planen Warner Bros. und Regisseur Bryan Singer ein Remake dieses Knallers. Hoffentlich eröffnen bis dahin wieder ein paar Autokinos. Nächste Woche treffe ich Vince Vaughn und erzähle Euch dann wie er so drauf ist.
Bis dahin alles Gute und Liebe Grüße
Euer Steven Gätjen
Tags: Bryan, Dirty Dancing, Excalibur, Filmblog, Singer, Star Wars, Steven Gätjen
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Freitag, Oktober 2nd, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
heute möchte ich mich einem Thema widmen, das ich mich schon seit Kindesbeinen an beschäftigt: Der Filmmarathon! Früher waren es Serien wie „Western von gestern“ oder „Biene Maja“ die meine Geschwister, Freunde und mich vor den kleinen Bildschirm gebannt haben. Mein Vater war es aber erst der meine Leidenschaft für das Kino entfacht hat. Er war immer kinobegeistert und kennt heute noch wesentlich mehr Filme, als jede Person die ich getroffen habe. Das wirkte sich dann so aus, das wir zu hause regelrechte Filmparties gefeiert haben. „Auf dem Highway ist die Hölle los 1&2“ oder auch mal „Star Wars 4&5&6“. Ich erinnere mich noch ganz genau an einen Urlaub mit der ganzen Familie auf Föhr. Wir beide ältesten durften uns was wünschen. Ich wollte so viele Kinofilme hintereinander sehen, wie mein Bruder, mein Vater und ich nur konnten. Mein Bruder wünschte sich so viele Eiskugeln zu essen, wie unsere kleinen Bäuche vertrugen. Wir waren in einem kleinen Kino, als erstes gab es „James Bond – Moonraker“, mit einem meiner Lieblingsbösewichte „Beißer“. Anschließend schafften wir es noch in „Sie nannten in Mücke“ einen genialen Film, den glaube ich jeder aus meiner Generation kennt und liebt. Das war es aber auch schon mit Kino, danach waren wir alle fix und fertig. Übrigens haben wir anschließend jeder 12 und me
in Bruder sogar 14 Kugeln Eis gegessen. Warum ich Euch das alles erzähle, ganz klar. Ich habe meinen eigenen Kinomarathon gerade in dieser Woche gebrochen. Zum einen aus beruflichen, zum anderen aus Spaß Gründen habe ich mir 3 Filme hintereinander im Kino angeschaut. Eigentlich sogar innerhalb von 24 Stunden 4.
Los ging es mit der Premierenmoderation von „Tortuga – die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte“, eine tolle Dokumentation, die leider wirklich an einigen Stellen etwas zu theatralisch auf die Tränendrüse drückt, aber durch unglaubliche Bilder beeindruckt. Und dann ging es los, um 15.30 Uhr startete ich mit Simon Verhoevens „Männerherzen“ in meinen persönlichen Rekord.
Eine wirklich gelungene Komödie über uns Männer und die unglaubliche Tiefe unseres Charakters und den Witz den wir ausstrahlen. Jetzt mal im Ernst. Es ist ein wirklich gelungener Film über Beziehungen aus der Sicht des Mannes. Mit einem großartigen Christian Ulmen und einem hervorragenden Justus von Dohnany. Premiere war in dieser Woche in Berlin. Nett, unkompliziert, lustig. Die Aftershowparty hatte es aber ganz schön in sich, Wahnsinn was sich da an männlichen und weiblichen Granaten im Backstage Bereich tummelte. Alle waren gut drauf und feierten bis in die Morgenstunden, wenn sie überhaupt schon damit fertig sind. Weiter geht’s. Amüsiert und beschwingt kam ich also aus dem Kino um mir gleich im Anschluss auf dem Hamburger Filmfest den neuen Fernsehfilm von Hermine Huntgeburth „Das Glück ist eine ernste Sache“ anzuschauen. Rein zufällig spielt mein Bruder Andy darin eine Nebenrolle und das wirklich richtig gut. Ein schräger Film, mit sehr liebevoll ausgearbeiteten Charakteren. Ich weiß aber gar nicht wie man so einen Streifen nennen könnte. Drama, Komödie, Dramödie, Komrama. Ebenfalls klasse besetzt und gespielt und sehr unterhaltsam. Und dann kam der Knaller der krönende Abschluss. Ich hatte noch keine viereckigen Augen, mein Hintern war noch intakt, ich hatte mich von all dem Popcorn noch nicht übergeben und ging in Richtung des nächsten Knaller auf dem Hamburger Filmfest.
Die Verfilmung von Stieg Larrssons erstem Buch „Verblendung“ aus seiner dreiteiligen Kinoreihe. Jetzt möchte ich gerne noch eine Sache klarstellen.
Ich war also bereits seit 4 Stunden im Kino und nur einmal kurz an der frischen Luft und ich war kurz davor einen 2 ½ stündigen Thriller anzuschauen. Da gucke ich auf die Karte und was steht da: „Original mit deutschen Untertiteln!“ Das bedeutet auf Schwedisch mit deutschen Untertiteln. Wow! Ok! Normalerweise ein Grund für mich nicht ins Kino zu gehen. Nicht weil es auf schwedisch war, sondern weil Untertitel immer anstrengend sind, es sei denn man spricht die gesprochene Sprache fließend. Die Neugier war größer. Ich hatte so viel Gutes über diesen Film gehört, das ich einfach sehen musste. Eins kann ich Euch sagen, nach knappen 30 Sekunden habe ich das mit dem schwedisch und den Untertiteln überhaupt nicht mehr gemerkt. So gebannt habe ich auf die Leinwand gestarrt. Wahnsinn was da geschah. Eine wirklich sensationelle Verfilmung des Buches. Mit beeindrucken Hauptdarstellern. Wie schaffen es die Skandinavier immer wieder mit diesem gewissen Etwas die Geschichten zu erzählen. Ich kann es noch nicht einmal genau beschreiben. Wer das Buch gelesen hat, weiß wie brutal es da zu ging, wie widerwärtig die Verbrechen sind die dort begangen werden. Es hat aber nichts grausames, plumpes oder plakatives. Der Film geht einfach unter die Haut. Denkt jetzt bitte nicht ich habe nach 6 ½ Stunden Kino komplett meine Objektivität verloren, ach was rede ich, jede Beurteilung eines Film ist subjektiv, aber ich habe wirklich lange nicht mehr so einen Spaß gehabt. Das war großartig. Alle 3 Filme haben sich auf ihre Art gelohnt und mir einen tollen Tag beschert. Wann hat man schon mal das Glück hintereinander 3 unterschiedliche, aber sehr gelungene Filme zu sehen. Jetzt wo der Herbst so langsam Einzug hält, solltet Ihr Euch mal überlegen nicht auch einen kleinen Kinomarathon hinzulegen. Ich würde gerne mal wissen, welche Mischung Euch am besten liegt?! Müssen es monothematische Filme sein, oder genreübergreifend? Keine Ahnung. Beim nächsten mal sollten wir aber trotzdem die frage klären, wie man vom im Kino sitzen einen Muskelkater in den Waden bekommen kann, das habe ich immer noch nicht verstanden.
Bis nächste Woche, alles Gute
Euer Steven Gätjen
Tags: Filmblog, Gätjen, Kino, Männerherzen, Steven, Tortuga, Verblendung
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Mittwoch, September 16th, 2009
Hallo liebe Kinofans & Freunde,
heute geht es nicht nur mit dem Kinoblog in eine neue Runde, in einem neuen hübschen Gewand, Dank der engagierten und kreativen Arbeit der weLike Mitarbeiter, sondern auch bei Pixar/Disney. Der mittlerweile 10te Kinofilm des Computeranimationsstudios steht ins Haus. Wahnsinn was die bis dato geleistet haben. Erinnert Ihr Euch noch an den ersten Film: Toy Story. Damals von allen belächelt und als behinderter Auswuchs der Filmindustrie abgeschrieben. Der Erfolg gab den so genannten Freaks damals recht und schon folgte ein Kassenschlager nach dem nächsten. Das faszinierende daran war, im Kino zu sitzen, neben einem die Großeltern, hinter einem eine Gruppe an Kindern, vor einem ein knutschendes Paar. Alle waren vertreten und sie alle haben gelacht, nicht immer an den gleichen Stellen, aber sie alle hatten Spaß. Unglaublich, das sc
hafft eigentlich kein Film heutzutage, aber warum? Das kann man mit einem Satz, den Pixars Oberguru John Lasseter (Die Unglaublichen, Wall-E, Ratatouille) von sich gab, beantworten: „Wir bei Pixar halten unser Publikum, ob groß oder klein, für sehr, sehr intelligent.“ Ich komme vom Fernsehen, da wird das Programm mittlerweile nach dem Prinzip, auch der dümmste muss es verstehen, oder zumindest glauben er versteht es. Und genau das ist der Unterschied. An jedem Film den die Pixar Jungs und Mädels machen sitzen sie 5 Jahre. Nicht weil sie darauf warten, dass die Computer besser werden und sie noch unglaublichere Landschaften und Figuren erschaffen können, sondern weil sie so lange an der Geschichte feilen und arbeiten. Jede Figur stimmt bis ins kleinste Detail, jede Geschichte ist wagemutig, kreativ und einfach faszinierend. Ich meine, wer kommt schon auf die Idee, Superhelden verklagen zu lassen, weil sie jemandem helfen wollten und der sich dabei verletzte, so dass sie nicht mehr Superhelden sein dürfen: Die Unglaublichen. Wer erfindet die Geschichte rund um einen kleinen Fisch der seinen Sohn bis nach Sydney verfolgt um ihm zu retten: Findet Nemo. Und wieso sprengt ein Roboter an den Kinokassen das Boxoffice, der noch nicht mal sprechen kann und die Hälfte des Films alleine auf einem Planeten Müll wegräumt. Das sind doch wirklich geile Filmgeschichten.
Der neueste Coup „Oben“ dreht sich um einen grantigen alten Rentner, der seiner Frau gegenüber ein Versprechen einlösen will. Mehr kann und möchte ich Euch zu diesem Film nicht verraten, aber ich kann Euch eins versprechen, mit diesem Film haben sich Pete Doctor & Bob Peterson, die Drehbuchautoren und Regisseure noch einmal selbst übertroffen. Die ersten 20 Minuten sind großartig. Das tolle daran ist, die Lebensgeschichte von Carl Fredericksen, dem alten Mann, wird erzählt, ohne Erklärungen. Jedes Bild spricht Bände, ohne das eine Synchronstimme alles kaputt redet. Man wird von Carls Schicksal sofort mitgerissen und berührt. Etwas das man in dieser Art und Weise bisher noch nie bei Pixar Filmen gesehen hat. Meine absolute Lieblingsfigur bei diesem Film ist aber der Pfadfinderjunge Russell, der seinen Optimismus und seinen Glauben an das Gute in der Welt durch nichts erschüttern lässt. Um den Film zu promoten haben sich Disney/Pixar eine tolle Aktion ausgedacht. Auf dem Leipziger Platz stand ein, von einer englischen Firma entworfener und gebauter, Ballon, der dem fliegenden Haus aus „Oben“ sehr ähnlich sah. Anschließend tauchte Dirk Bach auf, der im Film einem sprechenden Hund seine Stimme leiht, warum er sprechen kann müsst ihr selbst herausfinden (Die frage aller Fragen war: Wie viele Ballons braucht man damit Dirk Bach abhebt? Und die sollte beantwortet werden. Das ist gar nicht so einfach, Dirk ist nämlich nicht nur im Showgeschäft ein Schwergewicht, oder wie ein Kollege sagte, der einzige Mann Deutschlands der genauso breit wie hoch ist. Super sympathisch und für jeden Schabernack zu haben, ließ sich Dirk bereitwillig einen Fallschirmspringgurt anlegen und an jeder Schulter einen haken platzieren, an denen Ballons mit einem Durchmesser von 2,00 Meter platziert wurden. Was für ein geniales Bild. Nach 120 Ballons schwebte er dann knappe 3 Meter über dem Boden. Wie Karlsson vom Dach. Die Fotografen hätten Ihn gerne noch höher geschickt, aber das war bei den Winden und bei der Zugkraft der Ballons definitiv zu gefährlich. Nicht nur eine lustige Aktion, sondern auch ein großartiger Film. Ich bin mir sicher, wenn ihr jetzt nicht eine totale Abneigung gegenüber Pixar Filmen habt, werdet ihr Ihn lieben. Freut Euch auch auf den genialen Vorfilm. Also bis nächste Woche.
Ach ja, das mit den Ballons bitte nicht selbst ausprobieren!
Bis nächste Woche,
Euer Steven Gätjen
Tags: Animationsfilme, Dirk Bach, Disney, Filmblog, Oben!, Steven Gätjen
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