Dienstag, März 23rd, 2010
Was ich mir diesen Kinosommer wünsche?
Moin, moin meine lieben Kinofreunde,
in diesem Jahr schicke ich meine Wunschliste für den Weihnachtsmann etwas früher los, weil ich den Kinofrühling und Sommer kaum erwarten kann. Lieber Kinoweihnachtsmann, das wünsche ich mir:
- dass weiterhin viele Leute ins Kino gehen, damit in diesem Jahr endlich wieder ein neuer Besucherrekord aufgestellt wird
- dass in Hamburg ein weiteres Kino mit Filmen in Originalsprache eröffnet
- dass Veronica Ferres endlich ihre Karriere beendet, weil ich sie weder vor der Kamera noch in irgendwelchen Zeitungen ertragen kann
- dass der deutsche Film versucht auch mal neue Talente zu fördern, auch wenn ich Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu…etc. großartig finde
- einen richtig coolen deutschen Actionfilm
- weitere schöne deutsche Komödien, wie zum Beispiel “Männerherzen“, “Alles auf Zucker”
- dass George Lucas, sich nicht verpflichtet fühlt, nach dem Erfolg von “Avatar“, seine “Krieg der Sterne Filme” auch auf 3D raus zubringen
- dass nicht jeder Film als 3D Version erscheinen muss
- dass Kinotickets nicht noch teurer werden
- dass nicht ständig Remakes gemacht werden, sondern neue Stoffe eine Chance bekommen
- dass Sylvester Stallone mit „The Expandables“ wieder auf den Actionstar Thron steigt
- dass Christian Ulmen so weiter macht wie bisher
- dass es bald 4D Kino gibt
- dass noch mehr internationale Produktionen in Deutschland gedreht werden
- dass das Essen in Kinos an Qualität zunimmt und es in Zukunft eine größere Auswahl gibt
- dass das Autokino wieder kommt und eine Erfolgsgeschichte schreibt, die seinesgleichen sucht und bald in jeder großen deutschen Stadt wieder fröhlich im Auto geknutscht werden kann
- dass es in Zukunft keine Schachtelkinos mehr gibt
- dass das ausgesprochene Handyverbot in Kinos, auch wirklich von jedem ernst genommen wird. Es ist mir ein Rätsel wie jeder Vollhonk sein Telefon anlässt, um während des Films ans Telefon zu gehen und zu sagen: “Ey, Alter, Digger, Rocker, wat sagt Du? Ey, Alter, Digger, ich kann gerade nicht sprechen, sitze im Kino. Ja Digger, Alter, ich rufe nachher zurück.”
- dass dieselbe Spezies Mensch den wahren Grund für Seife und Deo erkennt
- dass die Kinositze nicht so gestaffelt sein müssen, wie in fast jedem Flugzeug. Beinfreiheit ist eine schöne Sache.
- ein vernünftiges Lüftungssystem. Im Winter hatte ich das Gefühl, dass die Luft in den meisten Kinos stand.
- mehr Premieren in Deutschland
- dass Unterhaltung nichts Schlechtes ist, sondern auch Kunst. In Deutschland ein Unwort, denn alle sind sie Künstler. Ja ich weiß, aber trotzdem will ich unterhalten werden.
- mehr Vielfalt in den Kinos. Das Abaton Kino in Hamburg zum Beispiel, schafft es, hervorragende Filme zu zeigen, ohne sich ständig nach dem nächsten Blockbuster umzuschauen. Großartige Atmosphäre, tolle Filme. Hut ab!
- dass das Remake von “Kampf der Titanen” nichts vom Charme des Originals von Ray Harryhausen verloren hat
- endlich mal wieder ein Schauspieler irgendwo auf der Welt Bürgermeister oder Präsident wird.
Bis nächste Woche.
Liebe Grüße
Euer Steven Gätjen
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Montag, März 8th, 2010
Meine lieben Kinofreunde,
es ist vollbracht. Die 82te Oscarverleihung ist zu Ende und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich auch! Es war ein ganz schöner Ritt in diesem Jahr, aber wir haben unser Bestes gegeben, um eine tolle Show hinzulegen.
Am besten ich fange ganz von vorne an. Die Position ist, wie man im englischen so schön sagt “key”. Wenn man auf dem roten Teppich gut steht, kann man auch alle Stars bekommen, die man haben möchte. In diesem Jahr standen wir an einem Platz, der würde ich mal sagen, suboptimal gewesen ist. ABC, der nationale Broadcaster, hat sich natürlich die besten Plätze geschnappt und wie ich schon vor einigen Tagen erzählt habe, waren es insgesamt 6 an der Zahl. Das hat dazu geführt, dass die Stars Stunden bei ihnen verbracht haben und dadurch natürlich nicht zu den restlichen Teams kommen konnten. Dank der Hilfe von Scott Orlin haben wir aber viele vor unsere Linse bekommen. Technische Probleme haben dann noch dafür gesorgt, das bei uns das Adrenalin noch schneller und länger durch die Adern pumpte. Das ist Fernsehen und deshalb liebe ich die “live” Situation so unglaublich, denn man weiß nie, was passiert. Jetzt zu den Stars: Zoe Saldana, Quentin Tarantino, Amanda Seyfried, Zac Efron, Diane Kruger, Jeremy Renner, Sandra Bullock, Hellen Mirren, Christopher Plummer, Christoph Waltz, James Cameron, Mo’Nique, Mariah Carey, Sam Worthington und noch einige mehr, haben bei uns angehalten. Bei Sandra Bullock wusste wir, das sie Gummibärchen mag, also haben wir Gummibärchen besorgt, die sie uns dankend aus den Händen gerissen hat. Eine Sache habe ich aber noch zusätzlich gelernt: nicht die Parties nach den Oscars sind das Highlight, sondern die am Abend davor. Beide, James Cameron und Quentin Tarantino, haben es mit ihrem Cast richtig krachen lassen und die jeweilige Bar bzw. das Restaurant gerockt. Bei Quentin hat man das dann bei der Oscarverleihung mehr gesehen, als beim Überregisseur. Die Krawatte des “Inglourious Basterds“-Machers hing schief, war zu kurz und sein Haar zersaust, aber warum nicht.
Ansonsten kam die Verleihung für mich sehr bieder und langweilig herüber. Nichts wird mehr dem Zufall überlassen, Platz für Emotionen gibt es fast nicht mehr. Die Bühne war zwar superstylish, aber kalt und die Tanznummer zur Kategorie “Bester Song” war extrem altbacken. So etwas gehört nicht mehr zu einer modernen Oscarverleihung. Die Moderatoren waren gut, aber unterfordert, nur ab und zu ist das Improvisationstalent von Steve Martin und Alec Baldwin aufgeblitzt, gerne mehr davon. Spannend war das Rennen zwischen “Avatar” und “Tödliches Kommando“. Wer hätte gedacht, dass es so klar ausfallen würde. Der erfolgreichste Film aller Zeiten, gegen den von der Kritik hoch gelobten, aber an der Boxoffice gefloppten Streifen der Ex-Frau von James Cameron.
Kathryn Bigelow, ist ohne Zweifel eine fantastische Regisseurin, aber dass der Film gleich 6 Statuen mit nach Hause nimmt und das auch noch in den 3 Wichtigsten (Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Film), hätte ich nicht gedacht. Aber so ist es nun mal und spannend war es definitiv. Jetzt rocken die Gewinner und sicher auch Verlierer die fielen Parties hier in Hollywood. Natürlich auch die genau gegenüber von meinem Hotel, die Vanity Fair Party. Morgen wird dann noch ein bisschen darüber geplaudert, wer hätte gewinnen können und müssen und wer das Rennen dann am Ende doch gemacht hat. Was mich auf jeden Fall noch zu Christoph Waltz bringt. Was für ein Schauspieler, aber am Teppich konnte er, egal wie gut er ist, seine Emotionen nicht verbergen. Die Last der große Favorit zu sein, lag schwer auf seinen Schultern. Ein bisschen zittern und Aufregung konnte man sehen. Umso erleichterter war er schließlich, als er den Oscar in den Händen hielt, verdient hat er es. Enttäuschung bei den anderen Nominierten von “Das weiße Band“. Dennoch ein Riesen-Erfolg für den deutschsprachigen Film.
Mein Fazit: Rock N Roll am Teppich und zurückhaltende Stimmung bei der Verleihung, ich hoffe das im nächsten Jahr auch ein bisschen mehr Pfeffer in der Show steckt. Mein Weg führt jetzt noch in ein nettes Diner mit dem Rest der Crew auf dem Sunset und dann geht es ab ins Bettchen.
Bis bald,
Liebe Grüße
Aus Hollywood
Euer Steven Gätjen
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Sonntag, März 7th, 2010
Meine lieben Kinofreunde,
heute etwas kürzer, da der große Tag bevor steht und ich noch unglaublich viel machen muss.
Heute waren wir am roten Teppich und haben uns mal ein Bild vor Ort gemacht. Wie man sehen kann, ist das Wetter leider Gottes eine Vollkatastrophe, aber es soll besser werden. Drückt uns die Daumen. Momentan steht noch ein großes Zelt auf dem roten Teppich, damit kein Star oder Sternchen nass wird. Das Problem damit ist, es dauert knapp 3 Stunden, es abzubauen. Das heißt, die Academy muss sich spätestens um 10 Uhr morgens entscheiden, ob sie das Risiko eingehen wollen, es abzunehmen und dann vielleicht im Regen zu stehen. Ich habe in der Vergangenheit schon oft versucht zu erklären, wie es vor Ort aussieht und was da alles los ist. Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Jedes kleine weiße Schild steht für ein Fernsehteam, wenn man Glück hat, bekommt man 2 Schilder nebeneinander. Da wird nichts abgetrennt, man versucht sich seinen Platz zu erhalten, das ist ganz wichtig. Es wird auf jeden Fall ein ganz schönes Gedränge.



Eins muss man der Academy und auch den Bauherrn des Kodak Theatre lassen: Sie sind sich sicher, das die Oscarverleihung noch lange in diesem Gebäude stattfinden wird. Am Eingangsbereich hängen mehrere Plaketten mit Jahreszahlen, auf die der Name des Films, der die Kategorie “Best Picture” gewonnen hat, eingetragen wird. Wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann, geht es hier bis weit über die Hälfte dieses Jahrhunderts. Bei 2060 steht dann bestimmt „Avatar 25“. Aber erst mal muss ja der erste Teil bei den Academy Awards eine solche Statue in klein gewinnen. Es wird auf jeden fall spannend und ich hoffe ihr seid dabei, live auf Pro7. Am Montag gibt es dann alles über den Wahnsinn am roten Teppich in diesem Blog zu lesen.
Bis dahin, liebe Grüße aus Hollywood
Euer
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Samstag, März 6th, 2010
Meine lieben Kinofreunde,
so langsam aber sicher geht es rund hier in Hollywood. Die Stars laufen so langsam ein in die Stadt der Engel und es gibt viele spannende neue Geschichten. Wie ich heute von einem amerikanischen Fernsehproduzenten erfahren habe, ist das Wochenende vor den Oscars, ein so genanntes „Tabu Wochenende“ für alle männlichen und weiblichen Superstars. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz der Manager, ihre Schützlinge nicht an die Öffentlichkeit treten zu lassen, da die Narben der Schönheits – OPs, die rote Haut vom Peeling und die Stirnfalten vom Botox, noch nicht ganz verschwunden sind. Jedes Event das also an diesem Wochenende stattfindet, muss also um die paar Promis kämpfen, die sich nicht vorher haben ummodellieren lassen. Ein weiterer Trend in diesem Jahr ist, das die Schauspielerinnen, mittlerweile Geld dafür verlangen, das sie Schmuck tragen. Chopard, H. Stern und wie sie alle heißen, geben nicht nur millionenschwere Diamentcolliers und Ringe an die Damen, sondern auch noch einen richtig fetten Check.
Heute war schon einmal großes Schaulaufen auf dem roten Teppich der 82ten Oscarverleihung, für die Filme aus der Kategorie “Bester nicht englischsprachiger Film“. Michael Haneke, Regisseur und Mastermind hinter “Das weiße Band” hat meiner Kollegin Annmarie Warnkross Rede und Antwort gestanden. Anschließend war für uns natürlich wichtig herauszufinden, wo unsere Position bei dem Journalistenmeer am Teppich sein würde. Der Teppich hat sich in diesem Jahr ein bisschen verschoben. Der amerikanische Fernsehsender, der die Rechte hat und gemeinsam mit der Academy verkauft, hat natürlich das Sagen und meist bis zu 6 Positionen auf und neben dem Teppich. Sie bekommen natürlich alle vor die Kamera, die sie wollen und das wird von Anfang an durchgetaktet und nichts dem Zufall überlassen. Wenn sich jetzt wieder ein paar Zuschauer fragen, warum ABC alle hat und wir vielleicht nicht, dann lautet die Antwort ganz einfach: Weil sie nichts dafür machen müssen, die Stars müssen bei Ihnen stoppen, das ist meist sogar vertraglich so festgelegt. Trotzdem bin ich mit unserer Position am Teppich happy, wie man sehen kann.
Neben uns sind wieder die Kollegen von Fox und mit denen haben wir uns die letzten Jahre immer gut verstanden. Beim rumschauen habe ich noch einen sehr geschätzten Kollegen, Pierre Geissensetter vom ZDF getroffen, der ebenfalls gemeinsam mit seinem Team rund um die Academy Awards dreht. Ganz wichtig ist bei der Position am roten Teppich, natürlich das Team. Wieder dabei Kameramann Peter und Tonmann Martin (zum ersten Mal dabei). Mit denen ich heute am Hollywood Zeichen eine Sendung aufgezeichnet habe.
Am Abend gab es einen Empfang des Medienboard Berlin-Brandenburg, die bei den 82ten Oscars insgesamt 13 Oscar Nominierungen für 4 Filme, die sie unterstützt haben, erhielten. Dazu gehören: Inglourious Basterds, Das weiße Band, Ein russischer Sommer und Ajami. Ein gut gelaunter Quentin Tarantino kam vorbei, der mir versicherte, das er am Sonntag bei uns am roten Teppich vorbeischaut. Und natürlich Christoph Waltz, für den ich jetzt hier gerne eine Lanze brechen möchte. Wahnsinn, was der für ein Tempo in den letzten Monaten hingelegt hat. Bevor „Inglourious Basterds“ und Quentin Tarantino kamen, sagte er in einem Interview, war er mit dem Schauspielbusiness unzufrieden und frustriert. Wen man gesehen hat, was dieser Mann zu leisten im Stande ist, in der Rolle des Hans Landa, dann kann man diese Verzweifelung verstehen. Mir ist es immer wieder ein Rätsel, dass es bis dato anscheinend niemand geschafft hat zu erkennen, was in diesem Mann steckt. Natürlich hat er in der Vergangenheit schon gezeigt, was er kann, aber erst Quentin Tarantino hat es aus ihm richtig herauskitzeln können. Das, was nach SAG Award, Golden Globe, Bambi und BAFTA auf ihn eingeprasselt ist, kann glaube ich keiner von uns nachvollziehen. Dennoch war er auch auf dieser Veranstaltung äußerst freundlich, zuvorkommend und nicht müde, Interviews zu geben. Und dazu muss man sagen, er war noch keine Sekunde auf der Veranstaltung, als schon ein riesiger Schwarm an Fernsehteams auf ihn niederschoss. Hut ab!
Und nochmals, ich bin mir bei keinem Oscar der vergangenen Jahre so sicher gewesen, wie bei dem von Christoph Waltz. Nicht wegen des ganzen Hypes, sondern wegen seiner unglaublichen schauspielerischen Leistung. Jede andere Entscheidung wäre lächerlich und für mich nicht nachvollziehbar. Einziger Gegner ist Christopher Plummer. Sein Oscar wäre aber eine dieser klassischen Auszeichnungen der Academy, nach dem Motto, wir haben es bisher versäumt, jetzt wird der großartige Charaktermime 80 Jahre alt und wir müssen ihn schnell noch mal ehren. Schade für Christopher Plummer.
Morgen geht’s weiter.
Bis dahin,
Liebe Grüße aus Hollywood.
Euer Steven Gätjen
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Freitag, März 5th, 2010
Meine lieben Kinofreunde,
mittlerweile kommen immer mehr Details vom Ablauf der 82ten Oscarverleihung zum Vorschein. Oder sollte man besser sagen die Gerüchteküche brodelt. Neu ist, dass 2 Moderatoren in diesem Jahr durch die Verleihung führen werden. Die Frage, die ich mir die ganze Zeit gestellt habe ist, warum eigentlich nicht Hugh Jackmann wieder, nach dem er das 2009 so großartig gemacht hat?! Wollte er nicht?! Die Academy hat ihn gefragt. Er wollte, aber sein Management anscheinend nicht. Sie wollen, das er als Schauspieler anerkannt wird und nicht als Moderator. Außerdem führten sie das Beispiel eines Billy Crystal an, 8-maliger Moderator der Academy Awards, der anschließend als Schauspieler keinen Fuß mehr auf den Boden bekam. Na ja, Steve Martin und Alec Baldwin werden das schon richten. Über letzteren gibt es übrigens seit Wochen keine Boulevardschlagzeilen mehr, obwohl er ja gerne mal über die Strenge schlägt. Da ist man hier ganz, ganz vorsichtig. Das einzige was in den vergangenen Tagen durchsickerte ist, das er anscheinend einen Schwächeanfall erlitten hat und vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht wurde. Ob das an den Proben lag, oder am sonstigen Arbeits- und Privatstress weiß niemand.
Kommen wir zur Show: Martin Short und Neil Patrick Harris (von der Serie „How I met your mother“) sollen die Show mit einem Sketchfeuerwerk eröffnen, in dem alle “Best Picture Nominees” durch den Kakao gezogen werden. Außerdem wird, das war in den vergangenen Jahren nicht der Fall, wieder jeder nominierte Song auf der Bühne vorgestellt. Man versucht außerdem auch noch, wieder für richtigen Starauflauf auf der Bühne zu sorgen, in dem die Nominierten in den Top Kategorien, wie “Best Actor“, “Best Actress“, “Best supporting Actor“, “Best supporting Actress” jeweils von einem Gewinner, oder einer Gewinnerin der letzten Jahre vorgestellt werden.Der Regisseur der Academy Awards in diesem Jahr ist Hamish Hamilton, ein großartiger Regisseur, den ich noch aus meiner Zeit bei MTV Mitte der 90er Jahre kenne. Seitdem hat er diverse MTV Europe Music Awards (u.a. letztes Jahr in Berlin), MTV Video Music Awards, Victoria Secret Modenschauen und vor allen Dingen die meisten Liveauftritte von U2 (die ihn immer persönlich anfragen) gemacht. Also jemand, der ein absoluter Profi ist und sicherlich von der Art und Weise der Bildführung noch knackiger sein wird. Ein klasse Typ.
Man wollte auch Sascha Baron Cohen gewinnen, einen Joke auf der Bühne zu machen. Angeblich sollte er eine schwangere Na’vi Frau, aus dem Film Avatar, spielen. Die Angst davor vielleicht James Cameron zu düpieren oder wütend zu machen und dann das Risiko einzugehen, das er bei einer eventuellen Dankesrede darauf eingeht und laut wird, führte dazu das man diesen Streich komplett aus dem Programm strich. Sascha Baron Cohens Antwort: Dann bleibe ich lieber in England. Mal schauen, ob er nicht doch über den roten Teppich schreitet. Ansonsten haben wir herausgefunden, das Puff Daddy sich direkt hinter unserem Hotel in den Hollywood Hills ein neues Anwesen gekauft hat, mit sehr viel Glas. Jeden Tag sieht man dort, von unserer großartigen Dachterrasse des Andaz Hotels am Sunset Boulevard, Handwerker fleißig arbeiten um sein neues Domizil bezugsfertig zu machen.
Und wie ihr sehen könnt bin ich wirklich vor Ort und mittlerweile etwas wacher.
Morgen gibt es noch mehr von den Oscars.
Bis dahin, einen schönen Tag.
Liebe Grüße aus Hollywood
Euer
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Donnerstag, März 4th, 2010
Meine lieben Filmfreunde,
ein weiterer Tag in Los Angeles neigt sich dem Ende zu und man kann förmlich das Knistern in der Luft spüren und die Aufregung vor dem großen Event am kommenden Sonntag. Es gibt in dieser Stadt, die ansonsten vor Entertainment News nur so brennt, nur noch ein Gesprächsthema und das sind die 82ten Academy Awards.
In den letzten Wochen wurde ja schon viel darüber geredet, das es das Jahr des deutschsprachigen Films ist. “Das weiße Band“, “The Last Station” (fast komplett mit deutschen Geldern finanziert und in Deutschland gedreht), Christoph Waltz (”Inglourious Basterds“), Michael Haneke, Christian Berger (Kameramann “Das weiße Band“), Hans Zimmer (Musik für “Sherlock Holmes“) und natürlich Sandra Bullock. Ja, genau, die Sandra Bullock, aus Filmen wie “Speed”, oder “Crash”, “A Time to kill”. Der Superstar und jetzt als “Beste Hauptdarstellerin” für einen Oscar nominiert. Sie hat eine deutsche Mutter, viele Verwandte in Deutschland und eine ganze Zeit auch bei uns gelebt. Außerdem hat sie auf deutsch bei den diesjährigen Golden Globes ihre Verwandten gegrüßt.
Das muss doch reichen! Ich mache natürlich nur einen Witz, Sandra Bullock ist eine Amerikanerin. Trotzdem finde ich im Vorfeld einer solchen Veranstaltung immer die ganzen Diskussionen, welches Land, sich wie wann zu wem bekennt und wer für wen was gewinnen darf. Darüber redet hier natürlich keiner, sondern eher über die Leute die alles auf dem roten Teppich erscheinen werden und wer definitiv nicht. Zu letzteren gehört auf jeden Fall einer der Produzenten von “The Hurt Locker“. Der im Vorfeld die Oscarstatuten missachtete und an die Mitglieder der Academy eine e-Mail schrieb, in der er dazu aufrief, seinen Film zu unterstützen, anstatt das “Avatar” Monster. Das fand keiner lustig und deshalb darf er jetzt nicht mehr kommen. Das stelle ich mir richtig schlimm vor, da arbeitet man jahrelang an einem Projekt, setzt es in die Tat um und dann darf man den Erfolg nicht mal genießen. Neue Laudatoren werden fast täglich zu der, mittlerweile schon vor Starpower platzenden, Liste hinzugefügt. Mit dabei sind Sascha Baron Cohen, Jason Bateman, Kathy Bates, Miley Cyrus (die Nervensäge; letztes Jahr sagte sie zu mir: 2010 bin ich mit meinem Kinofilm “Hannah Montana – Der Film” nominiert; Puh war das knapp), Robert Downey Jr., Zac Efron, Tina Fey, Samuel L. Jackson, Taylor Lautner, Kristen Stewart, Ben Stiller, Barbara Streisand, John Travolta und wieder Single Charlize Theron. Und morgen geht es bestimmt weiter.
Ganz heiß werden die Partytickets in diesem Jahr gehandelt. Jeden Abend in der Woche gibt es ein Minimum von 6 Veranstaltungen. Das interessante daran ist, das die meisten nicht von Filmstudios ausgerichtet werden, sondern von Sponsoren oder Zeitschriften. Die Filmstudios haben keine Lust mehr gegen die angesagten Parties der “Partykonkurrenz” anzustinken und sparen lieber das Geld für die nächste Zelluloid Party. Nach den Oscars gibt es 3 Veranstaltungen, um die man sich hier reißt. Vanity Fair ist das Fest mit der höchsten Promidichte, hier sind sie alle. Das schöne daran ist, es findet direkt vor meinem Hotel statt, auf der anderen Straßenseite im Sunset Tower Hotel. Elton Johns AIDS Foundation kann ebenfalls mit einer ganzen Reihe an A Promis im Pacific Design Center aufwarten und last but not least, in diesem Jahr zum ersten mal, lassen die Busenfreundinnen Demi Moore, Madonna und ihr Manager Guy Oseary, es in seinem haus in den Hollywood Hills richtig krachen. Diese Tickets kann man nicht kaufen, man wird persönlich eingeladen. Während sich die Entertainment Welt an dem Abend vergnügt werden wir hart arbeiten, damit ihr all das zu sehen bekommt, was diesen Tag ausmacht. Deswegen hier auch 2 Fotos von einem Teil unseres Teams vor Ort in Los Angeles.
Thilo verzweifelt manchmal an all der Recherche die bei einem solchen Event nötig sind und frisst dann seinen Computer, während Burkhard, Matthias, Philipp und Frank, mal bei dem ganzen Stress ein paar Minuten Kalifornische Sonne genießen können. Ein wirklich großartiges Team, Danke an die Jungs.
Ich melde mich morgen wieder mit weiteren Neuigkeiten aus der Traumfabrik.
Bis dahin, alles Gute.
Bleibt sauber.
Euer Steven Gätjen
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Mittwoch, März 3rd, 2010
Meine lieben Kinofreunde.
Es ist soweit die Oscars 2010 stehen vor der Tür und bevor ich gleich mit ein paar Geschichten aus dem “Filmland der Träume” loslege, möchte ich an dieser Stelle mal eine Lanze für die Lufthansa Board Crew brechen, mit denen ich fliegen durfte. Bei dem ganzen Stress, den das Bodenpersonal ausgehalten hat, nachdem Orkantief “Xynthia” über Deutschland hinwegfegte, musste sie ein paar angeschlagene Passagiere, dazu gehörte auch ich, wieder aufpäppeln. Das haben sie großartig gemacht, mit unglaublich viel Freundlichkeit und Fürsorge. Normalerweise ist man in knapp 12 Stunden in Los Angeles, ich habe insgesamt 25 Stunden gebraucht.
Darf und muss man ja auch mal sagen.
Als Beweis, dass ich jetzt da bin, aber noch nicht ganz Herr meiner Haare, seht ihr ja an den beiden Fotos. Der erste Promi lief mir dann gestern Abend im “Mel’s Diner” auf dem Sunset über den Weg: Suge Knight. Hat zwar rein gar nichts mit der Filmindustrie zu tun, aber ist ja auch ein Promi. Der Chef von Death Row Records sieht “life” noch viel Furchteinflößender aus. Beängstigend ist auch die Wettervorhersage für den Tag der Verleihung. Es soll angeblich aus Kübeln regnen. Wenn die Wettervorhersagen hier genauso akkurat sind, wie in Deutschland, dann wird hier sehr wahrscheinlich blitze blauer Himmel mit Temperaturen bis 40 Grad sein. Wir lassen uns überraschen. Gespannt bin ich auch auf Christoph Waltz am roten Teppich. Kollegen aus Österreich haben mir berichtet, dass ein Interview für den Golden Globe Gewinner, wie ein Boxkampf ist. Er will sich ständig messen und zeigen, wer der Bessere und Intelligentere ist. Oberflächliche und boulevardeske Fragen sind ihm zuwider.
Ansonsten macht gerade ein Thema hier Schlagzeilen. Die Hauptdarstellerin aus dem am 18. März in Deutschland startenden Film “Precious“, Gabourey Sidibe, wurde von der Straße weggecasted und hat noch nie eine Schauspielschule von innen gesehen. Jetzt wurde sie für den populärsten Filmpreis der Welt in einer Kategorie gewählt, neben Ikonen des Zelluloids wie Meryl Streep oder Helen Mirren. Eine wirklich beachtliche Leistung und ein Film, den man sehen sollte. Nun haben sich gleich 3 Fragen für Gabourey gestellt: Worauf muss ich bei diesen ganzen Events achten? Was soll ich anziehen? Und wen nehme ich mit? Tom Hanks beantwortet netterweise gleich die ersten beiden Fragen und sagte zu Gabourey: “Zieh Dir Turnschuhe an, denn Du musst eine ganze Menge laufen. Der Rest kommt von selbst, mach Dir keine Gedanken, bleib so wie Du bist.” Danke Tom. Bei der Beantwortung der zweiten Frage half sie sich gekonnt selbst. In einem Radiointerview gestand sie, das N’Sync Ihre Lieblingsband sei und Justin Timberlake doch unbedingt bei Ihr anrufen solle, damit sie gemeinsam zu den Oscars gehen können. Das nennt man schlaues Marketing und nette Publicity.
Ich werde mich jetzt mal wieder ins pralle Leben stürzen und ein paar spannende Geschichten und Fotos für Euch schießen.
Bis morgen, bis dahin alles Gute.
Euer Steven Gätjen
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