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Die coolsten der Coolen oder: Warum Steven Gätjen Benicio del Toros Gang mag

Mittwoch, Februar 3rd, 2010

Moinsen meine lieben Kinofreunde,

Benicio_del_Toroheute könnte auch nur, als Überschrift für diesen Blog, „Die coolsten der Coolen“ stehen. Ich bin da auf jeden Fall raus. In den vergangenen zwei Wochen hatte ich das Vergnügen, zwei Menschen aus dem Filmbusiness zu treffen, die wirklich dieses Prädikat verdienen. Der erste war kein Geringerer als Benicio del Toro. Einer meiner Lieblingsfilme ist „The Usual Suspects“ (Die üblichenVerdächtigen), geile Geschichte, großartiger Kevin Spacey, aber vor allen Dingen, weil Benicio so unglaublich nuschelt und redet. Ein Film, den man im Originalton sehen muss, ich habe Benicio auch nicht verstanden, aber es geht einfach darum, wie er sich gibt und redet. Seitdem ist viel passiert, einen Oscar hat er in der Tasche und viele gute und ein paar weniger gute Filme gedreht. Jetzt belebt er das Horrorgenre gemeinsam mit Universal wieder zum Leben mit „Wolfman“. Ein großartiger Film, darum geht es jetzt aber nicht. Es geht um Benicio.

4b2b51615a5b8Ich muss mich jetzt schon mal für meine Wortwahl entschuldigen, aber „so dicke Eier“ wie er möchte ich auch gerne haben. Sein Gang lässt diese These zu. Unglaublich locker, geschmeidig, aber wie gesagt, sehr breitbeinig kommt er daher. Die Augen immer einen Tick zusammen gekniffen, musternd, bohrend. Nicht leicht aus der Reserve zu locken. Vielleicht auch ein bisschen müde, nach anstrengenden Dreharbeiten und PR Trips. Trotzdem hat er irgendwie etwas Schelmisches, aber bei einer Sache bin ich mir ganz sicher, wenn man die Möglichkeit hätte, mit ihm länger zu quatschen, dann würde es abendfüllend werden. Ich glaube das man mit dem Kerl richtig um die Häuser ziehen kann, aber auch das er jemand ist, der sich bei einem guten Glas Wein stundenlang über die Welt und was darin passiert unterhalten würde. Übrigens, und das ist finde ich wirklich eine weitere Bestätigung für seine Coolness: Das Heulen des Werwolfs im Film kommt nicht von ihm selbst, sondern von zwei Rocklegenden. David Lee Roth und Gene Simmons waren im Studio und haben das Ganze, eingesungen kann man ja nicht sagen, eingeheult. Wer jetzt noch daran zweifelt das Benicio eine coole Sau ist, der soll sich gehackt legen.

ClintEastwood_BerlinaleDer zweite ist kein geringerer als Clint Eastwood. Ende Mai wird er 80 Jahre alt. Das muss man sich mal reinpfeiffen, 80! Jedes Jahr bringt er neue Filme raus, entweder spielt er mit oder er führt Regie, schreibt das Drehbuch, singt oder produziert oder macht alles auf einmal. Und seine Filme werden immer besser. Auf einer Pressekonferenz in dieser Woche zu seinem neuen Film „Invictus“, der mit 2 Oscarnominierungen bedacht wurde, habe ich ihn gesehen.

4b4c307a72ea1Jetzt muss man sich wie gesagt mal vorstellen, das er, tut mir leid, wenn ich das schon wieder wiederhole, aber 80 wird! Man denkt, jemand rollt ihn rein, oder stütz ihn, nein, dieser Mann ist eine unglaubliche Erscheinung. Über einen Meter und neunzig groß, drahtig, fit und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, das einen sofort an Dirty Harry oder seine alten Western erinnert. Seine Sprache, klar und deutlich, mit einer großartigen Portion Humor. Er wird natürlich ständig auf sein Alter angesprochen. In jede Antwort baut er dann ein anderes Alter ein, mal ist er 38, mal 48, mal 16. Er genießt es, die Leute zum Lachen zu bringen. Er nimmt die Fragen auf jeden fall ernst und geht detailliert auf sie ein, mögen sie auch noch so bizarr sein, wie die eines finnischen Kollegen, der gefühlte achtmal fragt, wann Clint Eastwood in Finnland war, obwohl es nichts, rein gar nichts mit dem Film zu tun hat. Als sein Mikrofon nicht mehr funktioniert, eilt ein junger Techniker herbei, den er nur mit den Worten begrüßt: „Am I talking too loud for you kid!“ Alle freuen sich, der Techniker, die Gäste und Clint Eastwood.

 

Also da habt ihr sie „Die coolsten der Coolen“. Bis nächste Woche, dann mit einem, der mal sehr cool war und es auch hoffentlich wieder wird: Mel Gibson.

Liebe Grüße

Euer Steven Gätjen

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