Donnerstag, November 12th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
heute beschäftigen wir uns mit dem Thema: Wenn unserer Politiker wissen würden, dass unsere Welt, wie wir sie kennen zu Ende geht, würden wir das wissen wollen? Um die Frage zu beantworten muss ich mal wieder ein bisschen ausholen. Roland Emmerich ist ein Visionär und ein Regisseur, den ich für seinen unglaublichen Mut neue Wege zu gehen bewundere. Als er vor langer Zeit einmal an der Münchner Filmhochschule studierte und den teuersten deutschen Abschlussfilm aller Zeiten drehte (Das Arche Noah Prinzip 1984 für sage und schreibe 1 Million Mark), belächelte Ihn die deutsche Filmszene. Ein geiler Film, damals und auch heute noch. Bei dem was ich gleich sagen werde, wird es wieder viele empörte Stimmen geben, nach dem Motto: wie kann er das nur sagen! Das ist mir völlig egal, denn ist eine Tatsache, dass in unserem Land der Dichter und Denker, Menschen mit neuen Visionen und Ideen, immer gedeckelt und ausgebremst werden.
Roland Emmerich war schon damals jemand der nach Vorne geschaut hat, für den Grenzen keine Hindernisse waren, sondern die Motivation, noch höher zu springen. Das hat er nach dem Studium angefangen in den USA zu machen. Dabei ist er immer seiner Linie treu geblieben. „Moon 44“ war gut, „Stargate“ sehr gut und „Independence Day“ der absolute Knaller. Obwohl ich sagen muss, dass ich ihn als erstes alles andere als gut fand. Mittlerweile gehört er zu meinen Lieblingsfilmen. Übrigens drehte sich die öffentliche Meinung nach diesem Megaerfolg auch hierzulande. „Godzilla“ halten viele für einen Ausrutscher, aber auch dieser Film ist super. Die alten japanischen Trashversionen haben ihren ganz eigenen Charme, aber Emmerichs Streifen hat genau diese Elemente noch aufgestockt und Godzilla zu dem Monster gemacht, das wir alle gerne sehen wollten.
„The Day after Tomorrow“ war von den Spezialeffekten grandios und von seiner „Message“ her unglaublich aktuell und auf den Punkt. „10.000 B.C.“ war, das muss auch ich zugeben, nicht mein Ding. Und jetzt stelle ich eine gewagte These auf: Dieser Film war so schwach, weil die Charaktere einfach nicht stark genug waren. Hä!!! Wie meint der Gätjen das? Ganz einfach, auch wenn alle immer behaupten Blockbuster bestechen nur durch ihre Special Effects, der hat sich geschnitten. Denn eine Sache versteht Roland Emmerich immer, die Charaktere in seinen Filmen mit super Schauspielern zu besetzen. Matthew Broderick, Dennis Quaid, Will Smith, Randy Quaid, Mel Gibson, Danny Glover, Oliver Platt (aus Stargate) und jetzt in seinem neuen Streifen John Cusack, Woody Harrelson, Amanda Peet, Chiwetel Ejiofor. Oder glaubt ihr im Ernst, das dass nicht zählt. Das man das mit Spezialeffekten wettmachen kann. Logisch waren die beiden Hauptdarsteller bei „10.000 B.C.“ knackig und hübsch, aber ihnen fehlte die Tiefe. Logisch auch, dass seine Filme manchmal ein bisschen zu pathetisch sind, aber wir reden hier über Popcorn Kino. Das macht er super. Er kann ja auch anders, siehe „Trade“ oder jetzt „Anonymous“, den er in Berlin/Babelsberg dreht. Kommen wir also zu „2012“. Nach „The Day after Tomorrow“ wollte er nichts mehr kaputt machen, dass war genug. Aber sein neuer „Partner in Crime“ Harald Kloser, mit dem er bereits „10.000 B.C.“ gemacht hatte, hatte die Idee einer Sintflut und einer Arche in unserer Zeit und so ward die Idee für
„2012“ geboren. Zurückgezogen in ein schönes Haus in Thailand schrieben die beiden den so genannten ersten Draft. Daraus erwuchs dann die Verquickung mit den Theorien der Mayas, dass mit dem Ende ihres Kalenders am 21.12.2012, die Welt in ein neues Zeitalter aufbricht. Zu Ende geht, anders wird, auseinander fällt, explodiert, was immer man da auch rein interpretieren will. Emmerichs und Klosers Version ist wie gesagt nur ein Film. Ach ja eine Sache habe ich noch vergessen: Roland hat seine eigene Art und Weise Stoffe in die Tat umzusetzen. Er finanziert die komplette Arbeit am Drehbuch vor und lässt dann die Studios antanzen um darum zu bieten. Das garantiert ihm die komplette Unabhängigkeit diesen Stoff zu verfilmen. Smart!!! Übrigens ein fettes Lob an Sony Pictures, die parallel laufende Marketingkampagne zu „2012“ ist wirklich super. Es gibt eine Website zur Figur von John Cusack, der einen Autor spielt, die www.farewellatlantis.com heißt und zusätzlich noch eine die sich www.instituteforhumancontinuity.com, bei der man sich mit der Zukunft der Menschheit beschäftigt. Ganz wichtig: Alles mit einem Augenzwinkern!
Kommen wir zum Film: wenn man mir sagt, er dauert 158 Minuten, denn meldet sch automatisch mein Hinterteil und meine Blase. Keine Chance, dass schaffe ich nicht, dass hat bisher nur die „Herr der Ringe Trilogie“ vollbracht, mich derartig an den Sitz zu fesseln. Und jetzt kommt es, ich habe es nicht gemerkt. Nichts, nadda, nothing. Meine Blase ist anschließend fast explodiert, aber ich konnte nicht aufstehen. Die ersten 45 Minuten werden die Figuren vorgestellt, super. Man taucht komplett in die Geschichte ein und will nicht, das dass passiert was man schon ahnt: Dass die Welt in Schutt und Asche versinkt. Aber das was dann passiert, kann man nicht erwarten und mit irgendetwas vergleichen was es bisher im Kino zu sehen gab. Genau die Hälfte des Films, sind nur Special Effects. Mehr verrate ich nicht, weil ich auch gar nicht weiß, wie ich das Gesehene beschreiben soll. Chapeau Roland Emmerich!!! Ihr werdet es nicht glauben können und das Kino mit gemischten Gefühlen verlassen. Zum einen, weil es einfach super gemacht ist und zum anderen, weil er nachdenklich macht. Nicht in Bezug auf das Datum „2012“, sondern eher nach dem Motto, wir sollten ein bisschen mehr Acht geben auf unsere Planeten.
Die Schauspieler sind hervorragend, allen voran Woody Harrelson, Oliver Platt und John Cusack. Woody spielt einen verwirrten Piratenradiosender Moderator, der das Ende der Welt nahen sieht, großartig. Oliver Platt den zynischen, eiskalten Berater des amerikanischen Präsidenten, dessen Entscheidungen, dennoch nachvollziehbar sind und John Cusack einen erfolglosen Autor, der es nicht auf die Reihe bekommt seine Ex-Frau und Kinder zuverlässig zu versorgen. Vor dem Interview mit John sagten mir alle, er sei unglaublich mundfaul und nicht so gut drauf, weil er tierische Rückenschmerzen habe. Ein super Start, wenn man weiß man hat nur 5 Minuten, um ihm ein paar interessante Antworten zu entlocken. Auf ging es. Erstmal muss ich sagen, John Cusack ist sehr groß. Hätte ich nicht erwartet. Bestimmt an die 1,90 m. Er ist freundlich und wirkt entspannt und jetzt weiß ich warum alle denken er hat keinen Bock, er hat auch im wirklichen Leben, diesen Hundeblick. Wisst ihr welchen ich meine? Schaut Euch mal seine Filme an. Er guckt so, als wenn er keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Das ist sein Trick, dahinter steckt nämlich ein sehr aufgewecktes und charmantes Kerlchen. Ich fand ihn klasse. Etwas aus dem Tritt, war Amanda Peet. Kein Wunder, wenn man einen Nachtflug aus New York hat und am nächsten morgen direkt Interviews geben muss. Dennoch sehr apart und nett. Lange rede kurzer Sinn, der Film ist der Hammer und es lohnt sich auf jeden Fall dafür ins Kino zu gehen.
Übrigens als kleine Info am Ende: Roland Emmerich sagte im Interview, dass er begeistert ist was man heutzutage alles am Computer machen kann und am allerliebsten würde er viele Dinge bei Independence Day noch mal neu machen. Auf so eine Aussage gab es natürlich nur eine mögliche Frage: Wie sieht es denn mit Independence Day 2 aus? Sehr gut, die Idee gibt es schon, das einzige Problem wäre aber der Hauptdarsteller, der gefragteste Schauspieler unseres Planeten: Will Smith. Er hätte ebenfalls total Bock, aber man müsste noch einen gemeinsamen Zeitraum für die Dreharbeiten finden. Also freut Euch drauf.
Nächste Woche gibt es an dieser Stelle mehr zum Hype um „Twilight – New Moon“.
Bis dahin, liebe Grüße
Euer Steven Gätjen
Tags: 2012, der filmblog, John Cusack, Oliver Platt, Roland Emmerich, Steven Gätjen, Woody Harrelson
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Donnerstag, November 5th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
ich muss mich bei Euch entschuldigen, ich habe mich für ein paar Tage leider ausklinken müssen, da so viel zu tun war. Dafür habe ich aber ein paar spannende neue Sachen im Gepäck. Diese Woche war wieder geprägt von zwei aufregenden Kinotagen.
Los ging es mit der Weltpremiere von „A Christmas Carol – Eine Weihnachtsgeschichte“ in London. Wahnsinn, was sich Disney dafür ausgedacht hat. Der komplette
Leicester Square wurde in eine Winterlandschaft umgebaut. Anwesend waren Bob Hoskins, Jim Carrey, Robert Zemeckis, Robin Wright Penn, Colin Firth, Andrea Bocelli und die Produzenten. Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben. Kommen wir jetzt aber erstmal zu dem Film, der diesen ganzen Trubel verursacht hat. Robert Zemeckis gehört zur Creme de la creme Hollywoods, seine Freunde sind keine geringeren als George Lucas, Steven Spielberg und Peter Jackson. Auf sein Konto gehen die „Zurück in die Zukunft“ Filme und „Forrest Gump“. Seit ein paar Jahren nun macht er visuell ganz andere Filme. Robert, oder „Bob“, steht auf Motion Capturing oder auch Motion Captioning. Schauspieler bekommen einen schwarzen Samtanzug an, ein paar Elektroden an den Körper und werden mit jeder ihrer Bewegungen in verschiedene Computer eingescannt. Raus kommen dann Filme wie der „Polar Express“, „Beowulf“ oder jetzt „Eine Weihnachtsgeschichte“. Visuell wirklich beeindruckend und jetzt bei seinem nun mehr dritten Werk dieser Art, der absolute Wahnsinn. Wie detailliert das ganze ist und wie wahnsinnig die Landschaften aussehen, ist wirklich toll. Das einzige was mich ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, dass die Augen, trotz der perfekten Technik, leer wirken. Die Identifikation mit den Figuren wird dadurch geschmälert.
Apropos Charaktere. Jim Carrey leiht 8 Charakteren nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Stimme. Das ist besonders beeindruckend vor dem Hintergrund das seine Figuren mit unterschiedlichsten englischen Akzenten sprechen. Das macht er wirklich super und beeindruckte auch die internationale Journaille. Bei der groß anberaumten Pressekonferenz kam mir der Superstar, aber irgendwie ein bisschen komisch vor. Fast ein bisschen verunsichert. Seine Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel: Warum er bei diesem Film mitgemacht hätte?
Beantwortete er mit den Worten: Ich wollte dem englischen Volk eine der größten Geschichten der Welt zurückgeben! ??????Äh, Hallo, was hast Du gesagt?! Er war unglaublich ernst, aber auch ziemlich anbiedernd. So hätte ich ihn mir gar nicht vorgestellt. Super sympathisch und cool war Colin Firth. Jede Frage war für ihn ein Spaß und eine große Herausforderung. Ich wollte wissen, „Warum er es wichtig findet, dass die Geschichte so düster und gruselig erzählt wurde!“ Colin: „Ich mag Weihnachten nicht, auf einmal drehen alle Leute durch, die vorher zu Dir unfreundlich waren und jetzt wünschen sie Dir fröhliche Weihnachten und nur das Beste. Das ist doch verlogen. Ich mache das so häufig ich kann, aber Weihnachten total doof finden, kann ich ja auf Grund meiner Kinder ja auch nicht.“ Für Ihn ist der Bösewicht Scrooge übrigens der Held, weil jeder sich ein bisschen in diesem Fiesling selbst entdecken kann. Übrigens wer jetzt denkt, „Mensch da gehe ich mit meinen Kindern, Neffen, Patenkindern rein, dem sage ich nur Stopp!! Der Film ist wirklich beeindruckend, aber ganz schön düster und gruselig. Ich habe mir das ein oder andere mal auch fast in die Hosen gemacht, was nicht unbedingt was heißen soll.
Machen wir weiter mit dem nächsten Interview und dem dazugehörigen Film. Es gibt zur Zeit keinen Schauspieler der mehr arbeitet als er, Gerard Butler. Von einer romantischen Komödie zur nächsten und dann wieder ein bisschen Action zwischendrin. Logisch das man bei so viel Arbeit nicht nur als Schauspieler am Gewinn partizipieren will und deshalb hat er gerade auch eine Produktionsfirma gegründet, der Name „Evil Twin“. Das erste Projekt „Gesetz der Rache“.
Der Trailer hat viel Appetit auf diesen Film mit Jamie Foxx und Gerard Butler gemacht und das zu Recht. Ich habe ihn morgens um 9.00 Uhr gesehen, definitiv keine gute Zeit dafür. Der Film steigt knallhart ein und auch viele andere Szenen die darauf folgen sind nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter. Einige inhaltliche Ungereimtheiten beiseite, ist der Film sehr spannend vor allen Dingen, weil man nicht genau weiß, wer eigentlich der Böse sein soll. Diejenigen die den Film schon gesehen haben, sagen jetzt bestimmt: „Mann, der Gätjen schon wieder, der hat den Film nicht verstanden, natürlich ist Gerard der Bad Guy.“ Ja, er bringt Leute um, ja er dreht durch und ja, es ist nicht richtig was er macht. Die Frage, die der Film, aber aufwirft und die Gerards Figur für sich selbst beantwortet ist: Was macht man, wenn einer oder sogar mehreren Personen die einem sehr nahe stehen, etwas Schreckliches passiert, dass von anderen verursacht wurde? Ich schreibe ein bisschen kryptisch, damit ich nicht zu viel verrate, von dem was Euch im Kino erwartet. Übrigens eine typische frage früher bei der Musterung: Ah Herr Gätjen, sie wollen nicht zum Bund, sie verweigern den Dienst an der Waffe, aber was würden sie machen, wenn jemand vor Ihren Augen Ihre Freundin angreift und neben Ihnen liegt eine Waffe? Würden sie davon gebrauch machen? Zur Antwort komme ich später.
Jetzt sitze ich erstmal dem Mann gegenüber, der in „300“ König von Sparta war, der neben Christian Bale Drachen bekämpfte, im Film Katherine Heigl und Jodie Foster verführte und im echten Leben angeblich die Herzen von Jessica Simpson, Lindsay Lohan und Kate Hudson brach. Er ist ein Tier, Mitte/Ende 1,80m groß, breitschultrig und sehr sympathisch. Breites Grinsen im Gesicht und einer immensen Ausstrahlung. Mit seinem amerikanisch-schottischen Englisch wirkt er cool, aber auch witzig. Seinen Erfolg kann er immer noch nicht fassen, genießt es aber ungemein, tausend verschiedene Rollen zu spielen. Und jetzt kommen wir zur oben angesprochen Frage, was würde er machen, wenn jemand, eine sehr nahe stehende Person aus seinem Umfeld, verletzten, angreifen oder sogar töten würde? Sein ganzer Körper spannt sich an, seine Augen flammen auf und er sagt: Selbstjustiz ist etwas Verabscheuungswürdiges und sollte nicht toleriert werden. Aber ganz im Ernst, ich wüsste nicht, was ich einer solchen Situation machen würde, ob ich noch rational denken würde. Der- oder diejenigen die das machen würde, müssten sich richtig warm anziehen. Bei dieser Antwort lehnt er sich zurück und verschränkt seine Oberschenkel, dass die Muskeln aufblitzen. Äh, Entschuldigung seine Oberarme verschränkt er, aber die sehen aus wie Oberschenkel. Ein super Interview, das einen mehr über den Film nachdenken lässt, als man anfangs vermutet hat.
Nächste Woche erzähl ich Euch mehr über die Premiere von „2012“.
Tags: A christmas Carol, Christian Bale, Colin Firth, der filmblog, Disney, Eine Weihnachtsgeschichte, Gerard Butler, Gesetz der Rache, Jamie Foxx, Jim Carrey, Steven Gätjen
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