Donnerstag, Oktober 15th, 2009
Meine lieben Filmfreunde,
es ist mal wieder soweit gewesen, nach langer, langer Zeit fand endlich mal wieder eine Premiere in meiner Heimatstadt Hamburg statt. Das ist insofern außergewöhnlich, da Berlin eigentlich alles abgreift, was international relevant ist. Das ist manchmal sehr schade, denn beim Publikum hat man in der Hauptstadt ab und an das Gefühl der Übersättigung. Es sei denn Brad Pitt zieht sich aus, werden alle Stars, die einen Film vorstellen, mit gelangweilter Miene und einem manchmal eher mäßigen Applaus beglückt. Wie gesagt ab und an. Das Norddeutsche Publikum ist da viel hungriger. Früher war das Streits Kino, das Mekka der Stars von Roger Moore bis hin zu Sophia Loren, Sie gaben sich ein Stelldichein in diesem altehrwürdigen Lichtspielhaus an der Alster. Jetzt nun Vince Vaughn, Jason Bateman, Kristen Bell und Malin Akerman.
Aber jetzt erstmal von vorn. Die 4 Schauspieler samt Produzent und Regisseur im Gepäck flogen aus Moskau ein. Da hatten sie am Abend zu vor es logischerweise richtig krachen lassen und mal die ein, oder andere Sorte alkoholischer Getränke probiert und zu sich genommen. Was normalerweise den absoluten Super GAU für jeden Journalisten bedeutet. Stars mit wenig Schlaf und Hangover sind schwierig und haben meist auch keine Lust Fragen zu beantworten. Ganz anders die Stars von „All Inclusive“ ein Film den Vince Vaughn mit seinem Freund und Kollegen Jon Favreu zusammen schrieb. Vince hatte die Idee und präsentierte sie John bei der Verleihung des „Spy Awards for the best Male Movie of all Time“ für „Swingers“ in Los Angeles. Komisch wie sich da der Kreis schließt. 1996 hatten sich beide, damals glück und arbeitslose Schauspieler in einer Bar in Hollywood kennen gelernt und beschlossen diesen Film gemeinsam zu drehen. Der Rest ist Geschichte, beide sind mittlerweile Riesenstars in den USA und auch eigentlich im Rest der Welt. John dreht Filme wie „Iron Man“ als Regisseur und Vince führt den so genannten „Frat Pack“ an, dem Owen und Luke Wilson, Will Ferrell und Ben Stiller unter anderem angehören und die eine super erfolgreiche Komödie nach der nächsten drehen. Jetzt bin ich mal wieder von meiner eigentlichen Geschichte abgekommen, also was ich sagen wollte ist wie entspannt die alle waren von „All Inclusive“. Vince Vaughn schlendert durch
die Gänge des Park Hyatt Hotels begrüßt jeden Journalisten freundlich und hat einen Riesenspaß. Im Interview sappelt er fröhlich vor sich hin, hört genau zu, ist interessiert was die deutschen Fußballnationalmannschaft gerade so treibt, wo man sich denn was in Hamburg anschauen sollte und freut sich auf den Premierenabend. Kristen Bell und einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler Jason Bateman, sitzen gemeinsam in einem Raum, weil sie im Film ein Ehepaar spielen, mehr wird erstmal nicht verraten. Beide haben sich glaube ich darauf verständigt über alles zu sprechen was nicht mit dem Film zu tun hat und spielen sich die Bälle nur so hin und her. Sehr spaßig, aber manchmal schwierig zu verfolgen. Weil der ein oder andere Insider dabei ist. Übrigens ein sehr beliebtes Spiel bei Schauspielern und Schauspielerinnen. Vor einer Pressekonferenz bekommt jeder eine Liste mit 5 Wörtern die irgendwann in eine Antwort einfließen müssen. Das können Worte wie Zylinderkopfdichtung, Hummer, Eis am Stiel oder andere Sachen. Für die Schauspieler ein Riesenspaß für die Journalisten manchmal sehr befremdlich. Das Beste was man in einer solchen Situation machen kann ist ruhig bleiben oder mitmachen. Ich habe mich für Variante 2 entschieden und immer fröhlich meinen Senf dazugegeben, wenn wieder darüber gesprochen wurde wie wichtig es doch ist sich am Set in seinem Adams Kostüm zu präsentieren.
Das hat sehr viel Spaß gemacht. Aber der Knaller kam erst im Interview mit Malin Akerman. Einer ganz bezaubernden Schwedin, die man mittlerweile in vielen Filmen bewundern konnte („Watchmen“, „Nach 7 Tagen ausgeflittert“). Wir plauderten also ganz entspannt, als plötzlich die Tür zum Interviewraum aufging. Ein absolutes No-Go. Der Ton ist versaut, weil eine ganze Menge auf den Gängen passiert und der Interviewpartner aus dem Konzept gebracht wird. Ich dachte schon, wer kann das nur sein?! Und wer guckt da um die Ecke: Vince Vaughn. „Hey“, sagt er, „Steven da bist Du ja und meine Lieblingspartnerin Malin. Kann ich mich zu Euch setzen.“ Ganz im Ernst so etwas habe ich noc
h nie erlebt. Vince nimmt sich einen Stuhl und setzt sich hinter Malin und mich. Das einzige was ich sagen kann ist: „Und jetzt?“ Daraufhin Vince: „Ich höre mir jetzt mal an was Ihr Euch so zu erzählen habt und kommentiere das pantomimisch. Malin und ich: „OK“. Ab jetzt wird es interessant, bei jedem Satz der länger geht als 3 Wörter tut Vince so als wenn er schlafen würde. Jedes mal wenn Malin, aber das Wort Sex in den Mund nimmt, wacht er wieder auf. Großartig. Ein wirklich sehr witziges und spannendes Interview. Übrigens zu sehen kurz vor dem Kinostart von „All Inclusive“ auf Blockbuster TV auf prosieben.de. Ein wirklich sehr spaßiger Anfang eines tollen Tages. Abends auf der Premiere ist Vince in Topform und die beiden Damen absolut hammermässig angezogen. Vince macht die Geschichte zu einer One-Man-Show singt, erzählt und hat einfach nur eine Menge Spaß. Die Gäste danken es ihm mit einem tosenden Applaus der weit über die Grenzen der Hansestadt zu hören war. Wäre der Film doch nur so toll wie die Gäste. Man kann ihn sich ganz entspannt anschauen, er tut keinem weh, aber an einigen Ecken und Enden haperte es dann doch. Das sei unseren Gästen aber definitiv verziehen. Sie können alle gerne mitsamt ihrer Filme wiederkommen.
Bis nächste Woche
Euer Steven Gätjen
Tags: All inclusive, Couples Retreat, der filmblog, Jason Bateman, Malin Akermann, Steven Gätjen, Vince Vaughn
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Mittwoch, Oktober 7th, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
es ist mal wieder an der Zeit ein bisschen in der Vergangenheit zu stöbern. Nach dem ich Euch schon letzte Woche gebeichtet habe, dass mein Vater dafür gesorgt hat das wir Kinder Cineasten werden, möchte ich dieses Bild jetzt gerne noch mal komplettieren. Warum gehen wir eigentlich noch ins Kino? Man kann doch heutzutage fast zu Hause echtes Kinogefühl schaffen, mit der Technik die im Home Entertainmentbereich existiert. Das mag wohl sein, aber ganz im Ernst, wie Geil ist es mit 50 bis 1500 anderen Besuchern im Kino zu sitzen und zu lachen, wenn alle oder keiner lacht. Das Schmatzen und Geraschel der Popcorn und Ein-Liter-Cola Getränkedosen zu hören. Wenn es auf einmal muxmäuschenstill im Kino wird und man sogar eine Stecknadel fallen hören könnte, weil es gerade so spannend ist. Diese Atmosphäre kann man zu Hause nicht schaffen. Deshalb ist Kino großartig. Das 25te mal Dirty Dancing oder Star Wars könnt ich Euch natürlich zu Hause rein pfeifen.Da habe ich ja wieder einen riesigen Bogen gemacht, um zu meinem eigentlichen Thema zu kommen, das Autokino. Genauso wie mittlerweile viele Tierarten, steht diese Spezies des Kinos mittlerweile auf der Liste der bedrohten Lichtspielhäuser. Ich weiß noch nicht einmal, ob es im deutschsprachigen Raum noch ein Autokino gibt?! Weiß das jemand von Euch?
Ich war mit meiner Familie, meinen Freunden und einem meiner ersten Dates in einem Autokino. Das war großartig, zwar hatte es nie das was ich oben gerade als non plus Ultra des Kino beschrieben habe, es sei denn man war mit einem Bus vor Ort und hat Fremde eingeladen, aber es war spitze. In den 80er Jahren waren die Vorschauen noch nicht von der FSK zensiert und daher kamen wir in den Genuss von manchmal unglaublichen Filmtrailern. Japanische Splatterhorrorfilme, in denen Menschen zersägt, Softpornos in den Frauen flach gelegt und Blockbuster in denen Städte platt gemacht wurden. Das kann man sich Heutzutage gar nicht mehr vorstellen, aber für uns pubertierende Jungs war das großartig. Mein Vater hat es geliebt, seine 3 Söhne und alle Freunde die noch reinpassten mit zu nehmen. Das war immer ein riesiges Erlebnis, vor ab haben wir uns eingedeckt mit allem und jedem was die Süssigkeitenabteilung der großen Supermarktketten hergegeben hat. Mittwoch war immer Familientag, da bezahlte man nur pro Auto, an allen anderen Tagen ging es immer pro Person. Wir haben uns dann kurz vor der Einfahrt ins Kino immer in unserem alten Mercedes Kombi im Kofferraum unter einer Decke versteckt, damit wir weniger löhnen mussten. Dann am Plätzchen angekommen, holte man sich von der Servicestation einen alten Heizlüfter, den man auf den Boden im Auto stellte und
hängte sich eine Lautsprecherbox ins Fenster. Mieser Ton, aber es ging ja auch ein bisschen um das Erlebnis. Der erste Film den ich im Autokino gesehen habe war: Excalibur! Gedreht im Jahr 1981 von John Boorman mit Helen Mirren, Nigel Terry, Patrick Stewart und Gabriel Byrne und vielen anderen. Was für ein Spektakel auf der Leinwand! Überall Blut, Ritter in goldenen und silbernen Rüstungen und draußen, hinter, vor und seitwärts neben dem Auto strömender Regen. Besser kann so ein Abend nicht sein. 1982 sogar für einen Oscar nominiert. Ein Muss für jeden Kinofan. Und jetzt kommt es noch besser: Angeblich planen Warner Bros. und Regisseur Bryan Singer ein Remake dieses Knallers. Hoffentlich eröffnen bis dahin wieder ein paar Autokinos. Nächste Woche treffe ich Vince Vaughn und erzähle Euch dann wie er so drauf ist.
Bis dahin alles Gute und Liebe Grüße
Euer Steven Gätjen
Tags: Bryan, Dirty Dancing, Excalibur, Filmblog, Singer, Star Wars, Steven Gätjen
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Freitag, Oktober 2nd, 2009
Meine lieben Kinofreunde,
heute möchte ich mich einem Thema widmen, das ich mich schon seit Kindesbeinen an beschäftigt: Der Filmmarathon! Früher waren es Serien wie „Western von gestern“ oder „Biene Maja“ die meine Geschwister, Freunde und mich vor den kleinen Bildschirm gebannt haben. Mein Vater war es aber erst der meine Leidenschaft für das Kino entfacht hat. Er war immer kinobegeistert und kennt heute noch wesentlich mehr Filme, als jede Person die ich getroffen habe. Das wirkte sich dann so aus, das wir zu hause regelrechte Filmparties gefeiert haben. „Auf dem Highway ist die Hölle los 1&2“ oder auch mal „Star Wars 4&5&6“. Ich erinnere mich noch ganz genau an einen Urlaub mit der ganzen Familie auf Föhr. Wir beide ältesten durften uns was wünschen. Ich wollte so viele Kinofilme hintereinander sehen, wie mein Bruder, mein Vater und ich nur konnten. Mein Bruder wünschte sich so viele Eiskugeln zu essen, wie unsere kleinen Bäuche vertrugen. Wir waren in einem kleinen Kino, als erstes gab es „James Bond – Moonraker“, mit einem meiner Lieblingsbösewichte „Beißer“. Anschließend schafften wir es noch in „Sie nannten in Mücke“ einen genialen Film, den glaube ich jeder aus meiner Generation kennt und liebt. Das war es aber auch schon mit Kino, danach waren wir alle fix und fertig. Übrigens haben wir anschließend jeder 12 und me
in Bruder sogar 14 Kugeln Eis gegessen. Warum ich Euch das alles erzähle, ganz klar. Ich habe meinen eigenen Kinomarathon gerade in dieser Woche gebrochen. Zum einen aus beruflichen, zum anderen aus Spaß Gründen habe ich mir 3 Filme hintereinander im Kino angeschaut. Eigentlich sogar innerhalb von 24 Stunden 4.
Los ging es mit der Premierenmoderation von „Tortuga – die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte“, eine tolle Dokumentation, die leider wirklich an einigen Stellen etwas zu theatralisch auf die Tränendrüse drückt, aber durch unglaubliche Bilder beeindruckt. Und dann ging es los, um 15.30 Uhr startete ich mit Simon Verhoevens „Männerherzen“ in meinen persönlichen Rekord.
Eine wirklich gelungene Komödie über uns Männer und die unglaubliche Tiefe unseres Charakters und den Witz den wir ausstrahlen. Jetzt mal im Ernst. Es ist ein wirklich gelungener Film über Beziehungen aus der Sicht des Mannes. Mit einem großartigen Christian Ulmen und einem hervorragenden Justus von Dohnany. Premiere war in dieser Woche in Berlin. Nett, unkompliziert, lustig. Die Aftershowparty hatte es aber ganz schön in sich, Wahnsinn was sich da an männlichen und weiblichen Granaten im Backstage Bereich tummelte. Alle waren gut drauf und feierten bis in die Morgenstunden, wenn sie überhaupt schon damit fertig sind. Weiter geht’s. Amüsiert und beschwingt kam ich also aus dem Kino um mir gleich im Anschluss auf dem Hamburger Filmfest den neuen Fernsehfilm von Hermine Huntgeburth „Das Glück ist eine ernste Sache“ anzuschauen. Rein zufällig spielt mein Bruder Andy darin eine Nebenrolle und das wirklich richtig gut. Ein schräger Film, mit sehr liebevoll ausgearbeiteten Charakteren. Ich weiß aber gar nicht wie man so einen Streifen nennen könnte. Drama, Komödie, Dramödie, Komrama. Ebenfalls klasse besetzt und gespielt und sehr unterhaltsam. Und dann kam der Knaller der krönende Abschluss. Ich hatte noch keine viereckigen Augen, mein Hintern war noch intakt, ich hatte mich von all dem Popcorn noch nicht übergeben und ging in Richtung des nächsten Knaller auf dem Hamburger Filmfest.
Die Verfilmung von Stieg Larrssons erstem Buch „Verblendung“ aus seiner dreiteiligen Kinoreihe. Jetzt möchte ich gerne noch eine Sache klarstellen.
Ich war also bereits seit 4 Stunden im Kino und nur einmal kurz an der frischen Luft und ich war kurz davor einen 2 ½ stündigen Thriller anzuschauen. Da gucke ich auf die Karte und was steht da: „Original mit deutschen Untertiteln!“ Das bedeutet auf Schwedisch mit deutschen Untertiteln. Wow! Ok! Normalerweise ein Grund für mich nicht ins Kino zu gehen. Nicht weil es auf schwedisch war, sondern weil Untertitel immer anstrengend sind, es sei denn man spricht die gesprochene Sprache fließend. Die Neugier war größer. Ich hatte so viel Gutes über diesen Film gehört, das ich einfach sehen musste. Eins kann ich Euch sagen, nach knappen 30 Sekunden habe ich das mit dem schwedisch und den Untertiteln überhaupt nicht mehr gemerkt. So gebannt habe ich auf die Leinwand gestarrt. Wahnsinn was da geschah. Eine wirklich sensationelle Verfilmung des Buches. Mit beeindrucken Hauptdarstellern. Wie schaffen es die Skandinavier immer wieder mit diesem gewissen Etwas die Geschichten zu erzählen. Ich kann es noch nicht einmal genau beschreiben. Wer das Buch gelesen hat, weiß wie brutal es da zu ging, wie widerwärtig die Verbrechen sind die dort begangen werden. Es hat aber nichts grausames, plumpes oder plakatives. Der Film geht einfach unter die Haut. Denkt jetzt bitte nicht ich habe nach 6 ½ Stunden Kino komplett meine Objektivität verloren, ach was rede ich, jede Beurteilung eines Film ist subjektiv, aber ich habe wirklich lange nicht mehr so einen Spaß gehabt. Das war großartig. Alle 3 Filme haben sich auf ihre Art gelohnt und mir einen tollen Tag beschert. Wann hat man schon mal das Glück hintereinander 3 unterschiedliche, aber sehr gelungene Filme zu sehen. Jetzt wo der Herbst so langsam Einzug hält, solltet Ihr Euch mal überlegen nicht auch einen kleinen Kinomarathon hinzulegen. Ich würde gerne mal wissen, welche Mischung Euch am besten liegt?! Müssen es monothematische Filme sein, oder genreübergreifend? Keine Ahnung. Beim nächsten mal sollten wir aber trotzdem die frage klären, wie man vom im Kino sitzen einen Muskelkater in den Waden bekommen kann, das habe ich immer noch nicht verstanden.
Bis nächste Woche, alles Gute
Euer Steven Gätjen
Tags: Filmblog, Gätjen, Kino, Männerherzen, Steven, Tortuga, Verblendung
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